Sie sind hier:
 

Xompu-Notebook im Test
Anbieter übernimmt Software-Updates und Datensicherung

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

Diesen Artikel weiterempfehlen
SHARES

Die einen laden und installieren neue Programme im Schlaf herunter und erledigen die Software-Updates nebenbei beim Zähneputzen. Wer jedoch mit dieser ganzen Thematik nichts zu tun haben will, sollte sich das Angebot von Xompu näher ansehen: Die Wartung übernimmt das Unternehmen aus der Ferne.

Wem bei den Worten "Datensicherung", "Update" oder "Software-Aktualisierung" die Lust vergeht, seinen Computer einzuschalten, gehört zur Zielgruppe von Xompu. Das Unternehmen übernimmt die Wartung des hauseigenen Linux-Systems. Der Anwender kann sich ganz auf die Nutzung der vorinstallierten Programme konzentrieren. Wir haben uns die Notebook-Version von Xompu OS angeschaut.

Günstige und ausreichende Hardware

Für das Xompu-Notebook greift das Unternehmen auf Laptops verschiedener Hersteller aus dem Einsteiger-Bereich zurück. Beim Testgerät handelt es sich um ein HP635, aber auch Modelle von Toshiba und Fujitsu können den Weg zum Käufer finden.

Egal von welchem Hersteller das Notebook stammt, alle Xompu-Laptops sollen über einen 15,6 Zoll großen Bildschirm und ein DVD-Laufwerk verfügen. Der entspiegelte Monitor des Testgeräts verfügt über eine für seine Abmessungen zu kleine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln.

In dem Laptop steckt die Fusion-Plattform E-350 von AMD, deren Prozessor mit 1,6 Gigahertz getaktet ist und zu der der mobile Grafikchip Radeon HD 4250 gehört. Vier Gigabyte Arbeitsspeicher und eine 320 Gigabyte große Festplatte gehören ebenfalls zur Ausstattung.

Leistungstechnisch reiht sich das Xompu-Notebook damit im Einsteiger-Bereich etwas oberhalb der Netbooks ein. Für alltägliche Aufgaben reicht die Hardware aus und das Notebook streamt auch Youtube-Videos in HD-Auflösung flüssig - bei Full-HD-Auflösung gehen die Komponenten jedoch in die Knie und die Filme laufen nur stückchenweise.

Ins Internet gelangt das Notebook per WLAN. Die Verbindung ist auch nötig, um sich bei Xompu anmelden zu können, denn das Betriebssystem ist cloudbasiert. Das bedeutet, es läuft nicht nur auf dem Rechner, sondern nutzt auch Ressourcen auf Servern. Anders als beim Vorgängermodell funktioniert es jetzt auch noch, wenn die Internetverbindung getrennt wird. Sobald sie wieder besteht, überträgt es die zwischenzeitlichen Änderungen an den Server.

Ubuntu-Weiterentwicklung für sorgenfreie Nutzung

Bei Xompu OS handelt es sich um eine angepasste Version der Linux-Distribution Ubuntu. Die Oberfläche ist aufgeräumt: Links auf dem "Schreibtisch" befinden sich bereits fünf Ordner für Bilder, Dokumente, Downloads, Musik und Videos. Am rechten Bildschirmrand erscheint die Menüleiste, die der Nutzer durch Anklicken ausklappt.

Xompu installiert eigentlich alle Programme auf dem Notebook, die ein herkömmlicher Anwender benötigt. Zur Auswahl stehen neben dem Firefox-Browser und dem E-Mail-Client Thunderbird noch OpenOffice, ein Mediaplayer, die Bildbearbeitung Gimp, Skype, Audacity zum Aufnehmen und Bearbeiten von Audio-Dateien, Google Earth, der Datei-Browser Dolphin, der Multi-Messenger Pidgin, ein Terminkalender, ein Video-Editor und zahlreiche kleine Spiele.

