Hilfe für Menschen mit schweren Rückenmarksverletzungen

Medizin: Den Computer oder Rollstuhl mit der Zunge steuern

Die Zungensteuerung eignet sich für Menschen mit schweren Rückenmarksverletzungen. Die Sensoren sind an einer Halterung im Mund angebracht und reagieren auf Bewegungen der Zunge. Damit ist die Steuerung weniger auffällig als andere Modelle. Insgesamt sieben verschiedene Befehle werden erkannt, um zum Beispiel einen Computer oder einen Rollstuhl zu bedienen.

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Die Sensoren im Gaumen erkennen sieben verschiedene Befehle. (Bild: Maysam Ghovanloo)
Die Sensoren im Gaumen erkennen sieben verschiedene Befehle. (Bild: Maysam Ghovanloo)
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Menschen mit schweren Rückenmarksschäden waren jahrelang auf eine Technologie angewiesen, die sich durch Ein- und Ausatmen steuern lässt, um Rollstühle und Computer zu steuern. Durch die neue Zungensteuerung wird dies weniger auffällig, wie die US-amerikanische Technikseite Cnet.com schreibt. Allerdings müssen die Anwender bereit sein, sich die Zunge piercen zu lassen, um einen Magneten anzubringen.

Mehr Befehle möglich und unauffälligeres System

Der Prototyp ist am Georgia Institute of Technology entwickelt worden. Die Halterung für die Sensoren wird im Gaumen angebracht. Dadurch kann der Nutzer Befehle geben, indem er die Zunge in unterschiedliche Richtungen bewegt. Ein iPod oder iPhone empfängt drahtlos die Daten und überträgt diese wiederum an einen Rollstuhl oder Computer. Die Zungensteuerung ersetzt eine Version, bei der die Sensoren noch an einem Headset angebracht waren.

"Indem wir die Sensoren im Mund platzieren, haben wir ein Zungensteuerungssystem mit verbesserter Stabilität und Komfort geschaffen, das fast nicht bemerkt wird", sagte Maysam Ghovanloo, Dozent für Elektronik- und Computer-Ingenieurwesen an der Georgia Tech. Das System wurde bereits von elf Menschen mit schweren Rückenmarksschäden getestet. Sie waren alle bereit, sich die Zunge piercen zu lassen.  

Forscher haben bereits viele technische Geräte entwickelt, mit denen sich das Leben von Menschen mit Behinderung und Krankheiten verbessern lässt. Roboterbeine sollen zum Beispiel ein Leben ohne Rollstuhl ermöglichen. Haidar Taleb wollte mit einem Solar-Rollstuhl durch die Vereinigten Arabischen Emirate fahren. Britische Ärzte sollen künftig Apps verschreiben können

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