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Tablet-PC kaufen
Das richtige Tablet für Ihre Bedürfnisse

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Apples iPad belebte das Segment der Tablet-PCs neu. Seit der Veröffentlichung des ersten Flachcomputers aus Cupertino im Jahr 2010 ist eine Flut an Geräten erschienen. Netzwelt verrät, wie Sie darin das richtige Tablet für sich finden.

Tablet-PCs sind seit der Vorstellung von Apples iPad vor knapp zwei Jahren in aller Munde. Mittlerweile gibt es die Flachcomputer in allen erdenklichen Größen, samt beiliegendem Stift oder ohne und mit verschiedenen Betriebssystemen. Netzwelt verrät, wie Sie in der Geräteflut das richtige Modell für sich finden und welche Fragen Sie sich vor dem Kauf eines Tablets stellen sollten.

Apples iPad löste 2010 den Trend zum Tablet-PC aus. (Quelle: Apple)

Muss es ein Tablet sein?

Bevor Sie sich einen Tablet-PC zulegen, sollten Sie sich überlegen, wofür Sie den Flachcomputer nutzen wollen. In vielen Haushalten sind bereits Smartphone, Rechner, Laptop und E-Book-Reader vorhanden, die in Kombination bereits alle Funktionen und Eigenschaften eines Tablet-PCs bieten.

Daher heißt es Hand aufs Herz: Brauchen Sie wirklich noch einen zusätzlichen Flachcomputer oder reicht auch ein Smartphone mit größerem Display beziehungsweise ein leichterer Laptop? Viele Hersteller bieten auch Hybrid-Modelle aus Tablet und Smartphone (Dell Streak, Galaxy Note) oder Tablet und Notebook (Dell Inspiron Duo) an. Möglicherweise erfüllt ein solches Produkt Ihre Bedürfnisse eher und macht den Kauf eines Tablet-PCs überflüssig.

Zusammenspiel mit anderen Geräten

Soll Ihr Tablet-PC mit anderen Geräten im heimischen Wohnzimmer interagieren - etwa PC, Fernseher, Laptop, NAS oder Smartphone? Dann sollten Sie zunächst einmal einen Blick auf die Hersteller-Etiketten dieser Geräte werfen. Nicht nur für Apple-Produkte gilt, das sie untereinander perfekt zusammenspielen. Besteht Ihr gesamtes Home Entertainment-System also beispielsweise aus Sony-Hardware, ist die Anschaffung eines Sony-Tablets sinnvoll, anstatt sich die Mühe zu machen, ein konzernfremdes Produkt in das System zu integrieren.

Setzen Sie daheim dagegen auf verschiedene Hersteller, dann sollten Sie beim Tablet-Kauf darauf achten, dass Ihr Gerät möglichst umfangreiche Vernetzungsmöglichkeiten bietet. Neben Unterstützung für Funkstandards wie DLNA, WLAN oder Bluetooth sollte zumindest eine USB-Schnittstelle vorhanden sein, noch schöner ein zusätzlicher HDMI-Anschluss. Zu beachten ist hier: Die meisten Hersteller verbauen sogenannte Micro-Anschlüsse, daher benötigen Sie zum Anschluss an ihre Heimgeräte ein entsprechendes Adapterkabel. Apple und Samsung setzen bei einigen ihrer Tablets zudem proprietäre Anschlüsse ein, für die ebenfalls Adapter benötigt werden.

Couchsurfing vs. Mobile Computing

Beim Tablet-Kauf müssen Sie sich zunächst für eine Bildschirmgröße entscheiden. Die gebräuchlichsten Größen sind 7 und 9,7 beziehungsweise 10 Zoll. Einige Hersteller wählen einen Mittelweg und bieten Tablet-PCs mit einer Bilddiagonale von 8,9 Zoll an. Zusätzlich gibt es Ausreißer nach oben wie das WeTab mit einer Größe von 11,6 Zoll.

