Mehr als 50 Promis ausspioniert

Nacktbilder von Johansson: Hacker bekennt sich schuldig

Über Monate hinweg spionierte ein 35-jähriger US-Amerikaner prominente Persönlichkeiten wie Scarlett Johansson, Mila Kunis und Christina Aguilera aus. Teilweise veröffentlichte er Nacktbilder der Stars. Jetzt bekannte sich der Angeklagte für schuldig.

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Auch Christina Aguilera wurde Opfer des Hackers, der sich jetzt für schuldig erklärte. (Bild: Screenshot christinaaguilera.com)
Auch Christina Aguilera wurde Opfer des Hackers, der sich jetzt für schuldig erklärte. (Bild: Screenshot christinaaguilera.com)
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Im Oktober gelang des dem FBI Christopher Chaney festzunehmen, den man als den Hacker identifizierte, der Nacktfotos von Schauspielerin Scarlett Johansson in Umlauf gebracht hatte. Die "Operation Hackerazzi" hatte somit Erfolg. Am Montag, 26. März, bekannte sich Chaney jetzt vor dem verantwortlichen Gericht in Los Angeles als schuldig, wie die Los Angeles Times berichtet. Dabei geht es allerdings bei Weitem nicht nur um die Nacktbilder von Johansson.

"Passwort vergessen"-Funktion ausgenutzt

Der Hacker erklärte sich in neun Fällen für schuldig, bei denen es der Zeitung zufolge unter anderem um den unerlaubten Zugriff auf Computer und illegales Abhören ging. Chaney verschaffte sich Zugang zu E-Mail-Accounts von insgesamt 50 Stars. Im Zeitraum zwischen November 2010 und Oktober 2011 verschaffte sich Chaney Zugriff auf die E-Mail-Konten von Johannson, Mila Kunis, Christina Aguillera und weiteren Stars, indem er auf "Passwort vergessen" klickte.

Er konnte ein neues Passwort vergeben, indem er die Sicherheitsfragen dank öffentlich zugänglicher Informationen über die Betroffenen, die er im Internet suchte, richtig beantwortete. Anschließend legte er eine Weiterleitung an und erhielt so Kopien von E-Mails, die an die Stars gerichtet waren. Die Betroffenen warfen meistens keinen Blick in die Einstellungen und bemerkten so den Eingriff des Hackers nicht.

Bis zu 60 Jahre Haft

Chaney kam so in den Besitz zahlreicher privater Fotos und Dokumente. Mit dabei waren Verträge, Drehbücher und Informationen zur Sozialversicherung. Ein Teil des Materials, wie zum Beispiel die Nacktfotos von Johansson, gab Chaney an andere Hacker und Promi-Magazine weiter. Chaney drohen 60 Jahre Haft, das Urteil soll der britischen BBC zufolge am 23. Juli verkündet werden. Außerdem könnte auf Chaney im Rahmen einer Verständigung im Strafprozess ein Bußgeld in Höhe von 2,2 Millionen US-Dollar sowie Entschädigungszahlungen an die Opfer zukommen, die zwischen 15.000 und 400.000 US-Dollar liegen.

"Das Schuldeingeständnis wirft ein helles Licht auf die dunkle Unterwelt des Comupter-Hacking", sagte der für den Fall zuständige Staatsanwalt André Birotte. Der Fall demonstriere, dass wirklich jeder und somit auch bekannte Persönlichkeiten, Vorsichtsmaßnahmen treffen sollten, um ihre persönliche Informationen vor Hackern zu schützen.  

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