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Sony Xperia S im Test
Erstes Smartphone nach der Trennung von Ericsson

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Sony Ericsson ist Geschichte. Ab sofort hören die Handys nur noch auf den Namen Sony. Der Qualität tut der Namenswechsel keinen Abbruch. Mit dem Xperia S präsentiert der Hersteller ein leistungsstarkes Smartphone mit charakteristischem Design. An einigen Stellen lässt Sony aber Potential ungenutzt.

Sony macht ohne Ericsson auf dem Handy-Markt weiter. Das erste Smartphone unter dem neuen Namen Sony Mobile Communication ist das Xperia S - ein starkes Debütmodell, bei dem der Unterhaltungskonzern aber weitestgehend auf bewährte Hard- und Software setzt. Innovative Wege geht Sony nur beim Design.

Design

Dank des charakteristischen Designs hebt sich das Sony Xperia S aus der Masse an Smartphones ab, selbst unter 100 Handys ist das Sony-Modell unverkennbar. Dem ein oder anderen Nutzer könnte das Xperia S aber im Vergleich mit anderen Smartphones etwas zu kantig wirken. Im Gegenzug werden Besitzer des Sony-Handys aber aufgrund des transparenten Elements unterhalb des Displays neugierige Blicke im Freundes- und Bekanntenkreis ernten.

Die durchsichtige Leiste betont zum einen das Display, zum anderen verleiht sie dem Modell das gewisse Etwas. Allerdings vergibt Sony hier Potential: Anders als beim Einsteiger-Modell Xperia U passt sich die Beleuchtung des transparenten Elements nicht an die Farbe des Hintergrunds oder gerade betrachteter Bilder an. Mag der Nutzer auf dieses Gimmick noch verzichten können, wäre die Nutzung des transparenten Elements als Status-LED aber wünschenswert gewesen. Die Leiste blinkt jedoch nur solange, wie das Handy klingelt. Über verpasste Anrufe und eingehende Nachrichten informiert dagegen nur eine kleine, unauffällige Status-LED oberhalb des Displays.

Sony Xperia S

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Das Sony Xperia S hat ein charakteristisches Design. (Bild: netzwelt)

Verarbeitung

Die Verarbeitung des Modells ist ordentlich. USB- und HDMI-Schnittstelle sind durch leicht zu öffnende Kappen vor Verschmutzungen geschützt. Die Rückseite lässt sich einfach abnehmen und auch wieder problemlos einsetzen. Der verwendete Kunststoff wirkt nicht billig und besitzt eine angenehme Haptik, reicht aber nicht ganz an das Polycarbonat-Gehäuse des Nokia Lumia 800 heran. Mit einer Tiefe von 10,6 Millimetern und einem Gewicht von 144 Gramm ist das Modell zudem dicker und schwerer als die Flaggschiffe anderer Hersteller.

Verwirrend ist das Layout der Sensortasten. Sie befinden sich zwar, wie von Android-Smartphones gewohnt, unterhalb des Displays, sind aber nur durch kleine Punkte markiert. Die zugehörigen Symbole befinden sich im transparenten Element, sodass der Nutzer unweigerlich hierdrauf tippt und sich wundert, dass das Handy nicht reagiert. Dem Geschmack des Testers nach hätte auch die Platzierung der Lautstärkeregler mit der von der HDMI-Schnittstelle getauscht werden können.

Hardware

Das Sony Xperia S basiert auf dem 1,5 Gigahertz starken Dual-Core-Prozessor MSM8260 von Qualcomm. Der Chip ist nicht neu, sondern kam beispielsweise 2011 bereits im HTC Sensation zum Einsatz. Neue Geschwindigkeitsrekorde stellt das Xperia S also nicht auf, die Leistung ist vergleichbar mit aktuellen Spitzenmodellen. Apps starten ohne Verzögerungen, das System reagiert flott auf Eingaben und auch bei aufwendigen Spielen wie "Asphalt" oder "Let's Golf" müssen Nutzer keine großen Verzögerungen oder Ruckler fürchten. Der interne Speicher ist 32 Gigabyte groß, dem Nutzer stehen davon ab Werk circa 25,8 Gigabyte zur Verfügung. Erweiterbar ist der Speicher mangels microSD-Kartenschachts nicht.

Ein Highlight des Smartphones ist das 4,3 Zoll große Display, das eine Auflösung von 1.280 x 720 Pixeln bietet. Wie das des Vorgängers Xperia arc S ist es zudem mit Sonys Mobile Bravia Engine ausgestattet. Die Technik verbessert die Darstellung von Fotos und Videos auf dem Handy-Display. Der Bildschirm liefert eine natürliche Farbdarstellung und ist sehr hell, der Blickwinkel dafür allerdings begrenzt. Zudem spiegelt das Display stark. Bei einigen Modellen stellten Nutzer auch bereits einen Gelbstich fest, Sony versprach die fehlerhaften Geräte kostenlos zu ersetzen.

