Besitzer kündigt stärkere Überprüfung an
Pastebin: Mehr Kontrollen gegen Hacker-Veröffentlichungen?
Informationen über Hacks von mutmaßlichen Anonymous-Mitgliedern werden vorzugsweise auf Pastebin veröffentlicht. Jeroen Vader, Besitzer der Webseite, hat sich nun in einem Interview mit der BBC kritisch zu den Aktivitäten der Hacker geäußert. Künftig will er mit mehr Mitarbeitern die Veröffentlichung von gestohlenen Daten auf Pastebin unterbinden.
Der Niederländer Jeroen Vader erwarb Pastebin im Jahr 2010. Seitdem wuchs die Anzahl der Unique Visitors von 500.000 auf 17 Millionen, wie die BBC schreibt. Seit Kurzem wachsen neben den Nutzerzahlen jedoch auch die Probleme, denn immer häufiger wird Pastebin für die Veröffentlichung gestohlener und sensibler Daten benutzt. Den Angaben des britischen Nachrichtensenders zufolge blockieren die Türkei und auch Pakistan das Portal inzwischen aus diesem Grund.
Vader: Totale Meinungsfreiheit
In dem E-Mail-Interview äußerte sich der Internetunternehmer zunächst positiv darüber, dass Pastebin zu einem Zentrum für "totale Meinungsfreiheit" geworden ist. Diese Freiheit wird jedoch immer wieder für Veröffentlichungen genutzt, die eigentlich gegen die Richtlinien des Portals laufen. Gestohlene Informationen wie E-Mail-Adressen, Sourcecodes und Passwörter gelangen so an die Öffentlichkeit.
Vader will sich jedoch nicht unterstellen lassen, dass er die Verstöße gegen die Richtlinien hinnehme, weil dies letztlich hohe Zugriffszahlen und damit Werbeeinnahmen bringe. Seiner Meinung nach ist es unmöglich, Pastebin automatisch auf entsprechende Posts zu filtern. Das Portal sei vielmehr auf Nutzer angewiesen, die fragwürdige Beiträge als Missbrauch melden, was durchschnittlich 1.200 Mal pro Tag geschehe.
Stärkere Kontrollen
Im Gespräch mit der BBC kündigte der Pastebin-Chef jedoch auch an, bald weitere Mitarbeiter einzustellen, damit nicht nur die Missbrauchsmeldungen, sondern darüber hinaus auch der restliche Inhalt der Seite überprüft werden kann. "Ich hoffe dies wird die Geschwindigkeit erhöhen, mit der wir sensible Informationen löschen können", sagte Vader der BBC. Auch die Post-Trends sollen so überwacht werden.
Obwohl Pastebin in der Vergangenheit häufig für die Ankündigung von Hacks oder die Veröffentlichung von sensiblen Informationen genutzt wurde, ist das Portal jedoch auch selbst immer wieder Opfer von Angriffen. "In den letzten drei Monaten ist kein Tag vergangen, ohne irgendeine Form von DDoS-Attacke", erklärte Vader der BBC, "besonders der Februar war ein fürchterlicher Monat." Offenbar probieren Hacker gerne ihre DDoS-Fähigkeiten an Pastebin aus, sagte Vader. Jedenfall hätten ihn dies Mitglieder der Community wissen lassen.
Alle aktuellen Neuigkeiten zu Anonymous finden Sie hier auf netzwelt.


Auf Nazi-leaks.net haben Hacker Daten mutmaßlicher rechter Sympathisanten veröffentlicht. Neben Daten angeblicher NPD-Spender finden sich dort unter anderem E-Mails der Partei.
Hacker sind offenbar in die europäische Webseite von Nintendo eingedrungen und versuchen mittels Phishing-Seiten an Kundendaten zu gelangen. Teile der Webseite sind daher aus Sicherheitsgründen abgeschaltet worden.
Operation Kartell ist abgesagt, vielleicht. Die Hackergruppe Anonymous zeigt sich uneinig darüber, ob die Aktion gegen ein mexikanisches Drogenkartell, die vor einigen Tagen angekündigt wurde, wirklich durchgeführt werden soll.
Das FBI und Scotlandy Yard wurden von dem Hackerkollektiv Anonymous abgehört. In dem Mitschnitt eines Telefonats, der nun veröffentlicht wurde, tauschen sich die Beamten über ihre Ermittlungen gegen Hacker aus.
Von den 55.000 gestohlenen Twitter-Passwörtern sollen über 20.000 nutzlos sein. Der Mikrobloggingdienst will betroffene Nutzer aktiv zum Ändern des Passworts auffordern. Der Fall wird untersucht.
Anonymous hat offenbar mehrere chinesische Regierungs- und Unternehmensseiten angegriffen. Die Aktion richtete sich unter anderem gegen die Internetzensur der Behörden.
Die Hackergruppe LulzSec ist offenbar zurück. Ziel ihres Angriffs soll eine Dating-Seite des US-Militärs sein. Über 170.000 Nutzer sollen betroffen sein.




