Landwirtschaft in Version 2.0
Verkehrte Netzwelt: Hightech auf dem Bauernhof
Aktuelle Trends wie Mobilität, flexible Arbeitszeiten und Teamarbeit steigern die Produktivität im Unternehmen und sorgen für zufriedene Mitarbeiter. Das ist aber nicht nur in der Hightech-Branche so. Innovative Betriebe in der Landwirtschaft legen schon lange Wert auf flexible Arbeitszeiten und selbstverantwortliche Mitarbeiter.
Inhaltsverzeichnis
- 1Flexible Arbeitszeit für Rindviecher
- 2Der mobile Melkroboter
- 3Alleine zur Weide und zurück
- 4Yvonne und der Touchscreen
Die Abenddämmerung senkte sich über den Bauernhof Knallinger in der Nähe Hamburgs. Es war schon 19:30 Uhr, aber im Kuhstall brannte noch Licht. Bauer Adam Knallinger sprach zu seinen Kühen. Man mag sich wundern darüber, dass ein Bauer so spät noch zu seinen Tieren spricht, doch die Herdenmanagement-Software hatte einfach keinen anderen Termin gefunden. Die Flexibilisierung der Arbeitszeiten hatte nebenbei auch eine Menge Unruhe in den Großraum-Stall gebracht.
Linda, Anke, Waltraud, Hildegard, Mandy, Rita, Yvonne und all die anderen, das ganze Team agierte eher chaotisch.
Linda hatte eine besonders produktive Phase und stieg pro Tag viermal in den Melkroboter, Mandy trottete aus unerfindlichen Gründen immer hinterher. Anke war trächtig und Hildegard chillte verdächtig lange in der Ruhezone. Die größten Sorgen bereitete ihm Yvonne. Sie machte sich einen Spaß daraus, in den Melkroboter zu steigen, am Kraftfutter zu knabbern und genau in dem Moment kehrt zu machen, wenn der Melkroboter "Cattle Call 3000" hochgefahren war und ihr ans Euter wollte.
Das hatte ihm das Management-System, das für jede Kuh ein Performanceprofil erstellte, signalisiert, und Videoaufnahmen hatten das bestätigt. Die Videos hatten auch das wiehernde Lachen gezeigt, wenn Yvonne den "Cattle Call 3000" wieder mal genarrt hatte. Knallinger nahm sich vor, mit Yvonne ein Face-to-Face-Gespräch zu führen. Vielleicht würde er Linda mit hinzuziehen, sie war eine starke Führungspersönlichkeit.


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