Verknüpfungen zu häufig genutzten Programmen kann der Nutzer einfach mit der Maus auf die immer sichtbare Menüleiste ziehen, um sie jederzeit schnell erreichen zu können. Auf dieser befinden sich auch Schaltflächen für den Kontakt zum Kundendienst von Xompu, der Papierkorb und die Lautstärkeregelung.

Der Nutzer kann selber keine Programme herunterladen und auf dem Xompu-Notebook installieren. Der Anbieter will jedoch in Kürze mit dem sogenannten Xompu-Laden eine Art App Store eröffnen. In diesem sollen sich die Anwender neue Programme aussuchen und mit wenigen Mausklicks automatisiert installieren können.

Xompu-Notebook im Test

Bild 1 von 8
Bei dem aus der Ferne aktualisiertem Betriebssystem handelt es sich um eine Variante der Linux-Distribution Ubuntu.

Die Personen der von Xompu anvisierten Zielgruppe freuen sich bei dem Notebook darüber, dass sie keine Updates installieren brauchen. Dafür warten sie teilweise sehr lang, bis eine neue Programmversion in das System eingepflegt wird. Der Browser auf dem Testgerät trägt noch die Versionsnummer 3.6.24 - aktuell wäre die Version 10.0.1 von Firefox. Xompu begründet die späte Aktualisierung damit, dass der Browser an das Betriebssystem gekoppelt sei und nur mit diesem zusammen aktualisiert würde.

Durchschnittlicher Akku und hörbarer Lüfter

In dem HP-Notebook steckt ein Lithium-Ionen-Akku mit sechs Zellen. Bei ungünstigen Bedingungen hält er etwas mehr als drei Stunden lang durch. Die Akku-Laufzeit lässt sich aber leicht verlängern, der Nutzer muss nur einen der Stromspar-Modi, die das Xompu OS anbietet, auswählen und die Bildschirmhelligkeit reduzieren. Das WLAN sollte ja in der Regel aktiv sein.

Der Lüfter des getesteten Xompu-Notebooks muss schon im Leerlauf kräftig arbeiten und ist in einem stillen Raum ohne Hintergrundgeräusche deutlich zu hören. Läuft Musik oder unterhalten sich Personen, hört der Nutzer die Lüftung nur, wenn er dem Laptop ungewöhnlich nahe kommt.

Große Ablageflächen und Tasten ohne Funktion

Trotz der großen Grundfläche fehlt der Tastatur des getesteten Xompu-Notebooks ein Zahlenblock. Davon abgesehen entspricht das Keyboard größtenteils dem Standard-Layout, nur die oberste Zeile und die Tastenreihe rechts außen sind für dieses Gerät angepasst.

Die einzelnen Tasten weisen einen kurzen und knackigen Hub auf, der an einem deutlichen Druckpunkt sein Ende findet. Die F-Tasten in der obersten Reihe sind jedoch, von wenigen Ausnahmen abgesehen, mit gar keiner Funktion belegt und dienen anders als aufgedruckt auch zum Beispiel nicht zum Regulieren der Lautstärke.

Die Handballenablage fällt ausreichend groß aus, könnte bei einem Verzicht auf den schwarzen Rand um die Tastatur jedoch noch komfortabler sein. Das Touchpad grenzt sich optisch kaum erkennbar von der Umgebung ab; verlässt der Finger es, spürt der Nutzer dies jedoch deutlich.

Das Touchpad reagiert schon auf leichte Berührungen und setzt die Bewegungen des Fingers sofort um. Die zwei abgegrenzten Touchpadtasten reichen bis zum Rand des Gehäuses und lassen sich auf ihrer ganzen Fläche drücken. Sie wirken jedoch etwas wackelig.

