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Einstellungen von Avira Antivirus
Alle Einstellungen des Virenscanners im Überblick

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Die Installation einer guten Antiviren-Software auf dem Rechner ist essentiell. Unter den dafür verfügbaren Programmen ist das Antivirus-Programm des deutschen Herstellers Avira sehr beliebt.

Wer einen neuen Rechner oder eine neue Festplatte in Betrieb nimmt, wird von Freunden oder Bekannten nicht selten den Rat hören, als ersten Schritt die Software mit dem aufgespannten Regenschirm als Symbol zu installieren. Besonders unter kostenlosen Antiviren-Programmen nimmt Avira eine herausragende Position ein.

Das Programm zeigt auf einen Blick, ob es richtig konfiguriert und alles sicher ist. (Quelle: Screenshot)

Für die Stiftung Warentest wurde die Vorgängerversion AntiVir Free 2011 bereits als die beste kostenlose Virensoftware gewürdigt. Das schon 1988 von Firmengründer (damals noch von H+BEDV Datentechnik) Tjark Auerbach auf den Markt gebrachte Produkt schlägt bei über drei Millionen Arten von Schadsoftware Alarm.

Produkt und neuer Name

Seit der Version 2012, die erstmals am 4. Oktober 2011 erschien, haben sich die Bezeichnungen bei Avira geändert. Avira AntiVir heißt jetzt Avira Free Antivirus, die kostenpflichtigen Versionen für Privatanwender nennen sich Avira Antivirus Premium (19,95 Euro) und Avira Internet Security (39,95 Euro/Preise jeweils für ein Jahr Laufzeit, Stand März 2012). Laut Angaben des am Bodensee ansässigen baden-württembergischen Unternehmens, das heute über 300 Mitarbeiter weltweit beschäftigt, soll das Programm nun noch benutzerfreundlicher, stabiler, zuverlässiger und ressourcenschonender arbeiten.

Eine zusätzliche Neuerung in Version 2012 sind die schon während der Installation dargebotenen Benachrichtigungen, welche auf dem Rechner installierten parallel laufenden Programme eventuell Probleme bereiten könnten. Das Programm bietet sogar an, diese sogleich im Schnellverfahren zu deinstallieren und damit ein Fehlverhalten zu vermeiden, das beispielsweise bei auftretenden Überschneidungen zwischen Avira Antivirus und dem Windows Defender auftreten könnte. Will der Nutzer das Programm zur Virenabwehr nutzen, sollte er die Empfehlungen möglichst befolgen, damit ein reibungsloser Schutz gewährleistet ist.

Störfaktor Ask-Toolbar

Die Installation wurde stark vereinfacht und ist im Prinzip mit nur zwei Klicks erledigt, insofern sich der Nutzer auf die Installation der Ask Toolbar einlässt. Dies ist der einzige etwas unschöne Haken, da nur die Toolbar in der kostenlosen Version zum Benutzen des Browser-Schutzes (frühere Bezeichnung bis zur Version 2011: Webguard) berechtigt. Zudem ist die Ask-Toolbar umstritten, da sie in dem Ruf steht, persönliche Nutzerdaten zu sammeln. Wer die Installation ablehnt, ist gezwungen, für den Browser-Schutz auf die Bezahl-Version aufzurüsten. Dass Avira den Browser-Schutz an die Installation einer Toolbar knüpft, rief bei nicht wenigen Nutzern Ärger hervor, die damit auch die Seriosität des Herstellers in Frage gestellt sahen.

Nach der Installation sollte im Idealfall bei jedem Aufruf des Programms die Meldung angezeigt werden, dass das eigene System sicher ist. Auf den ersten Blick ist dies leicht an der grünen Signalfarbe und einem Häkchen in den aufgelisteten Rubriken PC-Sicherheit und Internet-Sicherheit erkennbar. Sorgen machen sollte sich der Nutzer, wenn der Regenschirm geschlossen angezeigt wird. In diesem Fall ist ein Element des Programms nicht aktiv, das dringend wieder eingeschaltet werden sollte. Wenn das System nicht sicher ist, erscheint Avira Antivirus gewöhnlich in einem gelben Farbton und mit einem Ausrufezeichen versehen. Ein rechts neben der Warnung angeordneter Button ruft zum Beheben des Problems auf.

