Nach der Schließung von Megaupload und Kino.to

Sonntagsfrage: Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?

Urheberrechtsregelungen sind aktuell in aller Munde. In vielen EU-Ländern wird gegen das geplante internationale Handelsabkommen ACTA demonstriert. Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz sitzt in Untersuchungshaft und ehemaligen Premium-Kunden von Kino.to droht ein Strafverfahren. Doch wie sieht es mit Ihrem persönlichen Rechtsempfinden aus. Ist Filesharing in Maßen eine Straftat oder ein Kavaliersdelikt?

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Das US-Justizministerium hat den Filesharing-Dienst Megaupload im Januar geschlossen und die Verantwortlichen wegen Urheberrechtsverletzungen angezeigt. (Bild: Screenshot)
Das US-Justizministerium hat den Filesharing-Dienst Megaupload im Januar geschlossen und die Verantwortlichen wegen Urheberrechtsverletzungen angezeigt. (Bild: Screenshot)
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Jetzt mal ehrlich: Jeder kennt doch zumindest jemanden, der schon mal einen Song von einer Filesharung-Seite heruntergeladen hat. Und wieder andere laden sich ständig die neuesten Kino-Blockbuster herunter. Rein rechtlich ist beides Diebstahl geistigen Eigentums. Doch wie steht es mit ihrem persönlichen Rechtsempfinden, wenn der Song zum Beispiel nur zum Reinhören heruntergeladen wurde, um später womöglich das ganze Album zu kaufen? 

Über 500 Millionen US-Dollar Schaden durch Megaupload

Spätestens seit der Verhaftung von Megaupload-Geschäftsführer Kim Schmitz und der Schließung der Filesharing-Seite ist klar, welche Ausmaße Filesharing annehmen kann. Es ist einer der größten Fälle von Urheberrechtsverletzungen in den USA, wie das US-amerikanische Justizministerium mitteilte. Von organisiertem Verbrechen ist die Rede.

Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt?

1. Ja, solange es sich in Grenzen hält ist es ok. 2. Nein, Filesharing schadet den Künstlern und ist Diebstahl. 3. Weiß nicht, was sagen die anderen?

Insgesamt soll ein Schaden von mehr als einer halben Milliarde US-Dollar entstanden sein. Die Seite hatte über 150 Millionen registrierte Nutzer sowie 50 Millionen Aufrufe täglich. Diese müssen nun bangen, ob sie je wieder an ihrer Inhalte rankommen. Weitere Filesharing-Hoster befürchten inzwischen, ein ähnliches Schicksal zu erleiden.

Streaming rechtlich umstritten

Die Frage nach der Legalität ist dabei oft schwer zu beantworten, denn es existieren rechtliche Grauzonen: Die Filmindustrie sieht bereits das Streamen eines Films und die damit verbundene kurzfristige Speicherung im Arbeitsspreicher des Computers als illegale Raubkopie. Nach Ansicht von Rechtsanwalt Christian Solmecke haben die Nutzer von kino.to allerdings keine Straftat begangen, "da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird."  

Obwohl die juristische Grundlage unsicher scheint, haben jedoch Premium-Kunden des abgeschalteten Streaming-Portals Kino.to seitens der Staatsanwaltschaft Dresden nun ein Strafverfahren zu erwarten, wie der Focus berichtete. Wie ist Ihr persönliches Rechtsempfinden? Ist Filesharing in Maßen ein Kavaliersdelikt oder ist jeder Diebstahl ein Diebstahl? Stimmen Sie ab und diskutieren Sie mit anderen Lesern und der netzwelt-Redaktion im Forum.

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