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Sandisk Eye-Fi Test
Bilder drahtlos von der Kamera auf den Rechner übertragen

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Zu schön um wahr zu sein: Die Eye-Fi-Speicherkarte von Sandisk überträgt Fotos drahtlos und macht Schluss mit dem Kabelsalat. Allerdings offenbaren sich im Test gleich mehrere Haken.

Nie wieder Kabelsalat: Die Eye-Fi-Speicherkarten von Sandisk verfügen über ein WLAN-Modul, mit dem sie Fotos und Videos drahtlos übertragen. Die Dateien lassen sich sowohl im heimischen Netzwerk direkt auf den Rechner kopieren, als auch unterwegs in einen Online-Speicher ablegen - allerdings mit mehreren großen Haken.

Notwendige Vorbereitungen

Die Eye-Fi-Speicherkarte von Sandisk lässt sich zwar wie eine gewöhnliche SDHC-Karte einfach in eine Kamera oder ein Kartenlesegerät einlegen. Um ihre WLAN-Funktionen ausnutzen zu können, muss der Fotograf die Speicherkarte jedoch mithilfe seines Computers einrichten.

Die Installationsdateien für das Eye-Fi Center befinden sich direkt auf der Speicherkarte. Nach der Installation des Programms muss der Nutzer sich ein Konto anlegen. Anschließend kann er über Datei -> Einstellungen -> Eye-Fi-Karte die Zugangsdaten für drahtlose Netzwerke eintragen.

Die Karte bietet Platz für 32 private WLANs, die sich jedoch nur über die Software eintragen lassen. Mit unserer Testkamera Canon Powershot S100 war es nur möglich, das WLAN-Modul ein- und auszuschalten. Neue drahtlose Netzwerke ließen sich unterwegs nicht mit der Kamera hinzufügen.

In der Praxis

Die Eye-Fi-Karte muss anschließend in die Kamera eingelegt und im Menü eingeschaltet werden, damit ihr WLAN-Modul aktiv ist. Befindet sie sich in in Reichweite eines abgespeicherten drahtlosen Netzwerks, lädt sie automatisch die Fotos und Videos in den vorher festgelegten Ordner auf dem Rechner. Von Hotspots erfolgt der Upload in den zugehörigen Online-Speicher Eye-Fi View, der in der kostenlosen Version die Bilder allerdings nur sieben Tage lang aufbewahrt. Hier lassen sich die Aufnahmen nicht nur anschauen, sondern auch mit Freunden teilen.

Sandisk Eye-Fi im Test

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Die SDHC-Speicherkarte verfügt über ein WLAN-Modul. (Bild: netzwelt)

Im Test erfolgte der Upload der Bilder sehr schnell und jedes Mal, wenn die Kamera den Wirkungskreis des Redaktions-WLANs erreichte, lud sie automatisch die neu hinzugekommenen Bilder auf den Rechner.

Um den Akku der Kamera zu schonen, empfiehlt es sich, das Funk-Modul der Eye-Fi nicht dauerhaft zu aktivieren, sondern nur in Bereichen von bekannten drahtlosen Netzwerken einzuschalten.

Abofalle für Hotspot-Nutzung

Sandisk bietet auch an, dass der Nutzer mit seiner Eye-Fi-Karte angeblich Millionen von WLAN-Hotspots kommerzieller Anbieter auf der ganzen Welt nutzen kann. Allerdings erinnert das Angebot an eine Abofalle. In den Einstellungen der Software findet sich nur die Schaltfläche "Upgrade durchführen" und keine Preisangabe. Nach dem Klick lädt sich ein Textfeld im Browser, bei dem schon die zwei Buttons "Abnahme" und "akzeptieren" stutzig machen. Wer anfängt den Text zu lesen, stolpert schnell darüber, dass er einen Vertrag über 12 Monate mit jährlicher Zahlung abschließen soll, der sich automatisch verlängert. Auch hier ist immer noch nicht ersichtlich, was das für Reisende durchaus praktische Angebot kosten soll.

Apps für iOS und Android

Sandisk bietet Eye-Fi-Apps für iOS und Android an. Mit deren Hilfe lassen sich die Fotos auch von der Speicherkarte per WLAN auf Smartphones und Tablets übertragen, um sie dort weiter zu bearbeiten oder einfach nur anzuschauen.

Aus dem Eye-Fi Center lassen sich Fotos automatisiert bei über 25 Sharing-Seiten wie Facebook, Fickr, Picasa, Evernote und sogar direkt auf FTP-Server hochladen. Selbst Apples MobileMe unterstützt die Software noch, hier ist dringend ein Update zur iCloud nötig.

Mit Geotagging bietet die Eye-Fi-Karte einen weiteren kostenpflichtigen Zusatzdienst an. Zahlende Nutzer können ihre Fotos mithilfe der WLAN-Netze mit Angaben zum Standort versehen lassen.

Fazit: Nur bedingt sinnvoll

Technisch funktionierte die SDHC-Speicherkarte mit WLAN einwandfrei. Mit der fehlenden Möglichkeit, sich unterwegs in ein drahtloses Netzwerk einzuwählen, eignet sich die Eye-Fi von Sandisk jedoch nur für einen kleinen Personenkreis. Zudem sind zu viele Zusatzdienste kostenpflichtig, wobei die fehlenden Preisangaben zusätzlich abschreckend wirken.

Sandisk bietet die Eye-Fi SDHC-Karte mit vier und acht Gigabyte großem Speicherplatz an. Bei den günstigsten Online-Händlern kosten sie inklusive Versand 45 beziehungsweise 55 Euro.

Eine sinnvolle Alternative stellen Kompaktkameras dar, die über ein direkt eingebautes WLAN-Modul verfügen. Allerdings bietet derzeit nur Samsung mit der SH100, der ST80 oder der ST5500 entsprechende Modelle an. Bei ihnen lassen sich in der Regel alle Einstellungen direkt in der Kamera vornehmen und auch unterwegs neue Netzwerke hinzufügen.

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Zu schön um wahr zu sein: Die Eye-Fi-Speicherkarte von Sandisk überträgt Fotos drahtlos und macht Schluss mit dem Kabelsalat. Allerdings offenbaren sich im Test gleich mehrere Haken.

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Sandisk Eye-Fi Test
Sandisk Eye-Fi Test
Das klingt verlockend: Lesegerät und Kabelsalat sollen mit der WLAN-fähigen Speicherkarte Eye-Fi von Sandisk der Vergangenheit angehören. Allerdings ist nicht alles Gold, was glänzt.
http://www.netzwelt.de/news/91339-sandisk-eye-fi-test.html
2012-03-13 17:02:31
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/veer-per-induktion-ueber-touchstone-geladen-7011.jpg
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