Die Echtzeit-Suche ist auf die eingestellte Archivgröße beschränkt. (Quelle: Screenshot)

Erste Schritte bei Problemen

Treten Probleme auf, sollte zunächst geprüft werden, ob der Echtzeit-Scanner eingeschaltet und wann das letzte Update erfolgt ist, das heißt ob alle Updates regelmäßig vom Programm ausgeführt wurden und es sich somit auf dem neuesten Stand befindet. Sollte dies nicht der Fall sein, lässt sich ein Update im Konfigurationsmenü mit einem Klick starten. Im Normalfall genügen diese Aktionen bereits, um den Sicherheitsstatus des Systems wieder auf grün zu setzen. Wer jedoch lieber auf Nummer sicher geht, kann unter dem Reiter PC-Sicherheit im Statusfenster in der linken Spalte den System-Scanner starten, mit dessen Hilfe manuell nach Schadsoftware auf dem Rechner gesucht werden kann. Avira Antivirus bietet im Vergleich zu anderen Programmen wie dem bereits erwähnten Windows Defender allerdings weitere Vorteile.

Als Echtzeit-Virenschutzprogramm überprüft Avira Antivirus während aller Aktivitäten des Nutzers dessen Verhalten und weist ihn mit einer Alarmmeldung darauf hin, sollte er auf eine verdächtige Datei zugreifen wollen. In solch einem Fall hat der Nutzer die Wahl, die Datei zu entfernen oder mit einem Klick auf die Detailansicht zu reparieren, zu löschen, zu ignorieren oder umzubenennen. Empfehlenswert ist, den Fund entweder sofort zu entfernen, wodurch die betreffende Datei in die Quarantäne verschoben wird, oder diese umzubenennen, wodurch sie ebenfalls unschädlich gemacht wird. Die gefundene Schadsoftware mithilfe des Löschbefehls zu entfernen, ist nicht zu empfehlen, da es - wenn auch selten - vorkommen kann, dass Avira Antivirus fälschlicherweise auch Systemdateien als Schädlinge identifiziert. Löscht man diese, kann es passieren, dass das gesamte Windows-System zum Absturz gebracht wird.

Einstellungen im Expertenmodus

Ins Konfigurationsmenü gelangt der Nutzer mit einem Klick auf eines der Zahnradsymbole auf der Avira- Antivirus-Hauptseite. Zuvor hat er noch die Möglichkeit, in den Expertenmodus zu wechseln, was allerdings nur für erfahrene Nutzer zu empfehlen ist. Die Funktionen im Standardmodus genügen weniger Fortgeschrittenen in der Regel aus. Allerdings schwören manche Nutzer darauf, dass die Standardkonfiguration nicht den optimalen Schutz bietet, und geben deshalb andere Empfehlungen. Diese lassen sich nur im Expertenmodus vornehmen.

Wer im Expertenmodus Einstellungen verändern möchte, sollte generell über genügend PC-Erfahrung verfügen. Erklärende Erläuterungen erhält der Nutzer vom Programm in einem Kasten im unteren Teil des Fensters via Anzeige des sogenannten Mouseover-Effekts, wenn er mit dem Mauszeiger über die einzelnen möglichen Optionen fährt. Zusätzlich behelfen kann er sich durch Drücken der F1-Taste, wonach sich ein Fenster mit zum Teil weitreichenden Erklärungen öffnet. Der Expertenmodus untergliedert sich in die Bereiche PC-Sicherheit und Allgemeines, wobei ersterer noch einmal in die Unterbereiche System-Scanner, Echtzeit-Scanner und die Rubrik Update unterteilt ist.

