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Plantronics Voyager PRO UC im Test
Telefonieren ohne Knöpfe

von Annika Demgen Uhr veröffentlicht

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Die Sensoren des Bluetooth-Headsets Voyager PRO UC von Plantronics sollen dafür sorgen, dass der Nutzer Anrufe annehmen und beenden kann, ohne einen Knopf drücken zu müssen. Netzwelt hat geprüft, was die Technik wirklich kann.

Plantronics hat auf der diesjährigen CeBIT die neue Smart Sensor-Technologie präsentiert. Durch diese können Nutzer eines entsprechenden Bluetooth-Headsets einen Anruf annehmen, ohne einen Knopf drücken zu müssen. Das Gerät erkennt selbst, wann es getragen wird und wann nicht. Das erste Modell des Herstellers, das diese Technik unterstützt, ist das Voyager PRO UC. Netzwelt hat das Headset getestet und neben den Smart Sensor auch noch andere Qualitäten entdeckt.

Das Voyager PRO UC (v2) B230 ist beispielsweise nicht nur für das freihändige Telefonieren gut, sondern integriert ebenfalls die A2DP-Technologie, durch die Audioinhalte wie Musik über das Headset wiedergegeben werden können. Die Audioleistung des Plantronics-Modells liegt bei 6.800 Hertz. Darüber hinaus ist es möglich - vorausgesetzt das verbundene Gerät besitzt eine solche Funktion - Sprachbefehle über das Headset an das mobile Telefon zu leiten.

Smart Sensor-Technologie

Zentrales Element des Headsets ist, wie eingangs bereits erwähnt, die Smart Sensor-Technologie, die Hersteller Plantronics im Zusammenhang mit dem Voyager Pro UC bewirbt. Auch im Test konnte die neue Technik überzeugen. Bei einem Anruf auf das verbundene Smartphone wird das Gespräch automatisch an das Headset weitergeleitet, sobald der Nutzer das Voyager Pro UC ans Ohr legt. Die eingebauten Sensoren unterscheiden dabei zwischen einem einfachen Hochheben des Geräts und einem tatsächlichen Anlegen des Headsets.

Genauso bemerken die Sensoren auch, wenn der Nutzer das sogenannte SmartSet wieder ablegt, was das Gespräch auf das Smartphone zurückleitet - praktisch, wenn der Nutzer während des Gesprächs zwischen Headset und Mobiltelefon wechseln will. Auch bei der Musikwiedergabe funktionieren die Sensoren und pausieren den laufenden Song, wenn der Nutzer das Headset ablegt.

Benutzung am PC

Abgesehen von der Verwendung in Kombination mit einem mobilen Telefon ist das Modell von Plantronics auch mit einem PC oder Mac genauso wie einem tragbaren Computer verwendbar. Hierfür muss lediglich der mitgelieferte Bluetooth-USB-Adapter eingesteckt werden und schon kann es losgehen.

Die Verbindung zwischen USB-Empfänger und Headset gelang im Test genauso unkompliziert wie die Verbindung mit dem Smartphone. Zwei Geräte gleichzeitig lassen sich jedoch nicht mit dem Voyager PRO UC verwenden. Nützliche Zusatzfunktion ist hier die Sprachansage, die den Nutzer darüber informiert, ob das Headset mit dem gewünschten Gerät verbunden ist. Auch über den Akku-Stand informiert die Stimme im Ohr, verrät allerdings nicht die Rufnummer oder den Kontaktnamen bei eingehenden Anrufen.

Extra-Software notwendig

Besteht eine Verbindung zwischen PC und Headset, kann das Gerät für Telefonate über Softphones wie beispielsweise Skype oder auch Microsoft Lync genutzt werden. Auch in diesem Fall soll die Smart Sensor-Technologie dem Headset sagen, wann der Nutzer das Modell zum Telefonieren nutzen will. Zuvor muss allerdings eine Software vom Hersteller auf dem Rechner installiert werden. Die Plantronics Spokes Software ist kostenlos auf der Webseite des Unternehmens zu finden.

Mithilfe des Programms kann der Nutzer nun die Einstellungen des Headsets konfigurieren sowie Updates ausführen lassen und Informationen über den Batteriestatus erhalten. Im Test gelang das Annehmen eines Anrufes via Skype durch Einsetzen des Plantronics-Modells ohne Verzögerung. Das Beenden des Gespräch bedurfte jedoch auch beim dritten Versuch eines separaten Knopfdrucks und auch der Status änderte sich bei Ablegen des Headsets nicht in Abwesend. Die Smart-Sensor-Technologie funktioniert hier also nicht fehlerlos.

