Verkehrte Netzwelt: Das "Internet der Dinge"

Der intelligente Futterautomat

Auch ohne Herrchen ist das Leben gut, wenn man ein "Internet der Dinge"-Set am Hals trägt. Wenn der Mensch morgens aus dem Haus hetzt, um seinen Bus zu kriegen, ist Hermes der Chef im Eigenheim. Nähert er sich dem Fressnapf, dann weiß die dahinterstehende Futterbox gleich, dass Hermes zu Speisen wünscht und lässt eine Portion Premium-Fleisch, beispielsweise mit Pute und Reis, in den Napf gleiten. Sollte Hermes eine halbe Stunde später wieder kommen, dann gibt's einen Nachschlag. Aber danach ist Schluss und bisher ist es Hermes noch nicht gelungen, das System zu überlisten.

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Dafür kann er ja eine Runde spazieren gehen. Dazu nähert er sich der Tür zur Terrasse, die geht von selbst auf und der Hund dreht eine Runde in der Nachbarschaft. Die Tür geht inzwischen von selbst wieder zu.

Der gemütliche Abend

Wenn der Mensch abends nach Hause kommt, müde aber glücklich von einem weiteren erfolgreichen Tag im Büro, in dem auch alles voller "Dinge mit Internet" steckt, dann wirft er seine Sachen einfach aufs Bett. Das zerknüllte Hemd verspürt ein hygienisches Bedürfnis, piept via RFID die Waschmaschine an. "Erbitte Waschgang, Feinwäsche, 30 Grad und danach Schleudern bei 400 Umdrehungen, bitte". "Ok, kein Thema", meint die Waschmaschine. Sie hatte schon letzte Woche eine neue Packung Feinwaschpulver bestellt und der Lieferant war gestern gekommen.

Gesegnet sei das "Internet der Dinge".

Der wohlverdiente Feierabend

Während der Mensch seinen wohlverdienten Feierabend auf der Couch vor dem sich selbst bedienenden Multimedia-System genießt, krault er Hermes am Hals. Der Hund ist auch gerade heimgekommen, hat sich in der Küche sein Abendbrot (Lammfleisch mit Reis) organisiert und ist wieder daran gescheitert, den Futterautomaten auszutricksen. Nur ein paar Leckerli mit Vitaminen hat dieser Schuft von Futterautomat rausgelassen. Ein echter ARM-Leuchter war das.

Seinem Herrchen war es aber auch nicht besser ergangen. Die Mikrowelle hatte eine Mail vom Hausarzt mit Diät-Tipps bekommen und sich daraufhin standhaft geweigert, nach der Portion "Hühnchen Geschnetzeltes" auch noch zwei Pizza-Baguettes zu erhitzen. Zu allem Überfluss hatte der Kühlschrank, vorgewarnt durch eine SMS von der Mikrowelle, kaltschnäuzig das Fach blockiert, in dem das "Magnum Classic" lag. Auf dem in der Kühlschranktür eingelassen Display erschien die Meldung "Derzeit kein Zugang möglich. Cholesterin-Alarm."

Dieser elende, dreckige Lump von einem Kühlschrank. Der Blitz soll in ihn fahren. Verflucht sei das "Internet der Dinge"…  


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