Der Vorteil kleinerer Geräte ist ihre Transportabilität. Ein sieben Zoll großes Galaxy Tab verstauen Sie problemlos in der Innentasche ihres Jackets. Für Apples iPad müssen Sie dagegen schon einen Rucksack mitnehmen. Der Nachteil größerer Tablet-PCs ist aber gleichzeitig ihr Vorteil: Lesen und Surfen macht auf einem 10-Zoll-Gerät einfach mehr Spaß als auf einem 7-Zoll-Tablet. Wer viel lesen, aber das Tablet wenig mit sich herum tragen will, sollte daher eher zu einem größeren Gerät greifen.

Die Frage nach der Pixel-Zahl

Neben der Displaygröße spielt mittlerweile im Tablet-Bereich auch die Auflösung des Displays eine Rolle. Die höchste Auflösung bietet Apples neues iPad mit 2.048 x 1.536 Pixeln, aber auch die Konkurrenz hat hochauflösende Displays zu bieten, etwa Asus beim Transformer Prime Infinty mit 1.920 x 1.200 Pixeln. Solch hochauflösende Displays sind vor allem für Anwender interessant, die auf ihrem Tablet vornehmlich spielen oder Filme in Full HD genießen wollen.

Tablets mit hochauflösenden Displays sind vor allem für Gamer interessant. (Quelle: Apple)

Vorteile bieten die hochauflösenden Tablets auch für Nutzer, die viel auf dem Tablet-PC lesen. Nutzen Sie ihr Tablet ausschließen zum Schmökern in E-Books, sollten Sie aber den Kauf eines deutlich günstigeren E-Book-Readers in Erwägung ziehen.

Unterwegs ins Internet oder nicht?

Die meisten Tablet-PCs gibt es in verschiedenen Varianten. Neben einer Version, die nur via WLAN ins Web gehen kann, bieten die Hersteller zumeist eine Version des Flachcomputers an, die sich auch über das Mobilfunknetz ins Internet einwählen kann. Derzeit surfen Sie hier zulande noch mit 3G-Geschwindigkeit durchs Netz. Die neuen schnellen LTE-Netze (4G) befinden sich erst im Aufbau, LTE-Tablets sind daher hierzulande noch Mangelware. Apples neues iPad unterstützt zwar bereits den neuen Mobilfunkstandard, aber nicht die hierfür in Deutschland verwendeten Frequenzen.

Der Vorteil der Varianten mit Mobilfunkanschluss: Sie können mit Ihrem Tablet auch unterwegs surfen, vorausgesetzt Sie haben Empfang. Mit der reinen WLAN-Version sind Sie dagegen unterwegs auf einen Hotspot angewiesen. Der Nachteil: Zumeist ist die Variante mit Mobilfunknetz teurer als die reine WLAN-Version. Bei Samsung zum Beispiel beträgt der Preisunterschied aktuell zwischen 40 und 90 Euro, bei Marktführer Apple sogar bis zu 120 Euro. Hinzu kommen weitere Kosten für einen entsprechenden Datenvertrag. Angemerkt sei auch, dass die Geräte mit Mobilfunkanbindung in der Regel auch etwas schwerer sind als die reinen WLAN-Versionen.

Mit Tethering und Multi-SIM sparen

Hand aufs Herz! Surfen Sie wirklich so oft unterwegs, dass sich der Aufpreis für die 3G-Variante lohnt? Beim Urlaub im Ausland werden Sie beispielsweise aufgrund von Roaming-Gebühren in der Regel eher auf einen Hotspot zurückgreifen und wollen Sie gelegentlich doch unterwegs ins Internet, können Sie beispielsweise auch mit ihrem Smartphone einen WLAN-Hotspot aufbauen - vorausgesetzt Ihr Mobilfunkanbieter erlaubt dies.

Einige Hersteller bieten auch die Möglichkeit, die 3G-Fähigkeit später mit einem USB-Surfstick nachzurüsten. Für die meisten Anwender dürfte daher die WLAN-Version vollkommen ausreichend sein. Soll es doch gleich die 3G-Version sein, können Sie sich mit einer Multi-SIM-Karte einen zweiten teuren Datenvertrag sparen.

