Test löst heftige Diskussionen aus
Straßenzeitung 2.0: Obdachlose werden zu WLAN-Hotspots (Update)
In den USA können sich Wohnungslose als Hotspot ein Zubrot verdienen. Das neue Konzept ist der Versuch einer Werbeagentur, gedruckte Obdachlosenzeitungen abzulösen. Spender können für das 4G-Netz zahlen, was sie wollen. Update: Obdachlose verteidigen Aktion.
Das Update vom 14. März finden Sie am Ende des Artikels.
Das neue Spendenkonzept sorgt weltweit für Aufsehen. Statt Straßenzeitungen bieten Obdachlose in den USA WLAN-Hotspots an. Dabei handelt es sich um die wohltätige Initiative der Werbeagentur BBH New York. Es ist ein Versuch, eine Alternative für das Obdachlosenzeitungsmodell zu finden.
Im digitalen Zeitalter stehen diese Zeitungen immer stärker unter Druck. Kunden spenden lieber Geld, als eine Zeitung zu kaufen, die sie nicht lesen. Daher bieten Obdachlose bei dem Projekt digitale Dienste an statt ein materielles Gut.
Obdachlose tragen mobile 4G-Router
Getestet wurde das Konzept auf dem South by Southwest-Festival (SXSW) Interactive, einem Festival zu interaktiven Medien in Austin, Texas. Mehrere Obdachlose wurden mit mobilen 4G-Routern ausgestattet, die ein eigenes WLAN aufbauen, wie BBH Labs in einem Blog berichtet.
Besucher konnten für die Nutzung des 4G-Netzes der Obdachlosen zahlen, was sie wollten. Empfohlen wurden zwei Dollar für 15 Minuten. Die Bezahlung erfolgte unter anderem über PayPal. Der Dienst ist dazu gedacht, bei Bedarf ein besseres Netz zu bieten. Alle Spenden gehen direkt an die Obdachlosen.
Die Idee wurde im BBH-Blog teilweise kritisiert, weil aus den Menschen ein Produkt gemacht werde. Andere lobten die positive Interaktion zwischen der Öffentlichkeit und den Obdachlosen. BBH bezeichnete die Aktion als Beta-Test, die später in größerem Maß angewendet werden könnte.
Update vom 14. März 2012: Obdachlose verteidigen Aktion
Nach heftigen Diskussionen in den Medien hatte die Werbeagentur BBH eigentlich überlegt, das Programm nach drei Tagen einzustellen, wie das Wall Street Journal in seinem Blog berichtet. Doch die Obdachlosen wollten die Aktion bis zum Ende der "South by Southwest"-Konferenz durchziehen. Sie taten dies nicht wegen des Geldes, sondern weil sie die Aufmerksamkeit genossen.
"Wir spüren den Erfolg", sagte ein Teilnehmer, der seit dem Hurrikan Katrina in einer Odachlosenunterkunft in Austin lebt. "Jetzt hört jeder weltweit von dem 'Homeless Hotspot'-Programm. Wir haben den Menschen gezeigt, dass Obdachlose Teil ihrer Gesellschaft sind."
Ein weiterer Teilnehmer sagte dem Bericht zufolge: "Es ist ein Weg, Menschen zurück in Arbeit zu bringen". Er fühle sich positiv und voller Energie durch die Interaktion mit Menschen aus aller Welt.


Einige Facebook-Nutzer können derzeit eine neue Bezahloption für Updates testen. Für ein bis zwei US-Dollar sollen mehr Freunde die Posts besser sehen können.
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