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Canon Powershot S100 Test
Steuerring am Objektiv für schnelle Einstellungen

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung: Die Canon Powershot S100 verfügt nicht nur über einen größeren Bildsensor als bei Kompaktkameras üblich, sondern auch über ein GPS-Modul und einen Steuerring für eine schnelle Bedienung.

Schon die Vorgängermodelle der Powershot S100 gehörten zu den besser ausgestatteten Kompaktkameras von Canon. Bei der aktuellen Version hat der Hersteller noch einmal tief in die Überraschungskiste gegriffen und stattet die Kamera neben dem bewährten Steuerring auch mit einem GPS-Modul, einer HDR-Funktion und einem größeren Bildsensor, der RAW-Bilder liefern kann, aus.

Großer Bildsensor und Standard-Zoom

Canon baut in die Powershot S100 einen CMOS-Bildsensor mit einer Auflösung von 12,1 Megapixeln ein. Der Chip verfügt mit 1/1,7 Zoll über eine etwas größere Fläche als die Sensoren der meisten anderen Kompaktkameras. Neben Aufnahmen im komprimierten JPG-Format liefert er auch Fotos im unkomprimierten RAW-Format CR2. Die Verarbeitung der Bilddaten übernimmt ein Digic-5-Prozessor.

Das Objektiv der Powershot S100 verfügt über einen fünffachen Zoom sowie einen optischen Bildstabilisator, der bei längeren Belichtungszeiten für weniger verwackelte Fotos sorgt. Weder die Objektivbewegung noch der Autofokus fallen besonders schnell oder langsam aus.

Die Powershot S100 stellt dem Nutzer 14 Szenenprogramme und zehn Filter zur Verfügung. Darunter befinden sich unter anderem eine HDR-Automatik, ein Fischaugen- sowie ein Miniatur-Effekt und Panoramaassistenten.

Canon Powershot S100 im Test

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Der CMOS-Sensor ist mit 1/1,7 Zoll etwas größer als bei den meisten anderen Kompaktkameras.

Der drei Zoll große Bildschirm auf der Rückseite der Kamera verfügt über eine Auflösung von 461.000 Pixeln. Er dient als Sucher und zur Bildkontrolle und bietet ein klares Bild, auf dem auch Details des Motivs zu erkennen sind.

Verstecktes GPS

Die Powershot S100 verfügt zwar über ein GPS-Modul, doch Canon macht die Nutzung unnötig kompliziert. Die Standortbestimmung lässt sich nur tief im Menü ein- und ausschalten. Eine eigene Taste hierfür ist nicht vorhanden. Für spontane Aufnahmen eignet sich die GPS-Funktion daher nicht.

Mithilfe der in in den Bildern abgespeicherten Geo-Koordinaten sollen diese später auf Karten angezeigt werden können. Allerdings benötigt die Kamera nach dem ersten Einschalten und nach längeren Pausen mehrere Minuten, bevor sie mit Hilfe der Satelliten ihren Standort bestimmt hat.

Steht die Verbindung erst einmal, hält die Kamera sie auch für kurze Zeit in geschlossenen Räumen aufrecht und stellt nach kurzen Unterbrechungen von mehreren Minuten schnell wieder den Kontakt zu den Satelliten her.

Logisch aufgebaute Bedienung

Für die Bedienung der Canon Powershot S100 reicht grundsätzlich eine Hand aus. Der Nutzer muss seine zweite Hand nur zur Hilfe nehmen, wenn er mit dem Steuerring schnell den ausgewählten Wert verändern will. Welche Einstellung der Drehring genau verstellt, legt der Fotograf nach einem Druck auf die "Ring Func." fest. Zur Auswahl stehen das Seitenverhältnis, die Lichtempfindlichkeit, die Belichtungskorrektur, der Fokus, der Weißabgleich, der Zoom oder das Kontrastverhältnis.

Vom Steuerring abgesehen erreicht der Fotograf alle Tasten und Knöpfe problemlos mit den Fingern der rechten Hand. Sie fühlen sich gut an und erleichtern mit ihrem kurzen Hub und klaren Druckpunkten die Bedienung. Neben dem Auslöser für Fotos ist auch eine Aufnahmetaste für Videos vorhanden.

Aufnahmeeinstellungen lassen sich ohne lange Umwege über ein Seitenmenü verstellen, das der Fotograf mit der "Func. Set"-Taste in der Mitte des Vier-Wege-Rings aufruft. Mit diesem bewegt er sich nicht nur durch die Menüs, sondern kann auch direkt die Belichtungskorrektur, die Blitz- und die Fokus-Einstellungen aufrufen sowie das Erscheinungsbild des Displays verändern.

Hinter der "Menu"-Taste verbirgt sich die bewährte Menü-Struktur der Canon-Kompaktkameras mit Aufnahme- und Kameraeinstellungen. Diese fallen mit ihren zahlreichen Punkten jedoch vergleichsweise lang aus und so muss der Nutzer - wie schon erwähnt - zum Beispiel mehrmal drücken, bis er das GPS-Modul ein- und ausschalten kann.