Speicher: Weniger ist in der Regel mehr

Apple bietet sein aktuelles Tablet mit 16, 32 oder 64 Gigabyte großem internen Speicher an. Die meisten anderen Tablet-Hersteller führen in Deutschland nur 16- oder 32-Gigabyte-Modelle, erlauben aber zum Teil eine Erweiterung des Speichers via Speicherkarte um bis zu 32 Gigabyte. Generell gilt: Je mehr Speicher, umso teurer ist das Modell.

Tablet-Nutzer haben die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Speichergrößen und Modellen mit verschiedenen Internet-Anbindungen. (Quelle: Screenshot Apple Store)

Sie sind kein Datenmessie und entsorgen Ihren Desktop-PC auch nach dem Kauf des Tablets nicht umgehend? - Dann dürfte ein Modell mit wenig Speicher vollkommen ausreichend sein. Zu Hause können Sie beispielsweise über das heimische WLAN Musik und Daten vom Rechner oder NAS auf das Tablet streamen, unterwegs können Sie Daten aus der Cloud beziehen.

Prozessoren mit einem, zwei oder vier Kernen

Erst Dual-Core, dann Quad-Core - die Tablet-Hersteller befinden sich derzeit im Geschwindigkeitsrausch. Dabei nutzen die meisten Anwendungen die Rechenpower aktueller Tablet-PCs gar nicht aus. Wer sein Tablet für Standard-Aufgaben wie Surfen, Mailen oder Musik hören und Filme schauen verwendet, dem dürfte die Leistung eines Single-Core-Prozessors vollkommen ausreichen.

Leistungsstärkere Prozessoren machen dagegen eher für Bildbearbeitungs- und Videoschnitt-Apps oder aufwendige 3D-Spiele Sinn. Tablets mit Single-Core-Prozessoren sind aktuell aber kaum noch erhältlich. Greifen Sie deshalb, wenn sie nicht zu den Core-Gamern gehören, zu einem Dual-Core-Tablet.

Auf Unabhängigkeit von der Steckdose achten

Ein Vorteil von Tablets ist, dass der Nutzer nicht durch Kabel an einen Einsatzort gebunden ist - vorausgesetzt Ihrem Tablet geht nicht vorzeitig die Energie aus und Sie müssen es an eine Steckdose hängen. Beim Kauf gilt es daher, auch auf die Akkulaufzeit zu achten. Einen Arbeitstag, also acht Stunden, sollte der Flachcomputer ohne Stromzufuhr mindestens durchhalten.

Die System-Frage

Im Tablet-Bereich dominiert neben Apples iOS derzeit vor allem das Google-Betriebssystem Android. Windows 7-Tablets gibt es zwar, das Microsoft-OS ist aktuell aber noch nicht wirklich auf die Bedienung via Finger ausgelegt. Das wird sich erst mit der Tablet-optimierten Windows 8-Version ändern, mit der aber nicht vor Herbst zu rechnen ist. Daneben gibt es mit dem WeTab ein Tablet-PC auf Basis des freien Betriebssystems MeeGo sowie das BlackBerry Playbook, das mit einem eigenen Betriebssystem läuft. Ähnlich wie im Smartphone-Bereich verfolgen Google und Apple unterschiedliche Ansätze. Während Google den Nutzern relativ viele Freiheiten gewährt, ist das Apple-System eher restriktiv - bietet dafür aber mehr Sicherheit und einen einfachen Zugriff auf eine Vielzahl von Inhalten.

Apps, E-Books, Musik und Filme bekommen Sie zwar auch auf Ihr Android-Tablet, allerdings müssen Sie hier oftmals auf verschiedene Anbieter zugreifen und können derzeit noch nicht wie bei iTunes über ein zentrales Konto Inhalte erwerben und verwalten. Des Weiteren ist zu beachten, dass das Apple-System den Vorteil einer perfekt aufeinander abgestimmten Hard- und Software bietet. Dies ist im Android-Bereich aufgrund einer Vielzahl von Hardware-Herstellern nicht gegeben. Speziell bei Android gilt es, auch auf die Version des Systems zu achten. Erst ab der Version 3.0 und neuer ist das Google-System auch für Tablet-PCs offiziell ausgelegt. Vom Kauf eines Android 2.x-Tablets ist daher abzuraten.

