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Fitbit Ultra im Test
Weckt den Sportsgeist

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Ende April kommt in Deutschland der Activity Tracker Fitbit Ultra auf den Markt. Was das Fitness-Gadget kann und ob es für mehr sportliche Motivation sorgt, erfahren Sie im netzwelt-Test.

Die US-amerikanische Firma Fitbit möchte, dass wir alle gesünder und fitter durchs Leben gehen. Dafür entwickelt sie Produkte, die uns beibringen sollen, mehr auf unsere tagtäglichen Aktivitäten zu achten. Gelingen soll dies durch den Fitbit Ultra. Der Activity Tracker misst die Dauer des Schlafs genauso wie die verbrauchten Kalorien und die erklommenen Stufen. Der netzwelt-Test zeigt, dass das unscheinbare Gerät tatsächlich dafür sorgt, dass man die Treppe anstatt den Fahrstuhl nimmt.

Eine Anmerkung vorweg: In diesem Test wurde die US-amerikanische Version des Activity Trackers auf den Prüfstand gestellt, da die deutsche Variante des Trackers noch nicht vorlag. Ende April dieses Jahres ist der offizielle Launch des deutschen Fitbit Ultras, der mobilen Anwendungen und des zugehörigen Web-Portals geplant. Bis auf die Sprache dürften sich die beiden Modelle jedoch nicht großartig unterscheiden.

Ein kleiner, schwarzer Clip

Der Fitbit Ultra ist auf den ersten Blick ein kleiner, unscheinbarer, schwarz-blauer oder schwarz-pinker Clip, der sich durch eine Armbinde am Handgelenk oder auch an der Kleidung befestigen lässt. Schon beim ersten In-die-Hand-nehmen überzeugt die Verarbeitung. Die Ecken des Trackers sind abgerundet und die Nähte exakt verarbeitet. Das Design ist unauffällig und dennoch ansprechend gestaltet.

Ausgestattet ist der 5,5 Zentimeter hohe und 1,4 Zentimeter dicke Fitbit Ultra mit einem Beschleunigungs- und einem Höhenmesser. Dabei wiegt das Gerät des US-amerikanischen Herstellers gerade einmal knappe zwölf Gramm. Bleibt nur noch eine Frage: Wie soll dieser kleine schwarze Clip jemanden dazu bringen, eine Runde mehr zu joggen, als der innere Schweinehund normalerweise zulässt?

Belohnen und vergleichen

Eine Kombination aus Belohnungs- und Vergleichssystem, das Fitbit auf seiner Webseite bereitstellt, ist die Antwort. Auf dem Fitbit Dashboard erhält der Nutzer des Activity Trackers einen Überblick über seinen Aktivitätsgrad - über den er auch einmal pro Woche per E-Mail informiert wird - und über virtuelle Auszeichnungen - er kann dort auch weitere Informationen ergänzen. Die Webseite ist in der Desktop- wie in der mobilen Variante sehr übersichtlich gestaltet, wodurch sich der Nutzer ohne große Eingewöhnungszeit zurechtfindet.

Um die auf dem Fitbit Ultra gespeicherten Daten - die Anzahl der verbrauchten Kalorien, die erklommenen Etagen, die zurückgelegten Kilometer und Schritte sowie das Aktivitätslevel -  kabellos an das Dashboard zu übermitteln, muss zunächst eine Software auf dem Heimcomputer installiert werden, was im Test problemlos funktionierte. Ist diese Voraussetzung erfüllt, transferiert der Activity Tracker alle Schritte, Kilometer und Co. in das Web-Portal von Fitbit.

Schlafanalyse

Um den eigenen Schlaf zu analysieren, muss der Nutzer vor dem Schlafengehen die in den Fitbit Ultra integrierte Stoppuhr aktivieren - die sich natürlich auch im Training nutzen lässt - und nach dem Aufwachen wieder beenden. Auch diese Information wird dann bei der nächsten Datenübertragung an das Dashboard weitergeleitet und kann dort ausgewertet werden. Der Nutzer muss hierfür jedoch selbst in das System eingeben, dass er zu der betreffenden Zeit geschlafen hat, damit das Portal die gestoppte Zeit richtig analysiert und die Wach- und Schlafzeiten anzeigt.

