Beliebte Distribution plant ARM-Unterstützung
openSUSE: Erste Version für ARM-Chips angekündigt
OpenSUSE gehört zu den beliebtesten Betriebssystemen auf Linux-Basis und hat traditionell besonders in Deutschland viele Anhänger. Mit der kommenden Version 12.2 wollen die Entwickler aus Nürnberg nun den Sprung vom Desktop-PC auf mobile Endgeräte schaffen, die meistens einen ARM-Prozessor besitzen.
Inhaltsverzeichnis
- 1ARM-Systeme
- 2ARMv7 und v5
- 3XFCE-Desktop
- 4Fazit
Der Chiphersteller Intel dominiert mit seinen Prozessoren seit Jahren den PC-Markt, auch AMD konnte dem Giganten bisher nicht gefährlich werden. Gefahr droht jetzt von ganz anderer Seite: In immer mehr Handys und Tablets werden ARM-Chips eingebaut, die auch die Betriebssysteme immer besser unterstützen.
ARM-Systeme
Nachdem Microsoft angekündigt hat, das kommende Windows 8 auf die ARM-Architektur zu portieren, rückt die Plattform immer stärker in den Fokus der Open-Source-Community. Nach Debian und anderen Projekten will nun auch openSUSE eine entsprechende Unterstützung nachrüsten, wie letzte Woche in einer E-Mail an die beteiligten Entwickler klar gemacht wurde. Das Interesse an Linux auf ARM-Systemen ist so groß, dass sich führende Suse-Mitarbeiter mit Vertretern der Community im Hauptquartier des Unternemens getroffen haben, um die Rahmenbedingungen für die neue Architektur festzulegen.
ARMv7 und v5
Danach gab es durchaus einige spannende Entscheidungen zu verkünden: Schon in der nächsten Ausgabe von openSUSE, welche die Nummer 12.2 trägt, sollen ARM-Prozessoren offiziell unterstützt werden. Dabei konzentrieren sich die Entwickler auf die moderne ARMv7-Serie, auf der auch die bekannten Cortex-Chips basieren, die wiederum in vielen Smartphones und Tablets als "System on a Chip" zu finden sind. Auch der Tegra-Prozessor aus dem Hause Nvidia basiert im Kern auf ARMv7. Prozessoren nach ARMv5-Bauart, wie sie in Settop-Boxen eingesetzt werden, will openSUSE erst einmal nicht abdecken - es sei denn, es würden sich Personen beteiligen, welche die Unterstützung selbst nachrüsten.
XFCE-Desktop
Als Referenzplattform für die ARM-Architektur unter openSUSE haben sich die Beteiligten das sogenannte "Pandaboard" ausgesucht, das für knapp 180 US-Dollar erhältlich und damit vergleichsweise preiswert ist. Es dienst als Testsystem für openSUSE 12.2 und wird kostenlos an ausgewählte Entwickler verteilt. Damit sollen sie angespornt werden, möglichst viele Programme für ARM anzupassen, was dringend nötig ist. Im Moment gibt es noch zahlreiche Anwendungen, die nicht für ARM-Systeme kompiliert werden können - so zum Beispiel die großen Desktop-Umgebungen GNOME und KDE. In openSUSE ist im Moment nur XFCE nutzbar, auch mit dem Dateisystem btrfs gibt es noch Probleme.
Fazit
Die ARM-Architektur wird langsam aber sicher zur Gefahr für Intel: Wenn neben Windows auch die großen Linux-Distributionen auf ARM laufen, können Nutzer problemlos ihre x86-Chips einmotten. Obwohl andere Distributionen wie Debian längst ARM unterstützen, tritt mit openSUSE erstmals ein primär auf den Desktop ausgelegtes Betriebssystem dem ARM-Lager bei.


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