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Zimbra Desktop vs. Microsoft Outlook
Kostenlose PIM-Anwendung integriert Soziale Netzwerke

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Wer ein alternatives E-Mail-Programm sucht, landet meist bei Thunderbird und Co. Nur die wenigsten Nutzer sehen sich Zimbra Desktop an, obwohl die Software durchaus mit Microsoft Outlook konkurrieren kann.

Zimbra Desktop ist eine Alternative zu Microsoft Outlook, die sich primär an professionelle Anwender richtet. Aber auch Privatpersonen sollten sich das Programm einmal ansehen: Insbesondere, wenn sie mit Windows und Mac OS X oder Linux gleichzeitig arbeiten, kann die Software ihre Leistungsfähigkeit voll ausspielen.

Zimbra Desktop ist eine leistungsstarke und kostenlose Mail/PIM-Anwendung.

Microsoft Outlook gilt als der unbestrittene Marktführer, wenn es um E-Mail- und sogenannte PIM-Applikationen geht. Allerdings ist der Spitzenplatz nicht sicher: Immer mehr Benutzer wechseln zu alternativen Programmen, insbesondere wenn sie vollkommen kostenlos sind. Zur Auswahl steht unter anderem auch Zimbra Desktop.

Open Source

Das quelloffene Programm ist eigentlich nur als Nebenprodukt der Zimbra Collaboration Suite entstanden, die als umfangreiche E-Mail-, Kalender- und Kontakte-Plattform direkt gegen den teuren Microsoft Exchange Server antritt. Mittlerweile hat das Programm so viele Anhänger, dass es gleichberechtigt neben dem Server selbst fortgeführt wird. Seit einiger Zeit gehört Zimbra zum Virtualisierungsspezialisten VMware, wo Zimbra Desktop kostenlos und gänzlich ohne Registrierung heruntergeladen werden kann - auch bei netzwelt ist der Download möglich. Die aktuelle Version trägt die Nummer 7.1 und ist seit März 2012 erhältlich.

Großes Paket

Leider gibt es die Windows-Version (ab XP) derzeit nur als 32-Bit-Fassung, sodass das Programm nur indirekt von den erweiterten Möglichkeiten eines 64-Bit-Systems profitiert. Außerdem werden Mac OS X ab Leopard (also Version 10.5) und diverse Linux-Distributionen unterstützt. Namentlich sind in der offiziellen Dokumentation openSUSE, Ubuntu, Fedora und Debian genannt. Je nach gewähltem System müssen Nutzer zwischen 92 Megabyte für die Windows-Version und knapp 80 Megabyte für Zimbra in der Mac-Variante herunterladen. Die Installation dürfte - unabhängig vom Betriebssystem - für keinen Benutzer ein Problem darstellen.

Mac-Benutzer

Schließlich sorgt der Setup-Assistent dafür, dass alle notwendigen Schritte fast automatisch erledigt werden. Nur Apple-Kunden müssen auf eine Kleinigkeit aufpassen: Der Hersteller rät ausdrücklich davon ab, Zimbra Desktop unter dem Root-Konto zu installieren, falls dieses aktiviert wurde. In diesem Fall kann es zu Problemen kommen, wenn Zimbra Desktop von anderen Anwendern verwendet wird. Stattdessen müssen Nutzer unbedingt ein normales Administrator-Konto verwenden, um das Programm auf den Mac zu kopieren. In der Regel sollte die Installation auf jedem Rechner spätestens nach zehn Minuten abgeschlossen sein.

Zimbra Desktop unterstützt praktisch jeden Postfachtyp für E-Mails.

Konfiguration

Sobald Zimbra Desktop das erste Mal gestartet wird, begrüßt es den Anwender in altbekannter Outlook-Manier: Er wird aufgefordert, zunächst ein neues E-Mail-Konto anzulegen, bevor er das Programm selbst öffnen kann. Zimbra Desktop kommt mit jedem IMAP- oder POP3-Konto zurecht, also auch mit den größten deutschen Freemail-Anbietern Web.de und GMX. Ferner werden Yahoo beziehungsweise Google Mail und sogar Microsoft Exchange unterstützt, sodass sich auch Firmen-Konten einfach einbinden lassen. Zimbra Desktop kennt die Zugangsdaten für alle wichtigen Mail-Anbieter, während Outlook in diesem Punkt passen muss.

Die Oberfläche

Nach der erfolgreichen Anmeldung am E-Mail-Servier präsentiert Zimbra Desktop dem Anwender eine Oberfläche, die leider in Englisch dargestellt wird - selbst wenn die Systemsprache korrekt gesetzt wurde und der Einrichtungsassistent zuvor auch Deutsch konnte. Nutzer müssen die Sprache erst umständlich in den Einstellungen ändern und Zimbra Desktop neu starten, bevor die Anpassung aktiv wird. Apropos Einstellungen: Dort gibt es nur sehr wenige Optionen, was Profis sicher stören und Einsteiger freuen dürfte. Es ist empfehlenswert, explizit zu aktivieren, dass Spam-Ordner und Papierkorb in die Mail-Suche einbezogen werden.