Darüber hinaus kann der Nutzer weitere Details eintragen. So lassen sich beispielsweise die zu sich genommene Nahrung und die Menge an getrunkenem Wasser hinzufügen. Ähnlich der Autoergänzung bei der Google Suche kann der Nutzer hier aus einer Reihe vorgeschlagener Lebensmittel wählen und anschließend die verspeiste Menge eintragen.

Auf dem Weg zum Wunschgewicht

Ebenso lässt sich ein Wunschgewicht samt Zeitraum festlegen, in dem dieses erreicht werden soll. Automatisch berechnet das Web-Portal dann, wie viele Kalorien pro Tag verspeist werden dürfen, um dem Ziel stetig näher zu kommen.

Auf Wunsch kann der Anwender weitere Funktionen auf dem Web-Portal freischalten. Hierfür ist jedoch ein Premium-Account notwendig, der 50 US-Dollar im Jahr kostet. Ist der Nutzer bereit, dies zu zahlen, kann er sich unter anderem in einem anonymen Benchmark-Test mit anderen Fitbit Ultra-Sportlern vergleichen oder auch Informationen darüber erhalten, wie ausgewogen seine Essgewohnheiten sind. Auch ohne diese Extras bietet das Web-Portal jedoch genug Informationen.

Optimistische Schätzung

Auch ohne Premium-Account lassen sich im Fitbit-Portal zudem die getätigten Aktivitäten spezifizieren, was grundsätzlich zu empfehlen ist, um den eigenen Fitness-Plan exakter zu gestalten. Der Hersteller gibt zwar auf seiner Webseite an, dass die Genauigkeit der vom Fitbit Ultra errechneten Angaben zwischen 95 und 97 Prozent liegt. Tatsächlich weiß der Tracker aber natürlich nicht ohne die Nachhilfe des Nutzers, ob dieser nun eine halbe Stunde lang auf einem Standfahrrad verbracht hat oder nur auf dem Sofa saß.

Fitbit Ultra

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Der Fitbit Ultra ist in Schwarz-Blau und Schwarz-Pink erhältlich. (Bild: netzwelt)

Im Test zeigte sich zudem, dass der Fitbit Ultra den Kalorienverbrauch sehr optimistisch berechnet. Ein nächtlicher Ausflug auf die Reeperbahn von ungefähr fünf Stunden brachte mit Tanzen und Hin- und Rückweg sage und schreibe über 3.800 verbrauchte Kalorien, was laut der Aussage eines Fitness-Trainers dann doch etwas viel ist - selbst wenn es sich um eine Hardrock-Party handelt.

Eine etwas optimistische Rechnung kann aber auch für mehr Motivation sorgen, vorausgesetzt natürlich der gewünschte Erfolg stellt sich trotzdem ein. Möglichst wahrheitsgetreu die eigenen Aktivitäten anzugeben, empfiehlt sich also.

Selbstdisziplin ist gefragt

Natürlich birgt dies und die Tatsache, dass der Fitbit Ultra auch Schritte zählt, wenn der Nutzer lediglich seinen Arm schüttelt, die Gefahr, dass der innere Schweinehund siegt und der Anwender sich dazu entscheidet, lieber nur seinen Arm zu bewegen, anstatt eine Runde mehr zu laufen. Hier ist - wie immer im Sport - die eigene Selbstdisziplin gefragt, um das Training effektiv zu halten.

Außerdem macht es einem der Fitbit Ultra recht einfach, dem eigenen Fitness-Plan zu folgen, denn auch kleine Erfolge wie das Zurücklegen von 5.000 Schritten werden mit einer virtuellen Auszeichnung belohnt. Zusätzliche Motivation bringen die Vergleichsmöglichkeiten auf dem Fitbit-Portal.

