Die GEMA über YouTube, ACTA, Sven Regener und Co.

Müller: Wir wollen schneller sein, können aber nicht.

Angesichts langwieriger Verhandlungen und Tarifverfahren speziell im Online-Bereich, was in der Regel zu Verzögerungen bei Angeboten wie Apples iTunes Match oder bei neuen Geschäftsmodellen wie Spotify führt, gesteht Müller jedoch auch auf Seiten der Verwertungsgesellschaft Fehler ein: "Die Tariffindung hat lange genug gedauert."

Alle am Markt müssten sich umorientieren und an den schnellebigen Internetmarkt anpassen - auch die GEMA. Jedoch würden statische Modelle, die auf veralteten Gesetzen beruhen, diesen Prozess behindern. "Auch wenn wir schneller sein wollten. Können wir nicht", sagte Müller. Daher fordere auch die GEMA eine Novellierung des Urheberrechtswahrnehmungsgesetzes, damit die Verwertungsgesellschaft neue Modelle anbieten könne.

Der GEMA sei dabei klar, dass die Erlöse im Online-Bereich niemals die Einbrüche im CD-Bereich auffangen werden. "Das ist halt so, das wissen ja auch alle." Dass Musik einen Wert hat, der auch vergütet werden muss, sei jedoch unumstößlich.

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Netzwelt traf Bettina Müller im Literaturhaus Hamburg. (Bild: netzwelt)
Netzwelt traf Bettina Müller im Literaturhaus Hamburg. (Bild: netzwelt)
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Spotify und iTunes Match

Auf konkrete Fälle wie beispielsweise den späten Deutschlandstart von Spotify angesprochen, antwortete die Pressesprecherin, dass vor allem ein Mangel an finanziellen Mitteln auf Seiten der Schweden zu der Verzögerung geführt hätte.

Ein komplett neuer Service wie iTunes Match erfordere zudem eine gründliche Prüfung. Daher zieht die GEMA bei Apples neuem Angebot kurzfristige Verträge vor, die zunächst nur für ein Jahr bestehen. "Dann wird geschaut, was die Leute dort eigentlich so matchen", gab Müller im Gespräch an. Nach dem einen Jahr wird dann ein neuer Vertrag ausgehandelt.

Doch was denkt die GEMA über Internetkontrollen, RapidShare oder auch eine Reform des Urheberrechts und wie steht sie zu Sven Regeners prominentem Wutausbruch von vor zwei Wochen? Erfahren Sie mehr im Video-Interview mit Bettina Müller.

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