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Netgear N600 im Test
Ab Mitte März für 169 Euro

von Alexander Zollondz Uhr veröffentlicht

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Dank Dualband-Unterstüzung ist Netgears neuer Router gut gerüstet für die Weiterleitung von HD-Videos im Netzwerk und vorbereitet für den IPTV-Empfang. Auch für den Umstieg auf Kabel- oder Glasfaser-Internet eignet sich die Hardware. Im Netzwerk kommuniziert der Router zudem per DLNA. Wie macht sich das Gerät in der Praxis?

Hinter dem schlichten Design des neuen Netgear-Router N600 verbirgt sich eine lange Liste von Ausstattungsmerkmalen. Dank Unterstützung für ADSL2+ und VDSL2 eignet sich die von Netgear auch als DGND3800B bezeichnete Hardware etwa zur Weiterleitung von IPTV-Signalen, wie sie die Provider O2, Telekom oder Vodafone liefern. Nutzer müssen somit nicht unbedingt auf die meist subventionierte VDSL-Hardware der Netzbetreiber zurückgreifen. Alternative Geräte für die Hochgeschwindigkeitsleitungen bieten auch andere Hersteller an, etwa AVM oder auch Lancom.

Zum Durchleiten verfügt das Netgear-Gerät über einen Gigabit-WAN-Port zum Anschluss des DSL-Splitters. Wer die Hardware nicht als Modem, sondern als Zweitrouter, möglicherweise als WLAN-Router betreiben möchte, nutzt den Port für Glasfaserleitungen und Kabelnetzwerke als Anschluss für das Internetkabel, obwohl dieser nicht als WAN-Port gekennzeichnet ist. Dank der Schnittstelle für Glasfaserleitungen und Kabelnetzwerke bietet der Netgear-Router eine interessante Option für die Zukunft, falls ein Wechsel zu einer anderen Empfangsart angedacht ist. Vier Gigabit-Ethernet-Schnittstellen dienen zum Verteilen des Internetsignals in den eigenen vier Wänden.

Mit der Kraft der zwei Bänder

Der Netgear-Router kann zwei WLAN-Netze, eines im 2,4 GHz- und eines im 5 GHz-Bereich, parallel aufsetzen. Eine vorteilhafte Lösung, denn auf diese Art müssen 5 GHz-fähige Clienten wie Tablet-Rechner nicht mit dem störanfälligen 2,4 GHz-Netz Vorlieb nehmen. Lobenswert, dass Netgear die Bezeichnung der Funknetze mit verschiedenen Namen erlaubt, so dass keine Verwechslungen aufkommen, wenn man Clientgeräte mit WLAN versorgen möchte. Ab Werk ist das WLAN übrigens per WPA 2 verschlüsselt.

Beim Durchsatztest maßen wir kabelbasiert 63,3 Megabit pro Sekunde. Damit eignet sich der Netgear-Router gut zur Ausreizung von VDSL-Anschlüssen. Im 5 GHz-Betrieb stellte ein iPad eine Verbindung ins WLAN-Netz her, dessen Durchsatz wir mit der App Speed Test maßen.

  • Der Modem-/Router-Kombination liegt ein Netzteil, Modem- und LAN-Kabel bei. (Bild: netzwelt)
  • Im Gehäuse arbeiten zwei Prozessoren mit einer Rechenkraft von jeweils 400 Megahertz. (Bild: netzwelt)
  • Leuchtdioden zeigen den Betriebsstatus an. (Bild: netzwelt)
  • Der Router stellt zwei Funknetze zur Verfügung. Eine Aktivierung wird an der Vorderseite angezeigt. (Bild: netzwelt)
  • Markierungen auf der Rückseite zeigen die Anschlüsse des Routers an. (Bild: netzwelt)
  • Ab Werk ist der Router verschlüsselt. Das Passwort steht auf der Rückseite. Nutzer sollten es nach Erstinstallation wie gehabt ändern. (Bild: netzwelt)
  • Auf der Rückseite steht auch ein USB-Anschluss zur Verfügung. Auch an der Vorderseite verbaut der Hersteller eine entsprechende Schnittstelle zur Freigabe von Speichermedien im Heimnetzwerk. (Bild: netzwelt)
  • Das Backend ist recht unübersichtlich gestaltet - hier sollte Netgear nachbessern. (Bild: netzwelt)
  • Der Router kann parallel im 2,4 GHz- als auch im 5 GHz-Band funken. Im Backend lassen sich verschiedene Namen für die WLAN-Zugriffspunkte vergeben. (Bild: netzwelt)
  • Im Backend aktiviert der Nutzer auch den ftp-Zugriff auf den USB-Speicher. (Bild: netzwelt)

Guter Durchsatz

Aus jeweils drei Messungen, abgenommen in Abstand von einem, drei und fünf Metern zum Router errechneten wir das Mittel. Die Ergebnisse waren im Vergleich zur Verfügung stehenden Leitungs-Geschwindigkeit von 100 Megabit pro Sekunde überdurchschnittlich: Knapp 40 Megabit pro Sekunde bei einem Abstand von fünf Metern, rund 35 Megabit pro Sekunde in einer Entfernung von drei Metern und knapp den selben Wert erzielten wir beim Abstand von rund einem Meter zum Router. Die Durchsatzwerte hängen offenbar auch mit der Leistungskraft des Routers zusammen: Der N600 ist mit zwei Prozessorkernen mit jeweils 400 Megahertz sowie 128 Megabyte Flash-Arbeitsspeicher und 128 Megabyte RAM-Speicher ausgestattet.

