RIM: BlackBerry-Hersteller konzentriert sich auf Geschäftskunden

Apple verkauft dreimal so viele iPhones wie RIM BlackBerrys

Diese sind schlechter als erwartet: Der Umsatz fiel um 19 Prozent auf 4,2 Milliarden US-Dollar, im abgelaufenen Quartal verkaufte RIM nur 11,1 Millionen BlackBerrys. 21 Prozent weniger als noch im Quartal zuvor. Zum Vergleich: Branchenprimus Apple verkaufte im ersten Quartal 2012 allein 37 Millionen iPhones. Von einst 20 Prozent Anteil am Smartphone-Markt sind dem Statistikdienst Statista zufolge weltweit nur noch acht Prozent geblieben.

RIMs Anteil am Smartphone-Markt befindet sich im freien Fall. (Bild: Statista)
RIMs Anteil am Smartphone-Markt befindet sich im freien Fall. (Bild: Statista)
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Lediglich bei den Verkaufszahlen des Tablet-PCs PlayBook kann RIM Erfolge vermelden: Die weltweiten Verkäufe stiegen von 150.000 auf rund 500.000 Stück. Was allerdings auf die rapiden Preissenkungen zurückzuführen sein dürfte: In den USA verkauft RIM das Tablet mittlerweile für 199 US-Dollar anstatt für 499 US-Dollar. Der Preis liegt damit deutlich unter den Produktionskosten. 

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PlayBook wird verramscht

Dem Hersteller bleibt aber keine andere Wahl, seitdem Amazon mit dem Kindle Fire eine Android-Kopie des Tablet-PCs in den USA zum Kampfpreis anbietet. In Deutschland hält RIM mangels Konkurrenz durch den Kindle Fire zwar noch die ursprüngliche unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro aufrecht, im Handel wird der Tablet-PC aber ebenfalls bereits zu Schnäppchenpreisen angeboten. Das Szenario erinnert an den Ausverkauf von HPs TouchPad.

Das BlackBerry PlayBook wird aktuell rund 300 Euro unter dem ursprünglichen Verkaufspreis angeboten. (Bild: netzwelt)
Das BlackBerry PlayBook wird aktuell rund 300 Euro unter dem ursprünglichen Verkaufspreis angeboten. (Bild: netzwelt)

Gut möglich, dass auch das BlackBerry PlayBook der letzte Tablet-PC aus Waterloo ist, auch wenn RIM das Produkt mit Updates pflegt und weiter pflegen will. Das auf Unterhaltung ausgelegte Tablet passt nicht in die neue von Heins verkündete Firmenstrategie: RIM wird sich nämlich aus dem Privatkundengeschäft weitestgehend zurückziehen, das ist Heins erste Konsequenz aus den schlechten Zahlen. Der Fokus soll künftig wieder auf Geschäftskunden liegen.

Jim Balsillie verlässt RIM nach 20 Jahren

Damit wenigstens diese mit innovativen Produkten gehalten werden können, ersetzt Heins auch gleichzeitig eine ganze Reihe an Top-Managern. Jim Balsillie, einer der Vorgänger von Heins und derzeit Direktor des Verwaltungsrates, zieht sich aus dem Gremium zurück und verlässt RIM nach 20 Jahren. Mit ihm geht auch Software-Chef David Yach sowie der Chef für das operative Geschäft Jim Rowan.

Dass diese radikalen Umstrukturierungen aber vielleicht zu spät kommen, desen ist sich auch Heins bewusst. Angesprochen auf einen möglichen Verkauf von RIM sagte er laut Reuters: "Wir würden es in Erwägung ziehen. Es ist aber nicht die Richtung, die wir derzeit hauptsächlich verfolgen." Vielmehr will man Optionen wie die Lizensierung des Betriebssystems oder Joint Ventures und Partnerschaften prüfen. Als Interessenten für eine mögliche Übernahmen von RIM wurden zuletzt immer wieder Nokia, Microsoft und Samsung gehandelt.

Update 30. März, 15.26 Uhr: RIM will teilweise an Privatkunden festhalten

Research in Motion hat ein Statement zum angekündigten Strategiewechsel veröffentlicht. Das Unternehmen dementiert darin, dass sich der Hersteller vollkommen aus dem Privatkundengeschäft zurückzieht. Es sei richtig, dass man sich wieder verstärkt auf Geschäftskunden konzentrieren werde, RIM wolle aber weiterhin in ausgewählten Bereichen auch Privatkunden ansprechen.

Entsprechende Angebote sind beispielsweise der BlackBerry Messenger, auch will das Unternehmen verstärkt um Umsteiger von sogenannten Featurephones werben. Sie sollen ihre ersten Smartphone-Erfahrungen nach RIMs Vorstellungen mit einem BlackBerry 7-Gerät machen. Entsprechend günstige Einsteiger-Modelle sollen in den nächsten Monaten auf den Markt kommen.

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