Die Bedienung

Die eigentliche Oberfläche des Programms ist in insgesamt sieben Reiter gegliedert: Mail, Adressbuch, Kalender, Aufgaben, Dateien (gelegentlich an anderen Stellen als "Briefcase" bezeichnet), Einstellungen sowie Sozial. Die Bedeutung des jeweiligen Reiters erschließt sich weitgehend von selbst. Einige Anwender empfinden Zimbra Desktop auf den ersten Blick als weniger schön als Microsoft Outlook, im Vergleich zu dem Programm aus Redmond hat es aber einen großen Vorteil: Das Aussehen ist auf dem Mac, unter Linux und sogar Windows absolut identisch, was die gleichzeitige Verwendung auf mehreren Computern erleichtert.

Die E-Mail-Funktionen von Zimbra Desktop sind durchweg solide.

E-Mail-Verkehr

Nicht umsonst ist der E-Mail-Reiter ganz links in der Navigationsleiste platziert, schließlich nehmen Empfang und Versand von Nachrichten den wichtigsten Teil des Programms ein. Zimbra Desktop lässt in diesem Bereich kaum einen Wunsch offen: Neben HTML- und Text-Mails kommt die Anwendung problemlos mit mehreren Ordnern zurecht, selbst wenn die Zahl die Übersicht des Nutzers übersteigt. Auch mit mehreren Signaturen kommt Zimbra Desktop problemlos zurecht. Alle neuen Nachrichten, die im Offline-Modus geschrieben werden, sendet das Programm automatisch, sobald Anwender wieder eine Internetverbindung herstellen.

Termine & Co.

In der Titelleiste können Nutzer jederzeit zwischen On- und Offline-Modus umschalten. Damit Zimbra Desktop aber wirklich als Konkurrenz zu Microsoft Outlook herhalten kann, benötigen Nutzer natürlich zusätzlich zum E-Mail-Client noch eine ausgereifte Kalender- und Kontakt-Verwaltung. Auch hier brilliert Zimbra Desktop: Termine lassen sich jederzeit in mehrere Kalender übersichtlich trennen, Einladungen anderer Personen kann das Programm direkt in einen neuen Termin übertragen. In den Kontakten gibt es neben der bekannten Auswahl an Feldern für private oder geschäftliche Adressen auch die Möglichkeit, ein Foto zu speichern.

Neue Freunde

Obwohl sich Zimbra Desktop und Outlook trotz der wechselseitigen Vorteile in den meisten Bereichen nichts schenken, punktet die Open-Source-Anwendung klar bei Sozialen Netzwerken: Im Sozial-Reiter lassen sich sowohl das eigene Twitter- als auch Facebook-Konto hinterlegen, um neue Informationen von Freunden und Kollegen zu sehen und direkt darauf zu antworten. Zwar unterstützt Zimbra Desktop längst nicht alle Funktionen der beiden Plattformen, für einen prüfenden Blick während der Arbeit genügt der Reiter aber. Auch LinkedIn kann aus der Software heraus genutzt werden, ebenso wie der News-Feed des Lesezeichen-Portals Digg.

Zimbra Desktop kann auch auf Twitter, Facebook, LinkedIn und Digg zugreifen.

Das Briefcase

Im Vergleich zu Outlook überzeugt Zimbra Desktop auch in einem anderen Bereich: Nutzer können mithilfe der Anwendung beliebige Dateien und ganze Ordner in ihrem E-Mail-Postfach ablegen - allerdings nur, wenn es den IMAP-Standard unterstützt. (Mit POP3-Postfächern sind nur lokale Verzeichnisse möglich.) Alle Inhalte, die auf dem Server abgelegt werden, stehen allen Zimbra-Clients überall zur Verfügung - ideal, wenn Nutzer also zum Beispiel unterwegs eine wichtige Präsentation einsehen müssen. Der eigentliche Speicher von Dateien in Briefcase funktioniert ähnlich wie die Ablage von Notizen auf einem Mail-Server mit Apple Mail.

Fazit

Zimbra Desktop macht im Vergleich zu Microsoft Outlook eine exzellente Figur: Besonders im Bereich der Sozialen Netzwerke und Speicherung von Dateien kann das Programm punkten. Auch die Verfügbarkeit für alle Betriebssysteme ist lobenswert. Allerdings fügt sich die Anwendung nicht sonderlich gut in den Windows Desktop ein und spielt insbesondere nicht problemlos mit den Programmen Word, Excel und Co. zusammen.

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Wer ein alternatives E-Mail-Programm sucht, landet meist bei Thunderbird und Co. Nur die wenigsten Nutzer sehen sich Zimbra Desktop an, obwohl die Software durchaus mit Microsoft Outlook konkurrieren kann.

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Zimbra Desktop vs. Microsoft Outlook
Zimbra Desktop vs. Microsoft Outlook
Netzwelt prüft, ob Zimbra Desktop wirklich mit Microsoft Outlook mithalten kann.
http://www.netzwelt.de/news/91687-zimbra-desktop-vs-microsoft-outlook.html
2012-04-10 12:07:39
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/zimbra-desktop-leistungsstarke-kostenlose-mailpim-anwendung-bild-netzwelt-13586.jpg
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