Alle Standard-Anschlüsse vorhanden

Das Gehäuse des Xompu-Notebooks besteht aus Kunststoff und erscheint nicht so hochwertig wie Geräte aus Aluminium. Mängel in der Verarbeitung sind nicht zu erkennen. Der Laptop von HP verfügt über drei USB-Anschlüsse, jeweils einen HDMI-, VGA- und LAN-Anschluss sowie zwei Audio-Buchsen und ein Kartenlesegerät.

Fazit: Rechner für klare Zielgruppe

Die Zielgruppe für das Xompu-Notebook ist klar umrissen: Nutzer, die ihr System nicht selbst pflegen wollen und bereit sind, andere dafür zu bezahlen. Durch die Kosten für den Service verdoppelt sich der Preis der Hardware in etwa. Für die meisten Anwender sollte die günstige Ausstattung völlig ausreichen.

Die Benutzeroberfläche erweist sich als übersichtlich und logisch aufgebaut. Wer jedoch bisher vor Windows-Rechnern gesessen hat, muss sich umgewöhnen. Im Test lief das Xompu OS flüssig und durch den Offline-Modus ist einer der größten Nachteile der älteren Versionen behoben.

Das Xompu-Notebook soll ab März für eine unverbindliche Preisempfehlung von 499 Euro erhältlich sein. Darüber hinaus bietet das Unternehmen noch einen All-in-One-PC mit dem für den Nutzer wartungsfreien Betriebssystem an. Kostenpunkt: 899 Euro.

Im Kaufpreis enthalten ist das Basis-Servicepaket zu dem unter anderem fünf Gigabyte Online-Speicher, eine automatische Datensicherung, ein Pick-Up & Return-Service für die Hardware und eine Supportanfrage beim Kundendienst gehören. Wer glaubt mehr Unterstützung zu benötigen, kann zusätzlichen Service im Plus- und im Premium-Paket für 99 Euro beziehungsweise 239 Euro im Jahr dazubuchen. Wenn vorhanden, kostet der computeraffine Enkel jedoch meistens weniger.

Kommentare zu diesem Artikel

Die einen laden und installieren neue Programme im Schlaf herunter und erledigen die Software-Updates nebenbei beim Zähneputzen. Wer jedoch mit dieser ganzen Thematik nichts zu tun haben will, sollte sich das Angebot von Xompu näher ansehen: Die Wartung übernimmt das Unternehmen aus der Ferne.

Jetzt ist Ihre Meinung gefragt. Diskutieren Sie im Forum zu diesem Artikel.

Jetzt Diskutieren!
  • capa schrieb Uhr
    AW: Nicht nur für Oma und Opa: Wartungsfreier Laptop im Test

    So, da hatte sich im Datenblatt der Fehlerteufel eingeschlichen und das Notebook kostet nur 499 Euro und nicht wie zuerst geschrieben 599 Euro. Außerdem hat Xompu jetzt nach eigenen Angaben den Firefox-Browser aktualisiert. Da das Testgerät aber bereits die Redaktion verlassen hat, können wir diese Angabe nicht mehr Nachprüfen.

DSL- & LTE-Speedtest

Testen Sie mit unserem Speedtest Ihre tatsächliche DSL- oder LTE-Geschwindigkeit. Test auch mit Smartphone und Tablet möglich.

Jetzt Testen!

Der große Android-Update-Fahrplan

Welche Android-Version ist für mein Smartphone oder Tablet-Computer aktuell? Der große Android-Update-Fahrplan bringt Licht ins Dickicht der Versionen.

Jetzt ansehen!

article
33273
Xompu-Notebook im Test
Xompu-Notebook im Test
Nicht nur Oma und Opa stehen der Installation von neuen Programmen oder Software-Updates skeptisch gegenüber - Erleichterung verspricht das aus der Ferne gewartete Xompu-Betriebssystem.
http://www.netzwelt.de/news/90852-xompu-notebook-test.html
2012-02-15 16:52:14
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/schneller-o2-hotspots-zuzugreifen-bietet-the-cloud-fastconnect-app--bild-netzwelt6903.jpg
News
Xompu-Notebook im Test