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AIPTEK MyNote Pen im Test
Erst Versatz und dann Absturz

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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AIPTEK hat einen Stylus für das iPad und iPad 2 herausgebracht, mit dem der Nutzer schnelle Memos genauso anfertigen können soll wie aufwendigere Skizzen. Wie gut dies wirklich im Test gelingt, erfahren Sie auf netzwelt.

Das taiwanische Unternehmen AIPTEK hat mit dem MyNote Pen einen Stylus für Apples iPad und das iPad 2 herausgebracht. Der Stift soll dem Nutzer "feines Schreiben und Zeichnen" auf dem Bildschirm der Tablet-PCs erlauben, ohne dass dieser seine Schreibgewohnheiten ändern muss. Im Test zeigte sich dann allerdings doch, dass Stylus und Display nicht das Gleiche sind wie Stift und Papier.

Auf den ersten Blick ist der MyNote Pen kaum von einem etwas größeren Füllfederhalter zu unterscheiden. Genau wie der gute alte Füller ist auch der Stylus mit einer Kappe ausgestattet, welche die empfindliche Spitze des Stiftes schützt. Das Design des MyNote Pen dürfte also vor allem Liebhabern klassischer Schreibgeräten eine Freude bereiten.

Weich oder hart?

Die Verarbeitung wirkt sehr solide. Auch in der Hand liegt der Stylus gut und ist mit seinen 18,6 Gramm weder zu leicht noch zu schwer. Im Lieferumfang sind insgesamt zwei Stiftspitzen enthalten. Der Hersteller empfiehlt dem Nutzer, die härtere Version zu nutzen, de facto zeigte sich im Test jedoch kein großer Bedienungsunterschied.

Damit es los gehen kann, muss der Nutzer zunächst zwei SR41-Batterien in das Gerät von AIPTEK stecken. Dem Hersteller zufolge reicht deren Akku-Kapazität für insgesamt 90 Stunden schreiben und zeichnen. Dann müssen neue Batterien her.

AIPTEK MyNote Pen

Bild 1 von 5
Die Gestaltung des Stylus' erinnert an einen klassischen Füller. (Bild: netzwelt)

Studio Basic Lite

Die Verbindung zwischen iPad und Stylus wird von einem Empfänger aufgebaut, der in den 30-poligen Anschluss des Apple-Tablets gesteckt wird. Ist auch dies erledigt, erscheint automatisch eine Meldung, die den Anwender fragt, ob er die App "Studio Basic Lite" für den MyNote Pen herunterladen will. Diese ist für den Nutzer kostenlos.

Ist dies erledigt, kann das kreative Werkeln mit dem elektronischen Schreibgerät beginnen - ein separater Account ist für die Nutzung von Studio Basic Lite nicht notwendig. Während der Verwendung von Studio Basic Lite dreht sich die Ansicht des iPads automatisch. Eine nützliche Funktion, denn so ist eine Behinderung beim Zeichnen durch den Sender ausgeschlossen.

Kallibrierungsprobleme

Nach dem Start der Anwendung wird zunächst der Stylus kallibriert. Hier muss sich der Nutzer als Rechts- oder Linkshänder outen und die angezeigten Punkte auf dem Bildschirm mit dem MyNote Pen berühren. Bereits an dieser Stelle zeigten sich im Test jedoch einige Probleme im Feintuning des Geräts, denn der kleine, rot-braune Punkt lässt sich mit dem Stift auf dem Display kaum treffen.

Der schwarze Kreis, der anzeigt, in welchem Bereich der Stift von der Software erkannt wird, ist nämlich grundsätzlich nicht da, wo man ihn als Anwender haben möchte. Schon hier macht sich der Versatz bemerkbar, der auch generell bei der Verwendung der App ein Problem darstellt.

Beim Versuch, ein Bild in Studio Basic Lite einzufügen, stürzt die App regelmäßig ab. (Quelle: Screenshot itunes.apple.com)

Schreiben mit Versatz

Während das Schreiben von kleinen Notizen noch ohne größere Probleme gelingen sollte, zeigen sich die Auswirkungen des Versatzes umso stärker, je präziser der Nutzer arbeiten möchte. Beispielsweise das Nachzeichnen eines kleinen Vierecks auf Karopapier erfordert hohe Konzentration, denn der Versatz erschwert es ungemein, die Linie dort zu treffen, wo man möchte. Grobe Skizzen und kurze Texte werden durch diesen Mangel kaum beeinflusst, präzises Zeichnen jedoch gelingt nur, wenn der Nutzer die leicht verschobene Darstellung der eigentlich gezeichneten Linie mit einkalkuliert.

Extrem störend ist zudem, dass eine Bewegung der auf dem Display abgelegten Hand - was den Angaben von AIPTEK zufolge eigentlich kein Problem ist -  mitunter dazu führt, dass die App ungewollt geschlossen wird. Falls nicht zwischengespeichert wurde, gehen so auch getätigte Änderungen verloren - und mitunter auch die Motivation, das Studio Basic Lite noch einmal zu verwenden.

Funktionsumfang 

Der Funktionsumfang der Studio-App beinhaltet verschiedene Vorlagen wie liniertes und kariertes Papier oder auch Protokoll- und Reisetagebuch-Entwürfe. Es kann in verschiedenen Stiftstärken und -farben geschrieben und gezeichnet sowie Bilder und Fotos eingefügt werden. Erstellte Werke können im Anschluss zudem via Facebook und Twitter geteilt oder per E-Mail versendet werden.

