Nach der Schließung von Megaupload und Kino.to
Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
Urheberrechtsregelungen sind aktuell in aller Munde. In vielen EU-Ländern wird gegen das geplante internationale Handelsabkommen ACTA demonstriert. Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz sitzt in Untersuchungshaft und ehemaligen Premium-Kunden von Kino.to droht ein Strafverfahren. Doch wie sieht es mit Ihrem persönlichen Rechtsempfinden aus. Ist Filesharing in Maßen eine Straftat oder ein Kavaliersdelikt?
Jetzt mal ehrlich: Jeder kennt doch zumindest jemanden, der schon mal einen Song von einer Filesharung-Seite heruntergeladen hat. Und wieder andere laden sich ständig die neuesten Kino-Blockbuster herunter. Rein rechtlich ist beides Diebstahl geistigen Eigentums. Doch wie steht es mit ihrem persönlichen Rechtsempfinden, wenn der Song zum Beispiel nur zum Reinhören heruntergeladen wurde, um später womöglich das ganze Album zu kaufen?
Über 500 Millionen US-Dollar Schaden durch Megaupload
Spätestens seit der Verhaftung von Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz und der Schließung der Filesharing-Seite ist klar, welche Ausmaße Filesharing annehmen kann. Es ist einer der größten Fälle von Urheberrechtsverletzungen in den USA, wie das US-amerikanische Justizministerium mitteilte. Von organisiertem Verbrechen ist die Rede.
Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?
Insgesamt soll ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entstanden sein. Die Seite hatte über 150 Millionen registrierte Nutzer sowie 50 Millionen Aufrufe täglich. Diese müssen nun bangen, ob sie je wieder an ihrer Inhalte rankommen. Weitere Filesharing-Hoster befürchten inzwischen, ein ähnliches Schicksal zu erleiden.
Streaming rechtlich umstritten
Die Frage nach der Legalität ist dabei oft schwer zu beantworten, denn es existieren rechtliche Grauzonen: Die Filmindustrie sieht bereits das Streamen eines Films und die damit verbundene kurzfristige Speicherung im Arbeitsspreicher des Computers als illegale Raubkopie. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Christian Solmecke haben die Nutzer von kino.to allerdings keine Straftat begangen, "da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird."
Obwohl die juristische Grundlage unsicher scheint, haben jedoch Premium-Kunden des abgeschalteten Streaming-Portals Kino.to seitens der Staatsanwaltschaft Dresden nun ein Strafverfahren zu erwarten, wie der Focus berichtete. Wie ist Ihr persönliches Rechtsempfinden? Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt oder ist jeder Diebstahl ein Diebstahl? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit anderen Lesern und der netzwelt-Redaktion im Forum.


Kim Schmitz muss die nächsten drei Wochen mit umgerechnet 19.000 Euro auskommen. Gefordert hatte er 138.000 Euro pro Monat. Immerhin entschied ein Gericht, dass er vorerst nicht wieder in Haft muss.
Ein neuseeländischer Richter hat Kim Dotcom gegen Kaution entlassen. Dafür muss er strenge Auflagen erfüllen. Zum Beispiel darf er das Internet nicht nutzen.
Nach dem Vorgehen der US-Justizbehörden gegen den Filehoster Megaupload reagiert der ähnlich strukturierte Dienst FileSonic und deaktiviert seine Filesharing-Funktionen. Auch weitere Filesharing-Webseiten sind darum bemüht, ein ähnliches Schicksal wie das von Megaupload zu vermeiden.
Werden ehemalige Megaupload-Nutzer wieder Zugriff auf ihre Daten erhalten? Die Entscheidung liegt nun beim Bezirksgericht von Virginia, denn Server-Hoster Carpathia will nicht selbst über die Zukunft der Inhalte entscheiden.
Während der Razzia gegen Kino.to beschlagnahmten die Ermittler Server, auf denen sie Daten von Tausenden PayPal-Kunden fanden. Entgegen früherer Annahmen will die Staatsanwalschaft Dresden nun Strafverfahren gegen diese Premium-Nutzer einleiten.
Die Verantwortlichen von Megaupload müssen sich vor Gericht in drei weiteren Anklagepunkten verantworten. Sie sollen unter anderem Inhalte von YouTube weiterverbreitet haben.
Die US-Justizbehörde hat den Geschäftsführer der Filesharing-Seite Megaupload festgenommen. Ihm und sechs Mitstreitern, darunter sind auch drei Deutsche, wird Online-Piraterie im großen Stil vorgeworfen.





Beiträge
insgesamt 3 BeiträgeDieses ganze Thema ist außerordentlich problematisch, denn im Endeffekt schadet kein Filesharer irgendeinem Künstler. Dieses Argument ist bereits vor Jahren statistisch wiederlegt worden. Die einzigen Menschen denen...
Hallo, der Artikel spiegelt in keiner Weise die Meinung der Autorin wieder, sondern gibt einen Überblick über aktuelle Ereignisse. Es wird um die Meinung der Leserschaft gebeten.
Da hat jemand die Propagandalüge der organisierten Kriminalität, man könne Information „besitzen“ wohl schon komplett geschluckt, was? PROTIP: NIEMAND kann Informationen besitzen, kaufen, mieten,...