Neues Apple TV im Test

Schwarze Ränder bei Display-Spiegelung

Beim Spiegeln von Inhalten auf den Fernseher kann der Nutzer aber auch ganz auf Apple TV und das Netzwerk verzichten, indem er etwa auf einen digitalen AV-Adapter zurückgreift, wie ihn Apple anbietet. Der 40 Euro teure Adapter überträgt den iPhone- oder iPad-Inhalt ebenfalls auf den Bildschirm, wobei HD-Übertragung bis zu 1080p (außer Filme) unterstützt wird, während AirPlay Mirroring nur bis zu 720p funktioniert. Bei funk- und kabelbasierter Spiegelung wird das Bild nicht an die Fernseherbreite angepasst, sondern im 4:3-Format angeordnet, was zur Darstellung von schwarzen Rändern führt.

Werbung

Mit iCloud hat Apple einen praktischen Synchronisationsdienst vorgestellt: Einmal eingerichtet, werden ohne weitere Eingriffe Kalenderdaten, E-Mails, Nachrichten und andere Daten mit allen mobilen Apple-Geräten abgeglichen. Auf Apple TV hat iCloud nur teilweise Einzug gehalten: Mit der Streaming-Box greift der Nutzer auf den Fotostream zurück, der mit anderen Apple-Endgeräten befüllt wird. Die mit dem neuen iPad geschossenen Bilder erscheinen scharf auf dem Fernsehdisplay, aber sind natürlich, abhängig von der Farbgebung des TV-Displays, leicht bis stark verändert.

Musikbibliothek auf dem Fernseher

Als weiterer iCloud-Dienst steht auch iTunes Match auf dem Streaming-Client zur Verfügung. Damit steht die gesamte Musiksammlung für Abonnenten auch zum Abruf auf dem Fernseher bereit. Interessant dürfte die Nutzung für all jene sein, die Audiosignale per optischem Anschluss am Apple TV an HiFi-Systeme weiterreichen wollen.

Apple hat auch die Bedienoberfläche seines Streaming-Client aufgehübscht. Statt reinem Text wie in der Vorgängergeneration erscheinen für den Abruf von Filmen, Musik, für die Privatfreigabe und für den Zugriff auf Einstellungen jetzt bunte Schaltflächen, die an iPhone- und iPad-Apps erinnern. An Online-Diensten stehen in der zweiten und dritten Spalte unter anderem YouTube, Vimeo, Videos des Wall Street Journals, Flickr und das TV-Portal der Major Baseball League zur Verfügung. Auch der Abruf von Podcasts und Internetradio-Stationen ist möglich.

Ideal für Präsentationen: AirPlay Mirroring funktioniert seit dem iPad 2 und mit dem iPhone 4S. (Bild: netzwelt)
Ideal für Präsentationen: AirPlay Mirroring funktioniert seit dem iPad 2 und mit dem iPhone 4S. (Bild: netzwelt)

Abgeschlossenes System

Gerüchte, wonach Apple auch den App Store auf seine Streaming-Box bringt, zerschlugen sich bei der Präsentation. Wie gehabt, ist eine Erweiterung von Apple TV mit Miniprogrammen nicht möglich. Aufrüsten lässt sich die Streaming Box nur per Jailbreak, wie er auch auf Apples Smartphones möglich ist. 

Auf diese Weise sperrt man das geschlossene iOS-System für interessante Anwendungen wie den XMBC-Player auf. Die Abspielsoftware ermöglicht auch den Zugriff auf Netzwerkfreigaben und Nas-Systeme. Apple TV kann damit mächtig erweitert werden und erreicht den Leistungsumfang vieler anderer Streaming-Boxen. 

Fazit: Günstige Streaming-Box für iTunes-Freunde

Apple TV ist nach wie vor interessant für alle, die ihren Fernseher mit Internetzugang nachrüsten und auf iTunes im Wohnzimmer zugreifen wollen. AirPlay und AirPlay Mirroring sind dabei schicke Ergänzungen für Apple-Nutzer mit iPhone und iPad im Schlepptau.

Die 1080p-Unterstützung dürfte für einige Nutzer Grund genug sein, das Gerät der Vorgänger-Generation gegen ein neues Apple TV einzutauschen, zumal der Preis mit 109 Euro recht niedrig ist. Ansonsten können Interessierte auch auf den Fernseher von Apple warten, der mit ähnlichen Funktionen aufwarten dürfte. Allerdings ist unklar, ob und wann der Hersteller aus Cupertino solch ein Gerät auf den Markt bringt. Apple TV steht dagegen schon in den Läden. 

Links zum Thema



Forum