Digital aufgebesserte Fotos erzählen keine Geschichten mehr

Kommentar: Die Nachteile der Digitalfotografie

Was braucht man für ein gutes Foto? Eines, dass man auf 24 × 30 Zentimeter vergrößern und an die Wand hängen kann. Früher einmal ging das so: Man guckte konzentriert durch den Sucher, wählte eine passende Blende oder Verschlusszeit, wartete auf den richtigen Moment und drückte auf den Auslöser. Ambitionierte Fotografen warteten bei Landschafts- oder Architekturaufnahmen manchmal sogar auf eine bestimmte Tageszeit oder ein bestimmtes Licht, stellten für größtmögliche Tiefenschärfe Blende 16 ein und drückten dann den Auslöser. Das ist lange her.

?
?

Hochwertige Kameras wie die Fujifilm X100 ahmen das Design klassischer Sucherkameras wie das der Leica nach. (Foto: Fujifilm)
Hochwertige Kameras wie die Fujifilm X100 ahmen das Design klassischer Sucherkameras wie das der Leica nach. (Foto: Fujifilm)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Harte Arbeit am PC
  2. 2Die Nachteile der Bildbearbeitung
  3. 3Digitalfotos sind keine Zeitdokumente
  4. 4Keine guten Schnappschüsse mehr
Werbung

Heute, im Digicam-Zeitalter, läuft das etwas anders. Man sieht etwas Nettes, hält sich die Kamera auf Armlänge vors Gesicht und knipst drauflos. Wer sich ein wenig mit seiner Digicam beschäftigt hat, wählt vielleicht ein passendes Motivprogramm. Aktuelle Geräte haben Motivprogramme für so ziemlich jeden Anlass: Tiere, Sport, Kinder, Schnee, Porträt oder Landschaft. Auch für Feuerwerk und Aquarium halten die Casios, Canons, und Panasonics vorgefertigte Einstellungen bereit. 

Anzeige

Macht das schon ein gutes Foto? 

Nun, zumindest für das Heer der eher wenig versierten Freizeit-Knipser springen so deutlich bessere Bilder heraus. Das ist ein großer Vorteil und ein Fortschritt, über den man nicht die Nase rümpfen sollte.

Aber wirklich gute Fotos entstehen so eher selten.