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Facebook-Überwachung mit Minor Monitor
Kostenfreies Online-Angebot

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Minor Monitor ist eine kostenlose Website, mit der Eltern die Facebook-Aktivitäten ihrer Kinder auf fragwürdige oder gefährliche Inhalte hin überwachen können. Eine Programminstallation ist nicht notwendig.

Mit dem kostenfreien Online-Angebot Minor Monitor können sich Eltern auf einen Blick darüber informieren, was ihre Kinder auf Facebook treiben. Auch ist es ihnen möglich, über die Definition von bestimmten Begriffen Filter einzurichten und bei verdächtiger Aktivität automatisch E-Mail- Benachrichtigungen zu empfangen.

Minor Monitor ermöglicht es, die Aktivität der eigenen Kinder auf Facebook zu überwachen. (Quelle: Hersteller)

Laut einer Umfrage, die von Minor Monitor durchgeführt wurde, sind 38 Prozent aller Kinder auf Facebook unter 13 Jahre alt. Nicht wenige Eltern verspüren den Drang, ihr Kind in der modernen vernetzten Welt, so gut es irgendwie geht, zu beschützen. Die Website von Minor Monitor bietet hierfür eine Lösung.

Kenntnis von Zugangsdaten

Um Einblick in die Facebook-Aktivitäten ihrer Zöglinge zu erhalten, müssen sich die Erziehungsberechtigten zunächst ein Konto auf Minor Monitor anlegen. Allerdings ist es für eine Überwachung unbedingt erforderlich, dass sie im Besitz der Facebook-Zugangsdaten, also der E-Mail-Adresse und des Kennworts, ihrer Kinder sind. Melden sich die Eltern dann über den Account bei Minor Monitor an, wird ihnen jedes Mal standardmäßig eine Übersicht über die Facebook-Aktivitäten ihrer Kinder in den letzten 180 Tagen gezeigt. Das Kind wird davon nichts mitbekommen.

Minor Monitor ist ein Projekt des in Austin im US-amerikanischen Bundesstaat Texas ansässigen Software-Unternehmens Infoglide. Da es sich um eine Website handelt, muss kein Programm auf dem Computer installiert werden. Auch eine Überwachung auf fragwürdige oder gefährliche Inhalte von unterwegs aus ist demnach möglich. Zum einen behalten Eltern den Überblick über die Pinnwand-Einträge und den Inhalt der Nachrichten, zum anderen aber auch über Beiträge, welche Mitglieder aus der Freundesliste ihrer Kinder über dieses schreiben.

Automatische Mail bei Verdacht

Auch wer in den Freundeslisten des Kinds Eintrag gefunden hat, ist selbstverständlich einsehbar, ebenso die Art der hochgeladenen Fotos, Videos oder sonstigen Uploads. Des Weiteren können von den Eltern Filter eingerichtet werden, die automatisch eine E-Mail an ihren Account senden, wenn in einem bestimmten Beitrag zuvor definierte alarmierende Schlüsselwörter zu finden sind. Zudem warnt das Programm Eltern vor verdächtigen Freunden, etwa wenn die Tochter plötzlich einen sehr viel älteren Mann zu ihrer Freundesliste hinzufügt.

Gleiches gilt, wenn ein neuer Freund selbst nur sehr wenige Freunde sein eigen nennt, was auf einen Fake-Account hindeuten kann. Minor Monitor informiert Eltern über derartige Gefährdungen, hält sie aber auch über einen etwaigen Kontakt ihrer Kinder zu Drogen auf dem Laufenden, über sexuelle Anspielungen oder gar entsprechende Belästigungen anderer Facebook-Nutzer und über sonstige Arten von Obszönitäten, Verherrlichung von Gewalt oder beängstigenden autoaggressiven Andeutungen.

Minor Monitor gibt hilreiche Tipps, wie man grundsätzlich mit Kindern das Netz erleben sollte. (Quelle: Hersteller)

Kontrolle ist gut, Vertrauen besser

Speziell Cyber-Mobbing ist heute ein zunehmend verbreitetes Problem, das Kinder oft nachhaltig verunsichern kann und dem sie im schlimmsten Falle ohnmächtig gegenüber stehen. Minor Monitor kann gerade hier sicherlich einen guten Schutz bieten. Die Frage ist allerdings, ob ihre Kinder die Zugangsdaten zu ihrem Facebook-Account an die Eltern herausrücken und ob die Eltern wirklich so tief in die Gedankenwelt ihrer Kinder eindringen möchten oder ob diese nicht auch ihr Recht auf Geheimnisse haben.

Kommentare zu diesem Artikel

Minor Monitor ist eine kostenlose Website, mit der Eltern die Facebook-Aktivitäten ihrer Kinder auf fragwürdige oder gefährliche Inhalte hin überwachen können. Eine Programminstallation ist nicht notwendig.

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  • denkt_mal_nach schrieb Uhr
    AW: Minor Monitor: So können Eltern ihre Kinder auf Facebook überwachen

    Wenn das Kind das Password ändert, ist Schluß mit der Überwachung ..... hurra !!!!
  • sarazena schrieb Uhr
    AW: Minor Monitor: So können Eltern ihre Kinder auf Facebook überwachen

    Die ideale vertrauensbildende Maßnahme zwischen Eltern und ihren Kindern! :n_vogel:

    So weit haben wir es inzwischen gebracht. Stasimethoden als vertrauensbildende Maßnahmen im Kinderzimmer :dash: Vorratsdatenspeicherung 180 Tage - wie tief müssen wir noch sinken :dow: Welches kranke Hirn denkt sich so was aus :confused:

  • King W. schrieb Uhr
    AW: Minor Monitor: So können Eltern ihre Kinder auf Facebook überwachen

    Melden sich die Eltern dann über den Account bei Minor Monitor an, wird ihnen jedes Mal standardmäßig eine Übersicht über die Facebook-Aktivitäten ihrer Kinder in den letzten 180 Tagen gezeigt. Das Kind wird davon nichts mitbekommen.

    Die ideale vertrauensbildende Maßnahme zwischen Eltern und ihren Kindern! :n_vogel: Wozu denn die "Überwachung", wenn die Kinder nichts davon mitbekommen. Entweder die Eltern reagieren irgendwie auf das, was das Kind tut, oder sie lassen es. Im ersten Fall merkt das Kind sehr wohl, daß es überwacht worden ist, im zweiten Fall ist die Überwachung für die Katz.

    Ich denke, ein gut erzogenes 13 jähriges Kind hat genügend Rückgrat, Verantwortungsbewußtsein und Vertrauen zu den Eltern, um auch ohne die Schnüffelsoftware im Internet unterwegs sein zu können. Wenn aber nicht, hilft die Software auch nicht weiter, wie soll sie denn eine vermurkste Erziehung kompensieren? Außerdem: Die meisten 13-jährigen dürften wohl ohne weiteres in der Lage sein, die Software auszuhebeln.

    Den Haß meines Vorredners kann ich jedenfalls sehr gut nachvollziehen.
  • visnoctis schrieb Uhr
    AW: Minor Monitor: So können Eltern ihre Kinder auf Facebook überwachen

    das ist genau das, was mich fürs leben gebrandmarkt hat und wofür ich meine mutter heute noch hasse, und denselben hass bringe ich mit tiefster inbrunst den leuten entgegen, die sich solche dinge ausdenken