Avira Antivirus kennt mehrere sogenannte Gefahrenkategorien. (Quelle: Screenshot)

System- und Echtzeit-Scanner

Das erste Untermenü des System-Scanners, in dem sich im Expertenmodus die Sucheinstellungen festlegen lassen, zeigt im linken Bereich des Fensters standardgemäß eine "Intelligente Dateiauswahl". Hier empfehlen langjährige AntiVir-Nutzer, stattdessen den Punkt "Alle Dateien" auszuwählen sowie im Bereich "Weitere Einstellungen" im rechten Bereich das Häkchen bei "Offline Dateien ignorieren" zu entfernen und zusätzlich die "Rootkit-Suche bei Suchstart" zu aktivieren. Zudem wird zur Inbetriebnahme der "Integritätsprüfung von Systemdateien" geraten, die in der Voreinstellung nicht mit einem Häkchen versehen ist.

Auch bezüglich der Archiv-Einstellungen des System-Scanners regen Experten Modifikationen der Standardeinstellungen an, so etwa den Haken bei "Rekursionstiefe beschränken" zu entfernen und darüber hinaus zusätzlich denjenigen bei "Alle Archiv-Typen" neu zu setzen. In einem weiteren Untermenü des System-Scanners lässt sich die Erkennungsstufe der Heuristik festlegen, also wie sensibel das Programm auf etwaige Bedrohungen reagiert. Diese, so empfehlen nicht wenige erfahrene Nutzer, sollte von "mittel" auf "hoch" gesetzt werden. Gleichzeitig bedeutet dies aber, dessen muss sich der Nutzer bewusst sein, dass auch die Wahrscheinlichkeit von Fehlalarmen steigt.

Eine Vielzahl an Funktionen

Eine ähnliche Verfahrensweise gilt für den Bereich des Echtzeit-Scanners: Auch hier empfiehlt es sich, statt der unter Dateien von Avira vordefinierten Einstellung "Dateierweiterungsliste verwenden" den Suchradius auf "Alle Dateien" zu vergrößern. Zudem macht der Nutzer keinen Fehler, wenn er das nicht aktive Feld "Archive durchsuchen" anklickt und überall die dort einstellbaren höchstmöglichen Werte definiert. Im Fall der maximalen Rekursionstiefe bedeutet dies die Zahl 20, bei der Anzahl der Dateien die Zahl 99 und bei der maximalen Größe in Kilobyte die Zahl 9999. Wer sicher sein will, dass ihm keine Schadsoftware durch die Finger gleitet, sollte zudem erneut die Erkennungsstufe der Heuristik auf "hoch" setzen. Die Einstellungen unter Update, dem dritten Unterbereich im Bereich PC-Sicherheit, können in der Free-Version unangetastet bleiben.

Unter dem zweiten Hauptmenü "Allgemeines" lässt sich die Auswahl erweiterter Gefahrenkategorien erweitern oder auch minimieren. In der Standardeinstellung sind nicht alle Häkchen gesetzt. Dies empfiehlt es sich nach Ansicht erfahrener Anwender, mit einem Klick auf "Alle aktivieren" nachzuholen und so die höchste Sicherheitsstufe zu wählen. Um zum Schluss alle vorgenommenen Änderungen zu speichern, genügt ein Klick auf den Button "Übernehmen". Der Expertenmodus bietet eine Vielzahl weiterer möglicher Einstellungsoptionen, welche an dieser Stelle jedoch im Einzelnen nicht alle aufgeführt werden sollen. Es sei hier nur noch erwähnt, dass dort beispielsweise Ausnahmen definiert werden können, welche Dateiobjekte oder Prozesse vom Scanner ausgelassen werden sollen.

