Lieber gemeinsam statt einsam

Im Kurztest: Resident Evil - Operation Raccoon City

Rätseln, sich gruseln, ein paar hartnäckige Untote und Mutanten bekämpfen, sich weiter gruseln - ursprünglich war Capcoms Zombie-Jagd "Resident Evil" für packenden Survival-Horror im bedächtigen Tempo bekannt. Doch mittlerweile schlägt die digitale Schauermär immer actionlastigere Töne an. 

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Resident Evil: Operation Raccoon City - U.S.S. Character Trailer: Dieser Trailer zu Resident Evil: Operation Raccoon City stellt die Söldner der Umbrella-Corporation und die Soldaten der US-Armee vor, die in dem Survival-Horror-Shooter aufeinander treffen. Ergänzt wird das Video zusätzlich durch Spielszenen in denen reichlich Zombies auftauchen. Spieler mit PC, Xbox 360 und PlayStation 3 können sich über jeweils eine Version von Resident Evil: Operation Raccoon City für ihr bevorzugtes Spielsystem freuen. Zum Video: Resident Evil: Operation Raccoon City - U.S.S. Character Trailer

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Die Gegner werden cleverer, aggressiver, zahlreicher - und auch die Helden bekommen zunehmend Verstärkung und müssen nicht mehr allein durch dunkle Villen streunen. Beim nun veröffentlichten "Operation Raccoon City" wagt sich Entwickler Capcom gar auf das Terrain der teambasierten Shooter, wo Valves thematisch ähnlich gestricktes "Left 4 Dead" das Sagen hat.

Den klassischen Kampagnen-Modus gibt es in "Operation Raccoon City" zwar noch. Die auf sechs Kapitel unterteilte Geschichte, die zwischen den "Resident Evil"-Teilen zwei und drei angesiedelt ist, scheint jedoch eher Mittel zum Zweck zu sein. Als Teil einer sechsköpfigen Einsatztruppe des bösen Umbrella-Konzerns soll man die titelgebende Stadt von den untoten Horden befreien, sämtliche Beweise für die aus dem Ruder gelaufene Biowaffenforschung vernichten und alle noch lebenden Zeugen aus dem Weg räumen. 

So groß die Erwartungen an die Zombiehatz auch waren, so enttäuschend ist das Ergebnis am Ende ausgefallen. Bis man sich mit den unpersönlichen, undetaillierten und steril gehaltenen Fabrik- und Gebäude-Korridoren angefreundet hat, die im Akkord von sabbernden Frischfleischfanatikern mit schlechter Zahnhygiene gesäubert werden wollen, gehen einige Stunden ins Land. Stunden, in denen die Zahl der Widersacher kontinuierlich steigt, die Spannung aber sinkt - trotz individueller Fähigkeiten der Teammitglieder und eines dicken Arsenals, das sich nach jeder Mission aufwerten lässt.

Denn der immerwährende Wechsel von langatmigen Schießereien und kleineren Aufgaben (Server zerstören, Schalter drücken) verliert schnell an Reiz - vor allem, wenn man allein mit Computerkollegen unterwegs ist, die zwar zielgenau treffen, dem Spieler aber gerne bei der Zombie-Bekämpfung den Vortritt lassen und auch sonst unglücklich bis dämlich agieren. Die Atmosphäre, das Markenzeichen der Reihe, leidet am meisten unter dem permanenten Geballere, in dem Munitionsknappheit ein Fremdwort ist.

Etwas unterhaltsamer wird das Ganze allenfalls, wenn man online mit drei Freunden durch die weitläufigen Gebiete hastet, widerliche "Licker"-Mutanten im Dutzend von der Wand pflückt und die Übergriffe eines vom Zombievirus infizierten Kollegen abwehren muss. Zumal "Operation Raccoon City" neben dem kooperativen Spiel auch klassische Multiplayer-Varianten bietet, in denen mitunter alte "Resident Evil"-Haudegen wie Leon Kennedy zum Zuge kommen. Xbox-360-Besitzern bietet Capcom darüber hinaus noch Zugang zum exklusiven "Nemesis"-Modus, in dem man die Kontrolle über den Umbrella-Koloss übernehmen kann.

Trotzdem: Das nächste "Resident Evil" mit Fokus auf Mehrspieler-Action darf gerne charmanter, vielseitiger, optisch ansprechender, technisch ausgefeilter und vor allem leichter zugänglich ausfallen. Die Steuerung ist hakelig, die Mehrfachbelegung von Tasten in bestimmten Situationen einfach nervig. Trefferzonen scheint es nur zwei zu geben, und eine Gesundheitsanzeige der Gegner wird vor allem in den schrecklich zähen Bosskämpfen schmerzlich vermisst.

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"Resident Evil"-Fans sollten "Operation Raccoon City" einfach als Pausenfüller betrachten. Am 20. November erscheint schließlich der sechste Teil der Horror-Reihe, der laut Publisher Capcom das eindrucksvollste "Resident Evil"-Spiel aller Zeiten werden soll.

Datenblatt

Resident Evil: Operation Raccoon City
SpielnameResident Evil: Operation Raccoon City
HerstellerSlant Six Games
VertriebCapcom Europe
GenreAction
Erhältlich ab23.03.2012
Preisca. 60 Euro
EAN Code5055060962725
SchwierigkeitFür Fortgeschrittene
Alterab 18 Jahren
Multiplayer2-8 (WWW)
Sonstiges 
Bewertung Grafikbefriedigend
Bewertung Steuerungbefriedigend
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassausreichend
Bewertung Gesamtausreichend
SystemXbox 360
SystemPC
SystemPlayStation3

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