Vor Ort in Hamburg

Anti-ACTA: Die Bürger des Internets wehren sich

Bereits seit einiger Zeit beschäftigt das Anti-Counterfeiting Trade Agreement die Netzgemeinde. Die Befürchtung der Kritiker: ACTA könnte zu einem unverhältnismäßig harten Vorgehen gegen Urheberrechtsverletzungen führen. Dieses Schreckensszenario trieb viele Menschen aus Hamburg und Umgebung auf die Straße. Netzwelt war mit der Videokamera vor Ort.

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Anti ACTA Demo: Am 11. Februar demonstrieren rund 5.000 Menschen in Hamburg gegen das Anti-Counterfeiting Trade Agreement (ACTA). Die Netzaktivisten fürchten vor allem eine stärkere Kontrolle des Internets. Zum Video: Anti ACTA Demo

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Inhaltsverzeichnis

  1. 1Bürgerbewegung für das Internet
  2. 2"Für die Freiheit"
  3. 3Dresscode: Anonymous-Masken 
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"Scheiß auf ACTA! Scheiß auf ACTA!", so schallt es aus tausenden Kehlen in der Hamburger Mönckebergstraße. Das Netz steht auf der Straße oder jedenfalls die, die meinen, für das Internet zu sprechen. Insgesamt 5.000 Protestler, so die Veranstalter, sprechen laut aus, was sie von dem internationalen Handelsabkommen halten. In anderen deutschen Städten machen sogar Zehntausende ihrem Ärger Luft.

Was die Demonstranten eint, ist die Angst vor Internetsperren und einer allumfassenden Netzüberwachung. Bisher sorgte ACTA nur virtuell für Tumult. Nun hat es der Netzaktivismus aus der Infrastruktur der Bits und Bytes auch auf die echte Straße geschafft. Bissige Kommentatoren, die nicht daran glaubten, dass aus Facebook-Gruppen tatsächlich Protestmärsche entstehen, wurden damit eines Besseren belehrt.

Bürgerbewegung für das Internet

"Dies ist der Beginn einer Bürgerbewegung für das Internet", tönt es vom Rednerwagen, auf dem sich vornehmlich Sprecher der Piratenpartei und des Chaos Computer Clubs am Mikrofon abwechseln. Während ihrer Ansprachen machen sie klar, dass es bei ACTA nicht nur darum geht, dass Provider gezwungen werden könnten, ihre Kunden auf Urheberrechtsverletzungen zu kontrollieren.

Denn auch der Verein Ärzte ohne Grenzen spricht sich gegen das Abkommen aus. Es wird befürchtet, dass ACTA die Produktion und den Vertrieb von Generika massiv beschränken könnte. Diese Nachahmpräparate seien jedoch unerlässlich für die medizinische Versorgung in Entwicklungsländern.



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