"Wikipedia arbeitet mit schmutzigen Tricks"
SOPA: Nun haben die USA ihren eigenen Heveling
In einem Gastkommentar in der New York Times meldete sich Cary H. Sherman von der Recording Industry Association of America (RIAA) zu Wort. Er bezeichnet die Protestmethoden von Wikipedia und Google gegen die Gesetzentwürfe SOPA und PIPA als "schmutzig". Sein Beitrag erinnert stark an die polemischen Aussagen, die Ansgar Heveling von der CDU vor kurzem im Handelsblatt tätigte.

Nun haben die USA ihren eigenen Heveling, denn ähnlich negativ, wenn auch nicht ganz so polemisch wie der CDU-Politiker, äußert sich Cary H. Sherman, Chief Executive der Recording Industry Association of America (RIAA), negativ in dem Gastbeitrag "What Wikipedia won't tell you" über die Netzproteste.
"Schmutzige Tricks"
"Fehlinformationen zu verbreiten ist ein schmutziger Trick, aber er wirkt", so Sherman in seinem Kommentar zu dem "Blackout Day", initiiert durch Wikipedia und Google. SOPA und PIPA hätten nichts mit Zensur zu tun, denn wenn ein US-amerikanisches Gericht entscheide, dass etwas illegal sei und der Schuldige verurteilt würde, lasse sich nicht von chinesischen Methoden sprechen. Wikipedia und Google hätten daher einseitige Informationen herausgegeben und ihre Macht im Netz missbraucht.
Auf diese Weise hätten sie Millionen von Nutzer dazu gebracht "ausländische Kriminelle" zu unterstützen, "die gefälschte Medikamente in den USA verkaufen." Die Zensurgefahr sieht Sherman vor allem bei den Protestlern selbst. Es seien Hacker wie Anonymous, die zensierten, wenn sie den Menschen kein Rederecht zugestünden, die nicht ihrer Meinung sind.
"Protestler zensieren"
Piraterie koste Tausende von Jobs in der Musikindustrie und die Verkäufe der Branche hätten sich seit 1999 und der Entstehung von Napster mehr als halbiert. Aus diesem Grund sei eine neue Gestzgebung notwendig. Sherman fordert daher Unternehmen wie Wikipedia und Google auf, Verantwortung zu zeigen und sich mit der Entertainment-Industrie für konstruktive Alternativvorschläge zusammenzusetzen.
Im Netz wird der Beitrag bereits heftig diskutiert. Unter anderem die Electronic Frontier Foundation kritisiert den Kommentar und fordert, dass sich die RIAA auf der Suche nach Alternativvorschlägen nicht nur auf andere Unternehmen konzentrieren sollte, sondern auf die Nutzer, die in den Entwicklungsprozess ebenfalls eingebunden werden wollen.

Solch eine Einstellung wird häufig durch engen Kontakt mit bestimmten Wirtschaftsgruppen angenommen. Auch Lobbyarbeit genannt. Herr Heveling war ja auch ein Freund der GEMA.