Zum Vergleich spannten wir noch ein 2,4 GHz-Netz auf und maßen erneut mit der iPad-App. Die Werte waren geringfügig schlechter: Rund 32 Megabit pro Sekunde bei fünf Metern Abstand, knapp 31 Megabit pro Sekunde in einer Entfernung von drei Metern und 34 Megabit pro Sekunde bei einem Meter Abstand zur Hardware. In der Praxis dürften sich die etwas schlechteren Durchsatzwerte im 2,4 GHz-Betrieb aber kaum bemerkbar machen. Bei den Messdaten ist allerdings zu erwähnen, dass es sich nur um theoretische Werte handelt, die bei der App-Messung in der Regel durch Server und Switches verfälscht werden.

Backend wirkt altbacken

Für Besucher ermöglicht die Hardware übrigens auch den Betrieb eines Gästenetzwerks mit getrennten Sicherheitsbereichen. Freunde und Bekannte können also die Internetleitung nutzen, ohne dass man ihnen Einblicke ins interne Netzwerk gewähren muss. Bei Bedarf kann der Nutzer seinen Gästen aber auch den Zugriff auf das lokale Netzwerk erlauben.

Ein entsprechende Einrichtung ist über das Router-Backend möglich, das aber unübersichtlich und umständlich zu bedienen ist. Immerhin erleichtert eine Erläuterung wesentlicher Parameter die Netzwerk-Konfiguration, die der Hersteller jedoch in einer lieblos gestalteten Spalte einlaufen lässt.

USB-Schnittstellen für den NAS-Einstieg 

Der Netgear-Router verfügt über zwei USB-Anschlüsse (1 x Vorderseite, 1 x Rückseite) und kann wie viele Konkurrenzgeräte auch Multimedia-Dateien bei angeschlossenem USB-Speichern per UPnP mit anderen, netzwerkfähigen Geräten wie Fernsehern, Notebooks oder Media Playern teilen. Bei Netgear heißt diese Funktion ReadyShare und funktioniert auch per SMB-, http- oder ftp-Verbindungen mit anderen Rechnern im Netzwerk.

Readyshare dient als erster Einstieg in die Welt der Netzwerkspeicher, wobei die USB-Freigabe-Funktion nicht als vollwertiger NAS-Ersatz verstanden werden darf. Wer aber eine anständige Lösung für die Datenfreigabe auf USB-Festplatten sucht, könnte mit der Netgear-Lösung schon zufrieden sein. Sinnvolle Zusatztools wie Apps für den mobilen Netzwerkzugriff sucht man aber genauso vergebens wie tiefergehende Serverfunktion für den USB-Speicher.

Beim Zugriff auf freigegebene Videos auf einem Notebook hatten wir keine Ausfälle oder Störungen zu verzeichnen. Hochauflösende Medien wurden ohne Verzögerungen auf dem per WLAN verbundenen Rechner wiedergegeben.

Jugendschutzfilter per OpenDNS

Als Zusatzfunktion liefert Netgear einen Jugendschutzfilter für Windows- und Mac-Rechner mit, den wir aber nicht testeten. Für den Jugendschutzfilter ist das Anlegen eines Open-DNS-Zugangs notwendig und die Installation der Gratis-Software Netgear Management Utility. Über das Programm können account- und Uhrzeit-abhängig bestimmte Modi eingestellt werden, über die Internetinhalte herausgefiltert werden.

Netgear hatte vor Kurzem eine Schnittstelle für seine Netzwerkgeräte präsentiert, über die die Entwicklung von Apps möglich wird. Bei der "Smart Network Cloud Application Platform" handelt es sich um eine Art App Store, von dem die Geräte des Herstellers Anwendungen wie Spiele oder auch Programme zur Haussteuerung herunterladen und installieren. Der Dualcore-Chip und der eingebaute Arbeitsspeicher im N600 dürften eine gute Grundlage zum Betrieb der Miniprogramme bieten. Derzeit befindet sich die App-Plattform aber noch im Entwicklungsstadium - erst im Herbst wird mit Miniprogrammen zur Erweiterung von Netgear-Hardware gerechnet.

Fazit: Die Kraft der zwei Funkbänder

Durch die Dualband-Ausrüstung ist der N600 gut präpariert für den Einsatz im IPTV-Betrieb und taugt für die Übertragung von HD-Signalen. Der Dualcore-Chip dürfte hier seine Wirkung entfalten. Mit der Leistung ist das Gerät auch gut gerüstet für den künftigen App Store, mit dem leider erst im Herbst zu rechnen ist.

Allein das Backend hat im Test keinen guten Eindruck gemacht: Es wirkt altbacken, unübersichtlich und lieblos gestaltet. Hier sollte Netgear nachrüsten. Der Netgear-Router ist ab Mitte März für 169 Euro (UVP) im Handel erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Mit dem neuen Router spricht Netgear VDSL-Nutzer an, die auch HD-Streams im Heimnetzwerk verteilen wollen. Dank Dualband-Unterstützung ist die Hardware in der Lage, zwei Funknetze aufzuspannen. Wie macht sich der Router in der Praxis?

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Mit dem neuen Router spricht Netgear VDSL-Nutzer an, die auch HD-Streams im Heimnetzwerk verteilen wollen. Dank Dualband-Unterstützung ist die Hardware in der Lage, zwei Funknetze aufzuspannen. Wie macht sich der Router in der Praxis?.
http://www.netzwelt.de/news/91100-netgear-n600-test.html
2012-02-29 16:58:15
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Netgear N600 im Test