Geräuschfilterung

Auch wenn die zusätzlichen Sensoren das Voyager PRO UC um eine nützliche Funktion erweitern, ist das Herzstück eines jeden Bluetooth-Headsets selbstverständlich die Sprachqualität. Beim Plantronics-Modell sorgen hierfür zwei Mikrofone mit digitaler AudioIQ-Noise-Cancelling-Technologie in Kombination mit der dreistufigen WindSmart-Technologie. Beide zusammen sollen störende Hintergrundgeräusche herausfiltern, damit ein Gespräch über das Headset ohne Schreierei und Wiederholungen gelingt.

Plantronics Voyager PRO UC

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Im Lieferumfang des Geräts sind eine Tasche und weitere Ohrstöpsel enthalten. (Bild: netzwelt)

Tatsächlich gelang der Technik die Reduzierung der Hintergrundgeräusche sehr gut. Selbst vorbeidonnernde Laster konnten das Gespräch nicht stören und beide Gesprächspartner konnten sich laut und deutlich verstehen. Einziger Makel des Voyager PRO UC in diesem Bereich ist ein leichtes Rauschen im Hintergrund, das geräteunabhängig auftrat. Die maximale Sprechzeit bei Vollladung liegt dem Hersteller zufolge bei rund sechs Stunden. 90 Minuten dauert es, bis das Modell wieder aufgeladen ist.

Unbequemer Sitz

Allerdings ist es fraglich, ob ein Nutzer das Modell tatsächlich sechs Stunden am Ohr tragen will, schon nach weitaus kürzerer Zeit wurde das Gewicht von 17,5 Gramm am Ohr unangenehm. Das ergonomische Design des Ohrbügels brachte hier keine große Erleichterung. Darüber hinaus ist das Anlegen des Headsets anfänglich etwas schwierig. Mit ein bisschen Übung sollte es aber ohne größere Verzögerungen zu bewerkstelligen sein. Ist das Plantronics-Modell einmal eingesetzt, hält es auch einen kürzeren Sprint durch, ohne aus dem Ohr zu fallen.

Die Verarbeitung des Plantronics Voyager PRO UC ist grundsätzlich gut gelungen. Weder störende Nähte noch lockere Schaniere fallen auf. Das Zubehör des Headsets ist zudem sehr umfangreich. Neben einer ansprechend gestalteten Tasche findet sich auch ein AC-Adapter in dem Paket genauso wie zusätzliche Ohrstöpsel.

Fazit

Vor allem die Herausfilterung der Hintergrundgeräusche bei einem Telefonat überzeugte beim Voyager PRO UC von Plantronics. Die neue Smart Sensor-Technologie funktioniert bis auf einige Probleme am Rechner gut und erweist sich im Alltag garantiert als nützlich. Interessierte sollten sich allerdings vor dem Kauf die Frage stellen, ob ihnen diese Funktion 149 Euro exklusive Mehrwertsteuer wert ist, denn so viel möchte der Hersteller für sein Headset haben.

Im Internet ist das Gerät zwar für rund 30 Euro günstiger zu finden, aber angesichts dieses Preises fallen kleinere Mängel am Tragekomfort und die Installation einer zusätzlichen Software natürlich stärker ins Gewicht. Wer nach einer etwas günstigeren Alternative sucht, sollte einen Blick auf den Vergleichstest werfen oder sich das Jawbone Era anschauen. Dieses Bluetooth-Headset kann qualitativ problemlos mit dem Voyager PRO UC mithalten und fällt mit 120 Euro etwas günstiger aus. Einen ausführlichen Testbericht zum Jawbone Era finden sie hier auf netzwelt.

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Plantronics Voyager PRO UC im Test
Plantronics Voyager PRO UC im Test
Plantronics hat mit seinem Voyager PRO UC ein Bluetooth-Headset auf den Markt gebracht, das die neu vorgestellte Smart Sensor-Technologie integriert. Netzwelt hat sich die Technik angeschaut.
http://www.netzwelt.de/news/91469-plantronics-voyager-pro-uc-test.html
2012-03-25 09:45:21
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/haeufige-nutzung-facebook-sowohl-negative-positive-auswirkungen-haben-bild-screenshot7034.png
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