Aktionismus gegen Sinde-Gesetz
Urheberrechtsgesetz-Protest: Spanische Webseiten denunzieren sich selbst
Gestern, am 1. März, trat das neue Urheberrechtsgesetz "Sinde" - benannt nach der ehemaligen Kulturministerin Ángeles González-Sinde - in Spanien in Kraft. Durch die neue Rechtsprechung ist es Urhebern nun möglich, Webseiten, die urheberrechtsverletzendes Material enthalten, einer neu eingesetzten Kommission zu melden. Spanische Netzaktivisten protestieren nun gegen das Gesetz, indem sie sich selbst denunzieren.
Die virtuelle Protestbewegung formiert sich um die Gruppe Hacktivistas. Die Netzaktivisten rufen Webseiten dazu auf, ein urheberrechtlich geschütztes Werk des Künstlers Eme Navarro auf ihren Seiten zu verlinken und auf diese Weise einen bewussten Urheberrechtsbruch zu begehen.
Bewusster Gesetzesbruch
Eme Navarro ist ein Mitglied des spanischen Pendants der GEMA - SGAE (Sociedad General de Autores y Editores). Er ist jedoch auch bekennender Kritiker des Sinde-Gesetzes und unterstützt die Aktion der Netzaktivisten.
Ziel ist es, zum einen gegen das Gesetz zu protestieren und zum anderen herauszufinden, welche Folgen ein solcher Gesetzesbruch nach sich zieht. Auf ihrer Webseite betonen die Hacktivistas, dass es ihnen darum geht zu zeigen, wie absurd das Gesetz ist, und auf die ihrer Meinung nach zu erwartende Zensur aufmerksam zu machen.
Contra-Sinde
Um an dem Protest teilzunehmen, mussten Nutzer einfach nur einen kurzen Code in ihre Webseite einbauen, wodurch sie den Link auf das urheberrechtlich geschützte Werk setzten und automatisch zu Gesetzesbrechern werden. Der Kampagnen-Seite zufolge beteiligten sich über 200 spanische Webseiten an dem Protest.
Wie abgesprochen marschierte schließlich Eme Navarro persönlich mit einer Liste mit den entsprechenden Seiten im Gepäck zu den zuständigen Behörden, um die Webseiten zu denunzieren. Nun warten die Aktivisten auf die Reaktion der neu eingesetzten Kommission und planen bereits eine zweite Denunzierungsrunde.
In Deutschland drehen sich derzeit die Diskussionen vor allem um das Anti-Piraterieabkommen ACTA, das auch hierzulande schon zu einigen Protesten führte.


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