Kein Zugriff auf Google und Co.

Intranet statt Internet: Iran will Bevölkerung vom World Wide Web abschneiden (Update)

Reza Taghipour, der iranische Minister für Information und Kommunikation, hat verkündet, der Iran wolle ein nationales Intranet an Stelle des Zugangs zum World Wide Web in seinen Grenzen etablieren. In diesem würden Internet-Services wie Googles Suchmaschine und internationale E-Mail-Anbieter blockiert. Update: Die iranische Regierung dementiert den Bericht der International Business Times.

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Der Iran will seine Bevölkerung vom uneingeschränkten Zugriff auf das globale Internet abschneiden. (Bild: sxc.hu)
Der Iran will seine Bevölkerung vom uneingeschränkten Zugriff auf das globale Internet abschneiden. (Bild: sxc.hu)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1"Sauberes Internet"
  2. 2Anmeldung mit dem Perso
  3. 3Update von 16 Uhr: Iran will Zugang zum Internet nicht beschränken
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Das Update von 16:00 Uhr finden Sie am Ende des Artikels.

Über die Ankündigung des iranischen Ministers berichtet die US-amerikanische Nachrichtenseite International Business Times. Demnach werden künftig Millionen von iranischen Bürger vom freien Internet abgeschnitten sein und unter anderem auch nicht auf Soziale Netzwerke zugreifen können. Der Ankündigung von Taghipour zufolge sind nicht nur E-Mail-Services wie Google Mail, Yahoo Mail und Hotmail gesperrt, sondern auch Google+. Innerhalb von fünf Monaten will die Regierung ein "sauberes Internet" aufbauen.

"Sauberes Internet"

Die erste Phase beginnt der International Business Times zufolge im Mai. Gleich zum Start sollen die Internetdienste der internationalen Anbieter aus dem Iran nicht mehr erreichbar sein. Stattdessen seien die iranischen Internetnutzer dazu angehalten, die nationalen Dienste Iran Mail und eine iranische Suchmaschine zu verwenden. Zunächst wird bis auf die genannten Services das World Wide Web grundsätzlich noch erreichbar sein.

Bereits jetzt bereite die Regierung den Start des iranischen E-Mail-Angebots vor, schreibt die International Business Times, wobei für die Registrierung ein Personalausweis sowie die korrekte Adresse zur Authentifizierung notwendig wird. Das Angebot kann der Nutzer erst verwenden, nachdem von offizieller Seite die persönlichen Daten verifiziert wurden.

Anmeldung mit dem Perso

Wie Taghipour verkündete, sind ab August alle Internetdienstanbieter dazu verpflichtet, nur noch nationale Webseiten aufzuführen. Provider, die den Anweisungen nicht folgen, erwarten entsprechende Strafen.

Update von 16 Uhr: Iran will Zugang zum Internet nicht beschränken

Wie Yahoo! News die Nachrichtenagentur AFP zitiert, hat die iranische Regierung den Bericht der International Business Times dementiert. Man plane nicht, den Internetzugang im Iran im August zu beschneiden. Entsprechende Aussagen stammten aus einem gefälschtem Interview mit Minister Taghipour, zu dem die Regierung bereits auf ihrer offiziellen Seite Stellung bezogen habe. Diese war außerhalb der Landesgrenzen jedoch nicht einsehbar, wird die AFP zitiert. 

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