Archos 80 G9 Turbo ICS im Test: Android-Tablet mit Standfuß

Langsamer Touchscreen und Android 4.0

Das Archos 80 G9 Turbo ICS verfügt im Querformat links und rechts des Bildschirms über einen breiten Rahmen. So lässt sich das Tablet bequem und sicher halten, ohne dass die Gefahr besteht, ungewollt mit den Fingern die Anzeige zu berühren.

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Der Touchscreen ist weniger sensibel als andere berührungsempfindliche Bildschirme. In der Praxis bedeutet dies für den Nutzer, dass er etwas deutlicher drücken muss, eine sanfte Berührung reicht nicht aus. Vor allem bei Spielen kann dies für Frustration sorgen. Den Lautstärkeregler hat Archos leider so positioniert, dass der Nutzer ihn leicht aus Versehen mit der rechten Hand berührt, wenn er das Tablet im Querformat hält.

Die Oberfläche von Android 4.0 hat Archos nahezu unverändert gelassen. Die vorinstallierten Apps decken nur einige Basisfunktionen ab. Es handelt sich unter anderem um einen Dateimanager, einen Media Server, eine Fernbedienung für andere Archos-Geräte und eigene Kalender- und Adressbuch-Apps.

Standfuß und ein UMTS-Stick zum Nachrüsten

Das Kunststoffgehäuse des Archos 80 G9 Turbo ICS wirkt auf den ersten Blick ordentlich verarbeitet. Wer jedoch genauer hinschaut, entdeckt, dass die Vorder- und Rückseite nicht millimetergenau aufeinander sitzen, sondern leicht überstehen.

Auf der Rückseite des Tablets befindet sich ein Standfuß zum Ausklappen. Mit ihm lässt sich das 80 G9 fast überall und spontan für eine Diashow oder einen Film aufstellen. Der Lautsprecher auf der Rückseite liefert einen verständlichen Ton, aber keinen Audio-Hochgenuss.

Selbst wer sich anfangs gegen die UMTS-Variante des Tablets entscheidet, kann es später nachrüsten. Auf der Rückseite des G9 schiebt der Nutzer einfach einen UMTS-Stick ein, den Archos für 50 Euro anbietet.

Die Kamera auf der Frontseite mit einer 720p-Auflösung dient vor allem für Videochats. Das 80 G9 verfügt über einen Steckplatz für eine MicroSD-Karte, die den internen Speicher um bis zu 32 Gigabyte erweitert. Daneben befinden sich ein Micro-USB- und ein Mini-HDMI-Anschluss sowie eine Audio-Buchse.

Per WLAN gelangt das Tablet von Archos ins Internet, via Bluetooth überträgt es Daten über kurze Entfernungen. Im Test erwies sich das WLAN-Modul als schwach und stellte eine deutlich instabilere Verbindung zum Router her als direkt daneben liegende Tablets anderer Hersteller. Auch komplette Abbrüche waren häufig.

Fazit: Vor allem günstig

Das Archos 80 G9 Turbo ICS weist zwar einige Mängel auf, lässt sich aber trotzdem noch gut nutzen und stellt vor allem angesichts seines günstigen Preises ein überzeugendes Gesamtpaket dar.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Archos für das 80 G9 Turbo ICS beträgt 249,99 und 279,99 Euro - je nachdem ob der interne Speicher acht oder 16 Gigabyte groß ist. Das Modell mit kleinerem Speicher bieten nur wenige Händler an und sie verlangen dafür teilweise sogar mehr als der Hersteller. Die 16-Gigabyte-Variante verkaufen einige Internet-Shops dagegen schon für rund 250 Euro. Für den UMTS-Stick muss der Käufer noch einmal 50 Euro zahlen.

Im Vergleich mit dem ebenfalls im Einsteiger-Bereich angesiedelten Acer Iconia Tab A200 ist das Archos 80 G9 Turbo ICS zwar um fast 100 Euro günstiger, aber auch etwas kleiner und weniger gut verarbeitet. Gegenüber Billig-Tablets wie dem Touchlet X2 stellt es aber immer noch die bessere Wahl dar.

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