Sprachqualität und Akku

Die Sprachqualität des Sony Xperia S ist gut. Die Gesprächspartner klingen weitestgehend natürlich, allerdings war im Test ein leichtes Rauschen zu vernehmen. Der Lautsprecher ist zudem für den Freisprechmodus in lauten Umgebungen zu leise.

Fotos Sony Xperia S

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Nahaufnahme einer Notebook-Tastatur abfotografiert mit dem Xperia S. (Bild: netzwelt)

Der Akku des Xperia S ist fest verbaut und besitzt eine Kapazität von 1.750 Milliamperestunden. Er soll in einem UMTS-Netz laut Hersteller eine maximale Gesprächszeit von 8,5 Stunden bieten. Bei mittlerer Nutzungsintensität dürfte das Xperia S knapp anderthalb Tage ohne Stromzufuhr auskommen.

Fotos, Videos und Musik

Das Xperia S ist mit einer 12-Megapixel-Kamera ausgestattet, die Videos in Full HD aufnehmen kann. Ein physikalischer Auslöser soll die Verwackelungsgefahr minimieren, der Sony Exmor R-Sensor zudem für bessere Bildqualität bei schlechten Lichtverhältnissen sorgen. Tatsächlich liefert die Kamera im netzwelt-Test auch in dunklen Räumen brauchbare Bilder. Die Bildqualität ist insgesamt gut. Für Sony untypisch weisen die Fotos, wenn man sie am Computer betrachtet, aber eine geringe Detailtiefe und ein leichtes Rauschen auf. Der physikalische Auslöser könnte zudem etwas mehr Hub vertragen. Video-Aufnahmen sind ebenfalls gut, weisen aber teils eine leichte Unschärfe auf.

Der externe Lautsprecher ist für die Hintergrundbeschallung, wie bereits zuvor erwähnt, zu leise, Musik klingt über ihn zudem sehr blechern und dünn. Greift der Nutzer zu Kopfhörern, kann das Xperia S durchaus einen MP3-Player ersetzen - auch aufgrund des intuitiven Musik-Players und seinen zahlreichen Einstellungsmöglichkeiten.

Software

Sony liefert das Xperia S ab Werk mit Android 2.3.7 aus. Ein Update auf das aktuelle System Android 4.0 will der Hersteller noch im Laufe des zweiten Quartals veröffentlichen. Das ist ein wenig enttäuschend, denn andere Hersteller statten ihre 2012er Modelle gleich mit Ice Cream Sandwich aus. Wenigstens müssen Nutzer sich nach dem Update wohl nicht an eine neue Oberfläche gewöhnen, optisch präsentiert sich das Xperia S schon im Android 4.0-Look. Wie gewohnt überzieht Sony das System mit einer eigenen Xperia-Nutzeroberfläche, diese bietet die bereits von den 2011er Modellen bekannten Zusatz-Funktionen - wie etwa die 3D-Sweep-Panorama-Kamera oder das Programm Timescape, das Meldungen aus Twitter und Facebook zusammenfasst. Bei Google Play kann der Nutzer zusätzliche Timescape-Plug-ins etwa für Foursquare herunterladen.

Sony Xperia S Unboxing

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Quadratisch und flach: Die Verpackung des Sony Xperia S. (Bild: netzwelt)

Von der vom neuen Sony-Chef Kazuo Hirai gepriesenen Verschmelzung der Hard- und Softwaresparten des Konzerns ist auf dem Xperia S leider noch nicht viel zu sehen. Zwar sind die Sony-Dienste Music Unlimited und Video Unlimited auf dem Smartphone verfügbar, eine zentrale Anmeldung für alle Sony-Dienste gleich bei der Einrichtung des Smartphones fehlt jedoch. Den PlayStation Store muss sich der Nutzer gar als apk-Datei von Sonys Webseite laden und dann manuell auf dem Handy installieren. Danach kann er hier Klassiker von der PlayStation One für das Xperia S erwerben. Darüber hinaus stehen mit dem Google Play Store und Play Now zwei weitere App Stores zur Verfügung. Dies schafft zwar ein breites Angebot und Wahlfreiheit für den Nutzer, schnell verliert man aber durch diese Vielfalt auch den Überblick über Zugangsdaten und Inhalte.

Zubehör

Sony legt dem Xperia S zwei sogenannte Smart Tags bei. Hierbei handelt es sich um zwei NFC-Tags, auf denen Nutzer Informationen oder Einstellungen speichern können. Sony will mit den Smart Tags dem Nutzer die Möglichkeit geben, die Handy-Einstellungen schnell an die Umgebung anzupassen. Steigt er zum Beispiel ins Auto, muss er nur das Smart Tag auf dem Amaturenbrett berühren und das Handy schaltet Bluetooth an und verbindet sich mit der Freisprecheinrichtung.

Auf den Tags sind bereits zwei Profile hinterlegt: Arbeit und Auto. Weitere Tags kann der Nutzer bei Sony erstehen. Die Smart Tags sind eine nette Idee, leider fehlt aber eine Möglichkeit, die Einstellungen schnell wieder in den vorherigen Zustand zurückzusetzen.

