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Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
Nach der Schließung von Megaupload und Kino.to

von Lisa Hemmerich Uhr veröffentlicht

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Megaupload soll einen wirtschaftlichen Schaden von über einer halben Milliarde US-Dollar verursacht haben. Wie stehen Sie zu Filesharing?

Urheberrechtsregelungen sind aktuell in aller Munde. In vielen EU-Ländern wird gegen das geplante internationale Handelsabkommen ACTA demonstriert. Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz sitzt in Untersuchungshaft und ehemaligen Premium-Kunden von Kino.to droht ein Strafverfahren. Doch wie sieht es mit Ihrem persönlichen Rechtsempfinden aus. Ist Filesharing in Maßen eine Straftat oder ein Kavaliersdelikt?

Das US-Justizministerium hat den Filesharing-Dienst Megaupload im Januar geschlossen und die Verantwortlichen wegen Urheberrechtsverletzungen angezeigt.  (Quelle: Screenshot)

Jetzt mal ehrlich: Jeder kennt doch zumindest jemanden, der schon mal einen Song von einer Filesharung-Seite heruntergeladen hat. Und wieder andere laden sich ständig die neuesten Kino-Blockbuster herunter. Rein rechtlich ist beides Diebstahl geistigen Eigentums. Doch wie steht es mit ihrem persönlichen Rechtsempfinden, wenn der Song zum Beispiel nur zum Reinhören heruntergeladen wurde, um später womöglich das ganze Album zu kaufen?

Über 500 Millionen US-Dollar Schaden durch Megaupload

Spätestens seit der Verhaftung von Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz und der Schließung der Filesharing-Seite ist klar, welche Ausmaße Filesharing annehmen kann. Es ist einer der größten Fälle von Urheberrechtsverletzungen in den USA, wie das US-amerikanische Justizministerium mitteilte. Von organisiertem Verbrechen ist die Rede.

Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
  • Ja, solange es sich in Grenzen hält ist es ok.
  • Nein, Filesharing schadet den Künstlern und ist Diebstahl.
  • Weiß nicht, was sagen die anderen?
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Insgesamt soll ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entstanden sein. Die Seite hatte über 150 Millionen registrierte Nutzer sowie 50 Millionen Aufrufe täglich. Diese müssen nun bangen, ob sie je wieder an ihrer Inhalte rankommen. Weitere Filesharing-Hoster befürchten inzwischen, ein ähnliches Schicksal zu erleiden.

Streaming rechtlich umstritten

Die Frage nach der Legalität ist dabei oft schwer zu beantworten, denn es existieren rechtliche Grauzonen: Die Filmindustrie sieht bereits das Streamen eines Films und die damit verbundene kurzfristige Speicherung im Arbeitsspreicher des Computers als illegale Raubkopie. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Christian Solmecke haben die Nutzer von kino.to allerdings keine Straftat begangen, "da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird."

Obwohl die juristische Grundlage unsicher scheint, haben jedoch Premium-Kunden des abgeschalteten Streaming-Portals Kino.to seitens der Staatsanwaltschaft Dresden nun ein Strafverfahren zu erwarten, wie der Focus berichtete. Wie ist Ihr persönliches Rechtsempfinden? Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt oder ist jeder Diebstahl ein Diebstahl? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit anderen Lesern und der netzwelt-Redaktion im Forum.

Kommentare zu diesem Artikel

Megaupload soll einen wirtschaftlichen Schaden von über einer halben Milliarde US-Dollar verursacht haben. Wie stehen Sie zu Filesharing?

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  • L. W. schrieb Uhr
    AW: Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?

    Dieses ganze Thema ist außerordentlich problematisch, denn im Endeffekt schadet kein Filesharer irgendeinem Künstler. Dieses Argument ist bereits vor Jahren statistisch wiederlegt worden. Die einzigen Menschen denen Sharer effektiv Schaden zufügen sind sogenannte Content Alliances, z.B. die Deutsche Content Allianz. Diese Allianzen fassen hunderte von Menschen, die Künstler ausbeuten, und ihr Geld damit verdienen, sich einen Teil des Geldes eines Künstlers unter den Nagel zu reißen. Belegt wird dies durch diverse Kommentare von Künstlern. Allen voran ist hier EMINEM zu nennen. In einem offiziellen Statement gab er bekannt, dass die Filesharer-Gemeinde ihm keinen nennenswerten Schaden zufügt. Und auch diverse kleinere Bands zeigen, dass Filesharing im Grunde nur den großen CAs schadet. Denn gerade in Deutschland gibt es viele junge und unbekannte Bands die sich über PtP Programme wie eDonkey zu nationaler Bekanntheit verhalfen, und mittlerweile mehr Geld an Merchandising verdienen, als sie je mit Musik verdient hätten, wenn sie sich den CAs angeschlossen hätten. Und wenn Sony BMG und Co. dann demnächst über einbrechende Einnahmen klagen, dann betrifft dies im großen und ganzen nur die CEOs, deren Privatvermögen sowie so schon so enorm ist, dass sie die nächsten 300 Jahre eh nicht arbeiten müssten... In diesem sinne: GEGEN ACTA, FÜR FREIHEIT IM NETZ
  • Lisa H. schrieb Uhr
    AW: Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?

    Hallo, der Artikel spiegelt in keiner Weise die Meinung der Autorin wieder, sondern gibt einen Überblick über aktuelle Ereignisse. Es wird um die Meinung der Leserschaft gebeten.
  • BAReFOOt schrieb Uhr
    AW: Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?

    Da hat jemand die Propagandalüge der organisierten Kriminalität, man könne Information „besitzen“ wohl schon komplett geschluckt, was? PROTIP: NIEMAND kann Informationen besitzen, kaufen, mieten, oder stehlen! Das ist PHYSIKALISCH unmöglich. (Probieren sie es doch mal… Viel Glück dabei, alle Geräte und Gehirne dieser Welt auf Kopierung „ihrer“ Informationen zu filtern!) Und: Ja, ich bin Experte für Informationsphysik seit über 10 Jahren. Sie nicht. Mit ihrem Artikel schaden sie Kreativen und Konsumenten zugleich. Zum Nutzen einer sinnlos gewordenen winzigen Industrie von Kriminellen (deren deutschlandweiter *Umsatz* kleiner ist als der *Gewinn* der Stadtwerke Köln), die Kreative ausnutzen und missbrauchen, und mit deren Arbeit Geld machen wollen, indem sie die Dienstleistung immer wieder wie ein *Produkt* „verkaufen“, ohne selber auch nur einen Finger krumm zu machen! (Also keine Gegenleistung bieten. Was Betrug ist! Also illegal!) Ja. Das Erschaffen von Information/Ideen ist eine DIENSTLEISTUNG. Informatienen/Ideen selber sind *NIEMALS* ein Produkt. Eben wegen oben genannter Naturgesetze. Sie sollten sich was schämen!

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Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
Megaupload und kino.to sind wegen Urheberrechtverletzungen geschlossen worden. Was meinen Sie, ist Filesharing in Maßen tolerierbar?
http://www.netzwelt.de/news/90932-sonntagsfrage-filesharing-massen-kavaliersdelikt.html
2012-02-19 10:27:06
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/us-justizministerium-seite-megauploadcom-inzwischen-geschlossen-bild-screenshot11463.jpg
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