Letzteres gilt jedenfalls theoretisch, denn im Test stürzte die App beim Einfügen von Bildern regelmäßig ab. Und das unabhängig davon, ob man ein Bild aus einem vorhandenen Album auswählte oder aus der Anwendung heraus einen neuen Schnappschuss anfertigte. Bei dem Absturz gehen dann natürlich auch alle Änderungen verloren - ärgerlich! Störend ist zudem ein kleines, braunes Rechteck, das oben in der linken Ecke jedes Bildes auftaucht, das der Nutzer auf Facebook teilt.

Das kleine, braune Rechteck taucht beim Teilen eines Bildes auf Facebook auf.

Um die Ärgernisse mit Studio Basic Lite zu umgehen, kann der Anwender auf  alternative Apps wie beispielsweise das kostenlose FlyNote zurückgreifen. Der Funktionsumfang ist in etwa der gleiche wie bei dem Studio von AIPTEK mit dem großen Plus, dass Bilder hier eingefügt werden können.

Kompatibel mit dem neuen iPad?

Grundsätzlich ist der MyNote Pen mit dem iPad und dem iPad 2 kompatibel. Zu den weiteren Systemvoraussetzungen gehört außerdem iOS 4.0 oder später. Im Test überprüfte netzwelt auch die Kompatibilität des Stiftes mit dem neuen iPad und stellte fest, dass der Stylus für die dritte Generation des Tablets nicht geeignet ist.

Die Verbindung zwischen Stylus und iPad gelingt zwar sofort, aber beim Schreiben tauchen die Buchstaben erst mit einiger Verzögerung auf. Auch hier stürzte die Anwendung zudem beim Bildeinfügen ab. Besitzer eines neuen iPads sollten also auf einen anderen Stylus zurückgreifen - eine Auswahl an kompatiblem Zubehör finden Sie hier auf netzwelt. Aber auch iPad- und iPad 2-Nutzern ist von dem Kauf des MyNote Pen eher abzuraten.

Fazit

Abgesehen von dem Versatz, der unweigerlich bei der Verwendung des MyNote Pens auftritt, ist die App von Hersteller AIPTEK das größte Problem. Diese kann der Nutzer zwar vielleicht noch nutzen, um schnell eine kurze Notiz zu vermerken, aber für präzises Skizzieren, Bearbeiten von Fotos oder Notieren von Informationen zu einem Bild ist Studio Basic Lite nicht geeignet, denn das Einfügen eines solchen führt unweigerlich zum Absturz.

Der Anwender kann den Stylus zwar mit anderen Apps wie zum Beispiel FlyNote verwenden, aber bei einem Preis von 99 Euro darf man eine funktionierende Anwendung im Lieferumfang erwarten. Eine günstigere Alternative zum MyNote Pen stellt der Bamboo Stylus Solo von Wacom dar.

Kommentare zu diesem Artikel

AIPTEK hat einen Stylus für das iPad und iPad 2 herausgebracht, mit dem der Nutzer schnelle Memos genauso anfertigen können soll wie aufwendigere Skizzen. Wie gut dies wirklich im Test gelingt, erfahren Sie auf netzwelt.

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  • Annika D. schrieb Uhr
    AW: AIPTEK MyNote Pen im Test: Schwere Federführung mit dem iPad-Stylus

    @xXx: Vielen Dank für Deinen Hinweis. Die letzte Aktualisierung des Studio Basic Lite ist unserer Kenntnis nach auf den 1. März datiert. Meinst Du vielleicht die Studio Basic Plus-Version? Die hat am 12. April ein Update erhalten, wurde von uns jedoch auch nicht getestet. Viele Grüße aus der Redaktion.
  • xXx schrieb Uhr
    AW: AIPTEK MyNote Pen im Test: Schwere Federführung mit dem iPad-Stylus

    Das Absturz problem beim einfügen von Bilder ist behoben, es gab ein update im Store
  • L.Gerlach schrieb Uhr
    AW: AIPTEK MyNote Pen im Test: Schwere Federführung mit dem iPad-Stylus

    Annika hat bei Cregle angefragt. Für den Moment wollen die sich hauptsächlich auf den amerikanischen Markt beschränken. Wenn du nach einem Stylus-Pen suchst, könnte das hier für dich interessant sein: www.netzwelt.de/news/91755-bamboo-stylus-duo-schreibt-papier-touchscreen.html

    Edit: Den Vorläufer zum in der News genannten Bamboo-Stylus-Pen haben wir demnächst auch bei uns im Test.
  • Chopstickschop schrieb Uhr
    AW: AIPTEK MyNote Pen im Test: Schwere Federführung mit dem iPad-Stylus

    Könntet ihr auch ein Test zum iPen von Cregle machen? Als Student würde mich sowas sehr interessieren.

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AIPTEK MyNote Pen im Test
AIPTEK MyNote Pen im Test
Der MyNote Pen ist ein Stylus für das iPad und das iPad 2. Mit ihm soll der Nutzer mühelos schreiben und zeichnen können. Ob das stimmt, erfahren Sie im netzwelt-Test.
http://www.netzwelt.de/news/91717-aiptek-mynote-pen-test.html
2012-04-07 10:25:51
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