Sie sind hier:
 

Kommentar: Die Nachteile der Digitalfotografie Digital aufgebesserte Fotos erzählen keine Geschichten mehr

SHARES

In der digitalen Fotografie ist der Weg zum guten Foto lang geworden. Das Knipsen im richtigen Moment wird ersetzt durch mühsame Bildbearbeitung am PC. Und selbst die schönsten Digitalfotos erzählen oft keine Geschichte.

Was braucht man für ein gutes Foto? Eines, dass man auf 24 × 30 Zentimeter vergrößern und an die Wand hängen kann. Früher einmal ging das so: Man guckte konzentriert durch den Sucher, wählte eine passende Blende oder Verschlusszeit, wartete auf den richtigen Moment und drückte auf den Auslöser. Ambitionierte Fotografen warteten bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen manchmal sogar auf eine bestimmte Tageszeit oder ein bestimmtes Licht, stellten für größtmögliche Tiefenschärfe Blende 16 ein und drückten dann den Auslöser. Das ist lange her.

Hochwertige Kameras wie die Fujifilm X100 ahmen das Design klassischer Sucherkameras wie das der Leica nach. (Quelle: Fujifilm)

Heute, im Digicam-Zeitalter, läuft das etwas anders. Man sieht etwas Nettes, hält sich die Kamera auf Armlänge vors Gesicht und knipst drauflos. Wer sich ein wenig mit seiner Digicam beschäftigt hat, wählt vielleicht ein passendes Motivprogramm. Aktuelle Geräte haben Motivprogramme für so ziemlich jeden Anlass: Tiere, Sport, Kinder, Schnee, Porträt oder Landschaft. Auch für Feuerwerk und Aquarium halten die Casios, Canons, und Panasonics vorgefertigte Einstellungen bereit.

Macht das schon ein gutes Foto?

Nun, zumindest für das Heer der eher wenig versierten Freizeit-Knipser springen so deutlich bessere Bilder heraus. Das ist ein großer Vorteil und ein Fortschritt, über den man nicht die Nase rümpfen sollte.

Aber wirklich gute Fotos entstehen so eher selten.

Harte Arbeit am PC

Wer hier mehr will, startet die Bildbearbeitung. Beim Knipsen hat man in der Regel nur das optische Rohmaterial produziert, aber selten tolle Fotos. Der Schwerpunkt der Fotografie, die eigentliche Bildgestaltung, hat sich zum PC hin verschoben. Inzwischen gibt es einfache Software-Tools, mit denen man in Nullkommanix Bilder aufhübschen kann. Ein Klick hellt Schatten auf, ein anderer Klick verschiebt den Fokus oder verändert die Tiefenschärfe. Schnelle Apps wie Instagram oder Photoshop Touch erlauben selbst auf Tablet-PCs für Android oder Apple iOS die fixe Anwendung von Effekten.

Selbst das macht aber noch kein richtig gutes Foto. Zumindest keines, das man sich an die Wand hängen würde.

Hier kommen die großen Programmsuiten wie Corel Paintshop Pro X4, Adobe Photoshop oder Magix Foto & Grafik Designer ins Spiel. Sie bieten eine schier unübersehbare Zahl von Möglichkeiten, jedes Bild Pixel für Pixel zu bearbeiten. So entstehen dann richtig schöne Fotos. Trotzdem gibt es noch Unterschiede zwischen hochwertigen Analog- und hochwertigen Digitalfotos.

Was sagst du?

Vielen Dank für deine Abstimmung!

oder
Infos zum Artikel
Autor
Mehmet Toprak
Datum
Kontakt
Leserbrief
Kommentare
Alle anzeigen
Seiten
Dieser Artikel enthält die folgenden Schlagworte

Lesertest: Sony Bravia X90C mit Android TV

Sony KD-65X-9000C

In Kooperation mit Sony suchten wir unter unseren Lesern einen Tester, der den Sony BRAVIA X90C 4K Ultra HD TV unter die Lupe nehmen und danach behalten durfte. Lest nun den finalen Lesertest an dieser Stelle.

Netzwelt-Newsletter Gewappnet mit aktuellen Information