Sie sind hier:
 

iCloud in Outlook und Thunderbird
Dienst außerhalb von Apple Mail einrichten

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Apple ersetzt mit iCloud den bisherigen E-Mail-Dienst MobileMe - und bietet weit mehr Möglichkeiten, als die meisten Anwender wissen. So können Nachrichten etwa auch mit Thunderbird und Co. abgerufen werden.

Apple hat angekündigt, MobileMe nur noch bis zum 1. Juli 2012 zu betreiben - spätestens an diesem Tag ist ein Umstieg auf iCloud notwendig. Die E-Mail-Funktionen des Apple-Dienstes gehen deutlich über die allgemein bekannten Eigenschaften hinaus: So können E-Mails von iCloud zum Beispiel auch mit Thunderbird abgerufen werden.

Der E-Mail-Empfang und -Versand über iCloud unterliegt zahlreichen Beschränkungen.

Apple ist dafür bekannt, nicht mehr unterstützte Programme und Dienst relativ schnell einzustellen - das gilt nicht zuletzt für MobileMe: Spätestens am 1. Juni 2012, etwa ein Jahr nach der Ankündigung von iCloud, ist kein Zugriff auf den alten Webdienst mehr möglich. Auch E-Mails ziehen dann auf die neue Plattform um.

Höchstgrenzen

Bei iCloud gilt es einige Besonderheiten zu beachten, die Apple tief in den Support-Artikeln versteckt hat: So ist zum Beispiel die Anzahl der E-Mails, die pro Tag insgesamt über ein iCloud-Konto gesendet werden können, auf 200 beschränkt. Nutzer, die iCloud für ihren beruflichen E-Mail-Verkehr nutzen, können durchaus an diese Grenze stoßen, die sich allerdings auch durch den iCloud-Support nicht ändern lässt - sie haben dann nur noch die Möglichkeit, auf einen alternativen SMTP-Server oder gleich einen Freemail-Anbieter wie GMX auszuweichen.

Die Anzahl unterschiedlicher Empfänger, die pro Tag angeschrieben werden kann, ist derzeit auf den Wert von 1.000 beschränkt, wobei eine einzelne E-Mail maximal an 100 Personen gesendet werden kann - iCloud taugt also auch nicht für den Betrieb einer Mailingliste. Die Größe ein- und ausgehender Nachrichten kann höchstens 20 Megabyte betragen, was wohl die schlimmste Einschränkung der iCloud ist.

Externer Abruf

Der positive Aspekt: Apple führt bei iCloud die gute Tradition fort, seine Angebote auf allgemein akzeptierte Standards aufzubauen: E-Mail-Adressen, die bei iCloud gehostet werden, können nicht nur mit Apple Mail in Mac OS X oder iOS abgerufen werden, sondern mit jedem IMAP-fähigen E-Mail-Programm. Das ermöglicht Nutzern, das E-Mail-Postfach von iCloud zum Beispiel auf ihrem iPhone oder iPad zu aktivieren und gleichzeitig auf ihrem PC einzurichten, ohne die offizielle iCloud-Konsole für Windows installieren zu müssen. Die Server-Adress für den Posteingang (IMAP-Protokoll) lautet "imap.mail.me.com", der Postausgang (SMTP-Protokoll) kann unter "smtp.mail.me.com" erreicht werden. In beiden Fällen sollten Nutzer beachten, dass Apple die Verwendung der SSL-Verschlüsselung zwingend vorschreibt. Als Benutzername ist die persönliche E-Mail-Adresse anzugeben, das Passwort entspricht ebenfalls der Apple ID.

Im Kurztest klappte die Verbindung zum E-Mail-Postfach in Microsoft Outlook und Mozilla Thunderbird ohne Schwierigkeiten - obwohl Apple dritte Anwendungen ausdrücklich nicht unterstützt. Im Vergleich zu anderen E-Mail-Anbietern müssen Apple-Kunden lediglich auf die Nutzung des POP3-Protokolls verzichten, mit dem eine automatische Löschung abgerufener E-Mails auf dem Server möglich wäre: Apple bietet dieses gar nicht erst an, da es ohnehin als veraltet gilt und bei Nutzung mehrerer Endgeräte zu Problemen führen kann.

Spam-Ordner

Sofern Nachrichten doch über Apple Mail abgerufen werden, sollten Anwender die richtigen Einstellungen für den Spam-Ordner setzen: Apple empfiehlt ausdrücklich, in den Einstellungen den sogenannten "Filter für unerwünschte Werbung" zu aktivieren und einzustellen, dass als Spam klassifizierte Nachrichten in das dafür vorgesehene Verzeichnis verschoben werden. In den Einstellungen des iCloud-Postfachs sollte zusätzlich die Option aktiviert sein, dass unerwünschte Werbung auf dem Server gesichert wird - erst dann verhält sich Apple Mail unter Mac OS X und iOS genauso, wie es Anwender schon von der webbasierten Variante kennen. Schade ist, dass Apple auf seiner Support-Website keine genaueren Ausführungen macht, welche Kriterien für die Spam-Prüfung angelegt werden, sodass die E-Mail-Filterung nicht zu durchschauen ist.

Apple empfiehlt ausdrücklich, für iCloud-Postfächer den Spam-Filter zu aktivieren.

Fazit

Die E-Mail-Funktionen von iCloud stehen MobileMe in nichts nach. Schade ist allerdings, dass Apple bislang noch nicht die Möglichkeit bietet, auch externe E-Mail-Adressen zu verwenden - bei Google Mail und anderen Diensten ist das schon lange möglich. Hier sollte der weltgrößte IT-Konzern dringend nachbessern.

Kommentare zu diesem Artikel

Apple ersetzt mit iCloud den bisherigen E-Mail-Dienst MobileMe - und bietet weit mehr Möglichkeiten, als die meisten Anwender wissen. So können Nachrichten etwa auch mit Thunderbird und Co. abgerufen werden.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!