Europäische Union klärt Bürger über Notrufe im Ausland auf

Handy: Europäischer Tag der einheitlichen Notrufnummer 112

Die Europäische Union reguliert nicht nur die Form von Gurken oder Eigenschaften von Karamellbonbons, sondern hat gelegentlich auch Einfälle, die besser ankommen: Mit der einheitlichen Notrufnummer 112 erleichtert sie es Reisenden, im Fall der Fälle schnell Hilfe zu erhalten. Doch die 112 ist längst noch nicht überall bekannt.

Am 11. Februar 2012 ist Europäischer Aktionstag für die Notrufnummer 112. (Bild: netzwelt)
Am 11. Februar 2012 ist Europäischer Aktionstag für die Notrufnummer 112. (Bild: netzwelt)
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Auch im Jahr 2012 zieht es voraussichtlich wieder Tausende Urlauber ins europäische Ausland, besonders die Fußball-Europameisterschaft in Polen und der Ukraine dürfte Millionen Zuschauer anlocken. Mit einem Aktionstag und einer Kampagne erinnert die EU ihre Bürger erneut, wie sie unterwegs Hilfe erhalten.

112-Aktionstag

Dazu dient ein europaweiter Aktionstag, der aufgrund des passenden Datums am 11. Februar 2012 abgehalten wird. Die beiden EU-Kommissare Neelie Kroes (zuständig für die "Digitale Agenda") und Siim Kallas (Bereich Verkehr) haben sich dafür ausgesprochen, noch einmal an den Sinn und Zweck der Notrufnummer 112 zu erinnern: Wer die Polizei, Feuerwehr oder einen Krankenwagen rufen muss, weil zum Beispiel ein Brand oder ein Einbruch gemeldet werden soll, erreicht unter der einheitlichen Nummer 112 sofort einen Ansprechpartner. Dabei ist es gleichgültig, ob der Anruf vom Festnetz oder einem Mobiltelefon erfolgt und in welchem EU-Land man sich genau befindet.

Um möglichst schnell Hilfe zu erhalten, sollten Anrufer sofort die wichtigsten Fragen beantworten: Wo hat der Unfall beziehungsweise Notfall stattgefunden? Was ist geschehen? Wieviele Verletzte gibt es? Welche Art der Verletzung oder Erkrankung ist zu erkennen? Wer meldet den Unfall oder Notfall? Zusätzlich sollte man sich natürlich auf Rückfragen des Notdienstes einstellen. Auf eine Besonderheit weist die EU-Kommission im Zuge des 112-Aktionstags deutlich hin: Aufgrund der hohen Zahl von Spaß-Anrufen, die das Leben echter Menschen in einer Notsituation gefährden, haben einige EU-Länder beschlossen, Anrufe von Handys ohne eingelegte SIM-Karte nicht mehr zuzulassen.

Die Kampagne

Im Zweifel sollten sich Urlauber also nicht darauf verlassen, dass fremde Handys einen Notruf an die 112 auch ohne eingelegte SIM-Karte absetzen können. Neben dem Aktionstag startet die Europäische Union zusammen mit großen Reiseveranstaltern und Verkehrsunternehmen - zum Beispiel Air France, Air Berlin, Easy Jet und anderen - eine Kampagne, die Bürger durch Plakate und Flyer darüber aufklären soll, dass die 112 in allen EU-Ländern gilt. Nach Informationen einer aktuellen Studie wissen nur 18 Prozent der Menschen in Deutschland, dass die 112 nicht nur im eigenen Land, sondern überall in der Europäischen Union verwendet werden kann, obwohl das schon seit fast 20 Jahren so ist.

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