Auf dem Fitbit-Dashboard behält der Nutzer den Überblick über seine Aktivitäten. (Quelle: Screenshot fitbit.com)

Vergleichen mit Freunden

Zum einen kann sich der Nutzer selbst vergleichen, da das Dashboard auch Statistiken über den Verlauf der eigenen Aktivitäten anbietet, und zum anderen kann er sein Fitbit-Profil mit Personen, die ebenfalls den Activity Tracker nutzen, verbinden oder sich mit seinen Facebook-Freunden über seine Erfolge austauschen.

Hier kommt dem Tracker genauso wie dem Fitbit-Webportal zugute, dass Informationen von Konkurrenzprodukten wie beispielsweise Nike+ und Withings ebenfalls synchronisiert werden können. Darüber hinaus sind unter anderem auch foursquare, Endomondo, Lose It, MyFitnessPal und Microsoft Health Vault kompatibel.

Für jeden Sport geeignet?

Der Tragekomfort des Fitbits ist sehr hoch. Er lässt sich einfach und bequem in der Armbinde platzieren und nahezu bei jedem Sport tragen, ohne dass der Tracker störend auffällt. Auch den Schlaf beeinträchtigte der Tracker im Test nicht.

Nicht geeignet ist er allerdings für Wassersportarten, denn wasserdicht ist Fitbit Ultra nicht. Schweiß soll für den Tracker dem Hersteller zufolge jedoch kein Problem sein. Die Akku-Laufzeit des Geräts reicht dabei laut den Angaben der PR-Agentur drei bis vier Tage, was sich auch im Test bestätigte. Aufgeladen wird der Tracker wieder per USB-Kabel.

Fazit

Der Fitbit Ultra kann nicht nur ein praktischer Trainingsbegleiter für Hobbysportler sein, sondern ist auch für Nutzer interessant, die weniger begeistert Sport treiben. Der Activity Tracker führt seinem Träger vor Augen, wie viel oder eben wenig er sich wirklich in seinem Alltag bewegt. Dies kann positiv überraschende wie auch erschreckende Resultate ans Licht bringen.

In jedem Fall kann einen das System aus Fitbit-Ultra und Fitbit-Portal dazu bringen, über sich selbst hinauszuwachsen und durch den stetigen Blick auf die eigenen Erfolge echten sportlichen Ehrgeiz zu entwickeln - die optimistischen Berechnungen des Trackers kommen diesem Ziel eher noch zugute.

In den USA ist der Fitbit Ultra für rund 100 US-Dollar zu erhalten. Eine deutsche Preisempfehlung steht noch nicht fest, wird aber genauso wie der Test der deutschen Apps und des Web-Portals von Fitbit sobald wie möglich nachgeliefert.

Auch eine netzwelt-TV-Episode beschäftigt sich mit dem Fitbit Ultra.

Kommentare zu diesem Artikel

Ende April kommt in Deutschland der Activity Tracker Fitbit Ultra auf den Markt. Was das Fitness-Gadget kann und ob es für mehr sportliche Motivation sorgt, erfahren Sie im netzwelt-Test.

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  • Florian Schumacher schrieb Uhr
    AW: Fitbit Ultra im Test: Fit werden mit dem Activity Tracker

    Ich verwende den Fitbit seit über einem halben Jahr und bin ziemlich zufrieden. Angespornt durch das Feedback hat sich meine Nutzung von Fahrrad und öffentlichem Nahverkehr stark verringert, und meine Laufleistung ist auf durchschnittlich 7 km pro Tag angestiegen. Einen ausführlichen Testbericht findet man auf meinem Blog www igrowdigital com.

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Der Fitbit Ultra ist ein Activity Tracker, der Nutzer zu mehr sportlichem Ehrgeiz verhelfen soll. Ob dem kleinen, schwarzen Clip dies gelingt, erfahren Sie im ausführlichen netzwelt-Test.
http://www.netzwelt.de/news/91600-fitbit-ultra-test.html
2012-03-30 17:03:17
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