Gute Bildqualität

Die Aufnahmen der Canon Powershot S100 überzeugen mit einer hohen Detailgenauigkeit, natürlich wirkenden Farben, klaren Konturen und deutlichen Kontrasten. Das Bild wirkt über die gesamte Breite scharf, eine Vignettierung oder andere auffällige Störungen sind nicht zu erkennen.

Störungen in Form von Bildrauschen lassen sich bei ISO 400 nur erkennen, wenn der Betrachter übertrieben genau hinsieht. Bei ISO 800 treten sie in dunklen Bereichen schon deutlicher auf. Verkleinert der Fotograf die Ansicht auf etwa ein Drittel der Originalgröße, fällt das Bildrauschen erst bei einer Lichtempfindlichkeit von ISO 6400 störend auf.

Canon Powershot S100 Testbilder

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Zimmerbeleuchtung aus, Blitzlicht ein: ISO 400, Blende 2.8, 1/15 Sekunde.

Videos nimmt die Powershot S100 in Full-HD-Auflösung mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf. Die Videos überzeugen wie die Fotos mit einer hohen Detailgenauigkeit, natürlich wirkenden Farben und deutlichen Konturen. Zoomgeräusche sind auf dem Video nicht zu hören, dafür sind andere Töne und Gespräche gut zu verstehen.

Der Autofokus sorgt in der Regel zügig für scharf gestellte Motive. Nur der automatische Weißabgleich arbeitet ein wenig träge, liefert bei ein wenig Geduld aber gute Ergebnisse.

Handliches Metallgehäuse

Das Gehäuse der Canon Powershot S100 besteht aus einer Metalllegierung und wirkt ordentlich verarbeitet. Nur die Abdeckung über dem HDMI- und dem kombinierten USB- und AV-Anschluss besteht aus Kunststoff und wirkt weniger hochwertig. Die Kamera liegt angenehm in der Hand und lässt sich dank eine Erhebung auf der Vorderseite auch sicher greifen.

Die Stromversorgung der S100 übernimmt ein Lithium-Ionen-Akku - ein passendes Netzteil gehört gehört zum Lieferumfang. Fotos und Videos sichert die Powershot-Kamera auf einer SD-, SDHC- oder SDXC-Speicherkarte.

Fazit: Gut, aber etwas zu teuer

Die Canon Powershot S100 liefert mit ihrem überdurchschnittlich großen Bildsensor Fotos in guter bis sehr guter Bildqualität. Das Objektiv bietet allerdings nur einen fünffachen Zoom und das GPS-Modul erfüllt zwar seinen Zweck, verlangt aber Geduld vom Fotografen und wird vom Hersteller stiefmütterlich behandelt. Die übrige Ausstattung entspricht dem hochwertigen Kompaktkamera-Standard von Canon.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Canon für die Powershot S100 beträgt 449 Euro. Im Internet verkaufen Online-Händler die Kamera derzeit für rund 400 Euro.

Canon hat mit der Powershot SX230 HS bereits eine GPS-Kamera im Angebot. Andere Hersteller bieten ebenfalls entsprechend ausgestattete Digitalkameras an, Sony zum Beispiel die Cybershot HX7V und Panasonic die Lumix FT3.

Kommentare zu diesem Artikel

Kompaktkamera mit umfangreicher Ausstattung: Die Canon Powershot S100 verfügt nicht nur über einen größeren Bildsensor als bei Kompaktkameras üblich, sondern auch über ein GPS-Modul und einen Steuerring für eine schnelle Bedienung.

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  • Tobias Claren schrieb Uhr
    AW: Canon Powershot S100: Kompaktkamera mit GPS nimmt RAW-Bilder auf

    Hallo.

    Ist das die erste Canon mit GPS, HDR und RAW, oder gibt es auch andere bzw. ältere? Canon ist scheinbar leider die einzige Marke für die es alternative Software gibt...

    Was gibt es denn für Alternativen (auch anderer Hersteller) mit diesen drei Funktionen? Bzw. Kameras mit diesen drei Funktionen und einer FullHD-Aufzeichnung die mit Camcordern mithalten kann. Also mindestens 1080p30 oder 1080p25 (evtl. auch noch 1080p24 als Untergrenze), idealerweise 1080p60 oder 1080p50. Mikrofonbuchse wäre als Camcorderersatz natürlich nützlich.
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Canon Powershot S100 Test
Canon Powershot S100 Test
Die Canon Powershot S100 gehört zur Oberklasse der Kompaktkameras und verfügt über einen überdurchschnittlich großen Bildsensor und einen fünffachen Zoom.
http://www.netzwelt.de/news/91178-canon-powershot-s100-test.html
2012-03-04 10:46:48
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