Mails seit dem Wochenende im Umlauf

Megaupload: Kanzlei verschickt gefälschte Abmahnungen

Seit dem Wochenende kursieren offenbar falsche Abmahnmails, in denen Nutzern vorgeworfen wird, illegale Downloads auf der kürzlich abgeschalteten Filesharing-Seite Megaupload getätigt zu haben. Die E-Mails stammen von der Anwaltskanzlei Dr. Kroner und Kollegen, die jedoch offensichtlich nicht existiert.

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Seit dem Wochenende kursieren Abmahnmails, die den Adressaten vorwerfen illegale Downloads auf Megaupload getätigt zu haben. (Bild: Screenshot Megaupload)
Seit dem Wochenende kursieren Abmahnmails, die den Adressaten vorwerfen illegale Downloads auf Megaupload getätigt zu haben. (Bild: Screenshot Megaupload)
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Wie der Blog Eleven-Security und auch die Online-Ausgabe des Main-Echo Main-Netz.de berichten, sind die Abzockmails von einem Anwalt mit dem Namen Dr. Klaus Kroner unterzeichnet. Eine entsprechende Suche im Online-Verzeichnis der Bundesrechtsanwaltskammer und bei der Rechtsanwaltskammer München bringe jedoch keine Ergebnisse unter diesem Namen.

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Gefälschte Webseite

Auch die Webseite der Kanzlei, auf die in der E-Mail verwiesen wird, barg auffällige Mängel. Wie Eleven-Security berichtet, war das Layout zwar professionell gestaltet, aber einige Menüpunkte führten auf leere Seiten. Inzwischen ist die Seite nicht mehr zu erreichen. Wie Main-Netz.de schreibt, hat der Provider United-Domains die Webseite gesperrt.

In dem Schreiben der angeblichen Anwälte wurde Nutzern vorgeworfen, in der Zeit zwischen Februar und November 2011 Audio- und Videodateien auf Megaupload illegal heruntergeladen zu haben. Den Angaben von Eleven-Security zufolge behauptet die Kanzlei, führende Plattenlabels wie Sony BMG und Universal Music zu vertreten, und fordert den Addressaten zu einer Vergleichszahlung von knapp 147 Euro auf. Komme er dieser Zahlungsaufforderung nicht nach, würden rund 891 Euro fällig. Der Gegenstandswert betrage dabei sogar 10.000 Euro.

Hinweise auf Fälschung

Neben den genannten Auffälligkeiten weisen auch andere Faktoren auf eine Fälschung hin. Beispielsweise ist in dem Schreiben keine Festnetznummer angegeben und der mitgelieferte Zahlungsträger verweist auf eine Bank in der Slowakei.

Nutzer, die eine solche E-Mail erhalten haben, sollten das Anschreiben zunächst ignorieren, empfiehlt Eleven-Security. Bei Zweifeln oder einer erneuten Zahlungsaufforderung sollten sich die Betroffenen an einen Anwalt oder eine Verbraucherzentrale wenden. Wie Main-Netz.de berichtet, haben einige Nutzer die Kanzlei zudem bereits bei der Polizei angezeigt.

Handelt es sich im aktuellen Fall noch um einen Betrugsversuch, könnten Premium-Kunden von Megaupload demnächst dennoch einen Brief der Staatsanwaltschaft Dresden erhalten. Diese gab gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus an, ein Strafverfahren gegen ehemalige Nutzer des Filesharing-Portals einleiten zu wollen.

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