Ausstattung & Zubehör

Wollen Sie mit Ihrem Tablet nicht nur im Internet surfen und Apps nutzen, sondern auch produktiv werden? Dann sollten Sie auf die Ausstattung und verfügbares Zubehör achten. Schließlich machen an die Modelle angepasste Docking-Stationen, Ansteck-Tastaturen und Schutzhüllen den Alltag leichter und erweitern mitunter die Anwendungsmöglichkeiten der Geräte.

Hochwertige Kamera-Technik erlaubt es, mit dem Tablet unterwegs auch Fotos und Videos zu machen, eine Frontkamera macht das Tablet zudem zum Videotelefon. Gerade im Bereich Kamera ist aber Vorsicht angesagt. Hier enttäuschte beispielsweise auch Platzhirsch Apple bislang. Das erste iPad bot gar keine Kameras. Die Qualität der Kameras beim iPad 2 war schlecht, die rückseitige Kamera beim neuen iPad wurde zwar überarbeitet, die Frontkamera dagegen nicht. HD-Videotelefonate sind mit dem iPad der dritten Generation aber immer noch nicht möglich.

Kaufempfehlungen

Nachfolgend finden Sie einige Kaufempfehlungen der netzwelt-Redaktion für verschiedene Nutzertypen:

Couchsurfer: Sie wollen Ihr Tablet einschalten und ohne Probleme und große Einstellungen im Netz surfen, Inhalte unkompliziert und mit der Eingabe eines Passworts laden? Dann ist ein Apple iPad immer noch die beste Wahl - auch wenn die Android-Konkurrenz deutlich aufgeholt hat.

Business-Anwender: Windows und BlackBerry dominieren im Business-Bereich den Markt. Apple iPads und Android-Apps sind in ein Unternehmensumfeld nicht so einfach zu integrieren. Daher sollten Nutzer eher die Angebote mit Microsoft-OS oder RIMs BlackBerry PlayBook in Augenschein nehmen. Mitunter lohnt sich auch das Warten auf die ersten Windows 8-Tablets.

Experimentierfreudige Nutzer: Sie sind kein Apple-Fanboy und setzen daheim auf unterschiedliche Hersteller. Sie suchen einen Tablet-PC, der sich umfangreich an Ihre Bedürfnisse anpassen lässt? Dann werden Sie im Android-Bereich sicher fündig.

Spezifische Modellempfehlungen der netzwelt-Redaktion finden Sie in unserer Tablet-Bestenliste.

Kommentare zu diesem Artikel

Apples iPad belebte das Segment der Tablet-PCs neu. Seit der Veröffentlichung des ersten Flachcomputers aus Cupertino im Jahr 2010 ist eine Flut an Geräten erschienen. Netzwelt verrät, wie Sie darin das richtige Tablet für sich finden.

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  • Konstantinos schrieb Uhr
    AW: Kaufberatung Tablet-PC: Es muss nicht immer das iPad sein

    Hab mir das Google Nexus 7 2 gekauft und möchte es nicht mehr hergeben! War Anfangs etwas skeptisch, jedoch hat mich dieser Testbericht absolut überzeugt Als Smartphone benutze ich ein iPhone 5, deshalb war der Kauf eines Android Tablets für mich etwas risikoreich. Jedoch bin ich positiv überreicht. Aber dennoch würde ich mir niemals ein Android Gerät als Smartphone zulegen. Gruß Konstantinos!

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Welches Tablet passt zu mir? Wenn Sie sich diese Frage stellen, hilft die Kaufberatung von netzwelt weiter.
http://www.netzwelt.de/news/91337-tablet-pc-kaufen.html
2012-03-14 17:20:19
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/apples-ipad-loeste-2010-trend-tablet-pc--bild-apple-12933.png
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