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Google reagiert auf Pläne zum Urheberrecht
Geplante Abgabe

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Google befürchtet, dass das Vorhaben das Wachstum des Internets stark bremsen würde. Nach den Plänen der Regierung soll der Suchmaschinenanbieter für die Verwendung von Textauszügen in Google News Geld an die Verlage zahlen.

Im Rahmen der CeBIT hat Googles Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt auf die Pläne der Bundesregierung für ein Leistungsschutzrecht der Verlage reagiert. Unter anderem würde solch ein Gesetz das Wachstum des Internets bremsen, sagte Schmidt. Das Leistungsschutzrecht sieht eine Beteiligung der Verlage an den Werbeeinnahmen von Suchmaschinenanbietern vor.

Die Reaktion war hart: "Ich befürchte, dass so eine Regulierung die Verbreitung des Internets bremsen könnte, weil sie zu zusätzlichen Kosten und Reibungsverlusten führt", wird Schmidt in einem Bericht der Financial Times Deutschland zitiert. Zudem wehrte er sich gegen eine Gewinnbeteiligung der Verlage. "Wie definiert man fair? Sollte der Hersteller einen Anteil bekommen, auf dessen Gerät man sich den Artikel durchliest? Oder der Internetanbieter?", stellte Schmidt zur Diskussion.

Beim Leistungsschutzrecht uneins, bei der CeBIT vereint: Eric Schmidt von Google (ganz links) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (dritte von links) bei der Eröffnung der Computermesse am Montagabend. (Quelle: Deutsche Messe Hannover)

Das geplante Leistungsschutzrecht sieht eine Abgabe von Suchmaschinenanbietern und News-Aggregatoren an die Verlage vor, sofern sie Texte der Inhalteanbieter verwenden, wie etwa die bekannten Textauszüge in Google News, auch Snippets genannt. Die private Nutzung wird nach den Plänen der schwarz-gelben Koalition allerdings nicht kostenpflichtig. Informationen der Financial Times Deutschland zufolge hatte die Verlagswirtschaft noch mehr von der Regierung gefordert. So sollte jedes Unternehmen, das es Mitarbeitern ermöglicht, Nachrichtenangebote zu lesen, zu speichern und auszudrucken, für diese Nutzung aufkommen.

Links nicht kostenpflichtig

Die Pläne der schwarz-gelben Koalition wurden im Netz kritisch kommentiert. Sebastian Nerz, der Bundesvorsitzende der Piratenpartei Deutschland, sprach von einem "Internet-Wegzoll". Das Blog iRight.Info befürchtete, auch Blogger könnten zu Abgaben gezwungen werden, weil sie Werbeanzeigen auf ihren Seiten schalten.

Links sollen nach dem Entwurf weiterhin gebührenfrei bleiben. Rechtsanwalt Christian Solmecke bestätigte netzwelt am Montag, dass das Setzen von Hyperlinks nach "herrschender Rechtsauffassung" nicht als Verbreitung gelte.

Kommentare zu diesem Artikel

Google befürchtet, dass das Vorhaben das Wachstum des Internets stark bremsen würde. Nach den Plänen der Regierung soll der Suchmaschinenanbieter für die Verwendung von Textauszügen in Google News Geld an die Verlage zahlen.

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  • Richi schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    Schaltet die Schnorrer ab. Die schreiben ohnehin nur voneinander ab und verbreiten meinungsmanipuliertes Halbwissen. So groß ist der Unterschied zur ehem. Ostpresse auch nicht.

    Stimmt damit schiessen sich diese Systemschreiber und Propagandablasrohre zum Grossteil ins eigene Bein ;)

    Ich hoffe allerdings das es in Wirklichkeit nicht den unabhängigen Bloggern an den Kragen geht.
  • qwertz12345565875 schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    Schaltet die Schnorrer ab. Die schreiben ohnehin nur voneinander ab und verbreiten meinungsmanipuliertes Halbwissen. So groß ist der Unterschied zur ehem. Ostpresse auch nicht.
  • Miaau schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    In der Mitte des letzten Jahres lief eine Meldung durchs Netz das Google belgische Zeitungen aussperrt!

    Durch ein Gerichtsurteil verdonnert wurden sämtliche verweise Gelöscht, und schwuppdiwupp waren die "Verlage" in Google nicht mehr sichtbar.

    Google nahm die Löschung zu ernst.

    Das gefiel aber der Copiepresse (Interessengemeinschaft von Belgischen Verlegern) in BE nicht, und beklagte sich das nun nichts mehr zu finden sei!

    Und das ganze wird wahrscheinlich bei uns genauso zur Posse stilisiert und wenn nichts mehr zu finden sein wird, wird das des Leistungsschützern auch nicht recht sein!

    Oh der da Oben gebe er den Politikern ein bisschen mehr Hirn damit der Wahrnehmungs-Horizont erweitert wird.
  • xaver.b schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    früher verwendete man den Begriff "Wegelagerei" ...
  • sarazena schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    und als nächstes kommt noch steuern auf jedes popup oder wie ? was sich die regierung alles einfällt.... Was soll denn dieser Quatsch:confused: Informationen der Financial Times Deutschland zufolge hatte die Verlagswirtschaft noch mehr von der Regierung gefordert. So sollte jedes Unternehmen, das Mitarbeitern ermöglicht, Nachrichtenangebote zu lesen, zu speichern und auszudrucken, für diese Nutzung aufkommen. Es ist das Aufbäumen eines im sinken befindlichen Sterns. Natürlich ist unsere Regierung williger Hansel jeder Lobby :dow:
  • cypress schrieb Uhr
    AW: Leistungsschutzrecht: Google verärgert über Koalitionspläne

    und als nächstes kommt noch steuern auf jedes popup oder wie ? was sich die regierung alles einfällt.... jedes unternehmen was an seinen homepages verdienen will sollte selbst schauen wie die das machen. wenn jemand ein artikel abschreibt ist er ja schon gezwungen ein link ( quelle ) anzugeben.

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Google reagiert auf Pläne zum Urheberrecht
Google reagiert auf Pläne zum Urheberrecht
Auf das Vorhaben der Bundesregierung, ein Leistungsschutzrecht für Verlage einzuführen, reagierte Googles Verwaltungsratsvorsitzender Eric Schmidt wenig amüsiert.
http://www.netzwelt.de/news/91217-google-reagiert-plaene-urheberrecht.html
2012-03-06 11:28:45
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/leistungsschutzrecht-uneins-cebit-vereint-eric-schmidt-google-ganz-links-bundeskanzlerin-angela-merkel-dritte-links-oeffnung-computermesse-montagabend-bild-deutsche-messe-hannover-12653.jpg
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