Der System Scanner der Applikation unterstützt eine "intelligente Dateiauswahl". (Quelle: Screenshot)

Das bietet die Bezahl-Version

Funktionen, welche die kostenlose Version Avira Free Antivirus nicht bereithält, werden in der Hauptübersicht zwar angezeigt, lassen sich aber nicht anklicken. Wer ein wenig mehr investieren kann, dem stehen diese nach einem Upgrade auf die Bezahl-Version zur Verfügung. Während die kostenlose Version nur einen System- und einen Echtzeitscanner bietet, ist es dem Premium-Kunden etwa möglich, automatische Sicherheitskopien (Backups) der Festplatte zu erstellen, eine FireWall zu nutzen, die auch die neue Version des Internet-Protokolls (IPv6) unterstützt, sowie einen E-Mail-Schutz in Anspruch zu nehmen. E-Mails werden so bereits während des Download-Vorgangs gescannt. Ein AntiBot- und ein AntiSpam-Filter sorgen für zusätzlichen Internetschutz.

Noch eine schöne zusätzliche Funktion steht zudem allen Nutzern der Bezahl-Versionen seit Avira 2012 zur Verfügung. Sie können das Angebot nutzen, über das bereits mit vorinstallierte Programm TeamViewer eventuell auftretende Probleme per Fernsteuerung beheben zu lassen. Ein Experte von Avira hat dann die Möglichkeit, von außen über eine Internetverbindung auf den betroffenen Computer zuzugreifen und Einsicht in dessen System zu erhalten. Doch muss der Nutzer keine Angst haben, dass auf persönliche Daten zugegriffen wird: Alle Schritte, die ausgeführt werden, lassen sich live am Bildschirm verfolgen, während der Mauszeiger wie von Geisterhand vom Avira-Experten bedient wird.

Kinderschutz und Spielmodus

Auch ein Kinderschutz lässt sich einschalten, welcher die Kontrolle aller im Netz getätigten Vorgänge erlaubt. Des Weiteren steht wahlweise ein Spielmodus zur Verfügung, der ein unterbrechungsfreies Spielvergnügen gewährleistet. Einmal täglich werden in der kostenlosen Version automatisch Updates vorgenommen, wobei jedes Mal ein Werbefenster erscheint. Schnellere Programmupdates alle drei Stunden ohne Werbeeinblendung bietet die Bezahl-Version. Avira Free Antivirus wird für die Systeme Windows ab der Version XP, für Linux und Unix angeboten. Windows 2000 wird nicht mehr unterstützt. Mindestens 512 Megabyte RAM sind bei Windows XP und mindestens 1.024 Megabyte RAM sind bei bei Windows Vista und Windows 7 notwendig. Zudem sollte die Festplatte über mindestens 150 Megabyte freien Platz für temporäre Dateien und Quarantäne verfügen.

Fazit

Die 2012er Version des Virenscanners von Avira macht solide dort weiter, wo die Vorgängerversionen aufgehört haben. Auch in seiner kostenlosen Version bietet Avira Antivirus im Rahmen seiner täglichen automatischen Updates sehr guten Schutz und deckt diesbezüglich die meisten elementaren Bereiche ab, sodass der Nutzer im Prinzip keine anderen Schutzprogramme auf seinem Rechner benötigt.

Kommentare zu diesem Artikel

Die Installation einer guten Antiviren-Software auf dem Rechner ist essentiell. Unter den dafür verfügbaren Programmen ist das Antivirus-Programm des deutschen Herstellers Avira sehr beliebt.

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  • sarazena schrieb Uhr
    AW: Anleitung: Einrichtung von Avira Antivirus 12

    Steht im Artikel, was du da machen sollst :P

  • Willi Mayer schrieb Uhr
    AW: Anleitung: Einrichtung von Avira Antivirus 12

    Mich stört an dem Programm, daß es bei der Installation bei sämtlichen installierten Firewals meldet, die wären unverträglich mit dem Antivirus-Programm und sollten deinstalliert werden.