Fazit

Das Sony Xperia S ist ein gutes Smartphone im oberen Preissegment, das sich aber abgesehen vom Design nicht sonderlich von anderen Modellen in der Preisklasse absetzt. Entsprechendes Potential dafür besteht bei der Kamera und Software, bleibt bislang aber ungenutzt. Wer mehr Wert auf die Optik seines Smartphones als auf die allerneueste Prozessoren-Generation legt, ist mit dem Modell trotzdem gut beraten - denn eklatante Patzer leistet sich Sony bei seinem Smartphone-Erstling nicht.

Die unverbindliche Preisempfehlung für das Sony Xperia S lautet 499 Euro.

Alternativen zum Modell sind das Samsung Galaxy S2, das Motorola Razr, das Galaxy Nexus, das Apple iPhone 4S und das HTC Sensation XE.

Kommentare zu diesem Artikel

Sony Ericsson ist Geschichte. Ab sofort hören die Handys nur noch auf den Namen Sony. Der Qualität tut der Namenswechsel keinen Abbruch. Mit dem Xperia S präsentiert der Hersteller ein leistungsstarkes Smartphone mit charakteristischem Design. An einigen Stellen lässt Sony aber Potential ungenutzt.

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  • sascha bah schrieb Uhr
    AW: Sony Xperia S im Test: Bewährte Technik, ausgefallenes Design

    habe es seit freitag Hammer Handy nur du Akku ist echt schnell lehr aber sonst ist das Handy der Hammer
  • Andreas G. schrieb Uhr
    AW: Sony Xperia S im Test: Bewährte Technik, ausgefallenes Design

    Ganz ehrliche Meinung... Habe mein Xperia S seid ca. 1 Woche im Dauereinsatz. Kann es nur Empehlen. Das Sony X-S ist entlich mal ein Stabil laufendes Sm@rtPhone. Keinen einzigen Hänger etc, wie es man von anderen Android Phones gewohnt ist. Jeder kennt die Macken!? Muss sagen R35P3CT! Keinen Hänger innerhalb 7 Dauerbetriebstage. Viel Spass bei der Kaufentscheidung...
  • Jan K. schrieb Uhr
    AW: Sony Xperia S im Test: Bewährte Technik, ausgefallenes Design

    @Ingo4324: Vielen Dank für deinen Beitrag. Die Ausstattung des Sony Xperia S ist ohne Frage gut. Das Preis/Leistungsverhältnis auch.

    Es ist aber nicht so, dass das Gerät meiner Meinung nach ein HTC Sensation XE beispielsweise, dass den gleichen Prozessor hat, in den Schatten stellt. Es kommt eher bei der Kaufentscheidung dann drauf an, worauf der Nutzer den Fokus legt. Ist ihm beispielsweise das Design des Smartphones wichtiger, das Display oder z.B. im Bezug auf das Sensation XE die Audioqualität.

    Zudem ist die 12-Megapixel-Kamera unseren Test nach nicht qualitativ besser als viele 8-Megapixel-Kameras der Konkurrenz. Und auch ohne NFC kann man mangels Anwendungsmöglichkeiten derzeit noch gut leben, denke ich.

    Mit der One-Serie will ich das Modell noch nicht direkt vergleichen, da wir die One-Geräte noch nicht ausführlich getestet haben.

    Grüße aus der Redaktion.
  • Ingo4324 schrieb Uhr
    AW: Sony Xperia S im Test: Bewährte Technik, ausgefallenes Design

    Ich will ja nichts sagen, aber eigentlich ist es eher so, dass das Gerät für den Preis hervorragend ausgestattet ist. 720 Display, NFC, 12MP Cam, schickes Design und das lieferbar für 430€. Das bietet sonst keiner. Beim One-S fehlt nfc+display+16gb Speicher, das One-X ist deutlich teurer und hat glaube ich kein nfc. Lediglich die cpu ist schwächer, was sich aber nicht bemerkbar macht.
  • Jiddn schrieb Uhr
    AW: Sony Xperia S im Test: Bewährte Technik, ausgefallenes Design

    Ich ahb mir das Gerät gekauft und ich muss sagen dass Sony wieder mal gezeigt hat dass sie echt richtig was drauf haben, das Design ist der totale Wahnsinn und ein Blickfang wie sonst kein anderes Smarthphone, kann ich nur empfahlen. lg

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Sony Xperia S im Test
Sony Xperia S im Test
Sony liefert mit dem Xperia S ein starkes Smartphone-Debüt ab. An einigen Stellen verschenkt der Unterhaltungselektronikkonzern aber noch Potential.
http://www.netzwelt.de/news/91667-sony-xperia-s-test.html
2012-04-03 16:40:23
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/cinepaint-bietetgenau-gimpzahlreiche-werkzeuge-filter-bild-netzwelt7061.jpg
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