Kritik gegen Adressbuchimporte und Freundefinder
Facebook: Verbraucherschützer ziehen Soziales Netzwerk vor Gericht
Bereits im November 2010 reichte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Klage gegen Facebook ein, doch erst jetzt begann das Verfahren. Die Verbraucherschützer stören sich besonders am Adressbuchimport und Freundefinder. Der Prozess findet vor dem Landgericht Berlin statt.

Es ist bei Weitem nicht das erste Mal, dass dem Sozialen Netzwerk von Mark Zuckerberg Mängel beim Datenschutz vorgeworfen werden. Erst kürzlich erzürnte der Zwang zur Chronik die Gemüter und rief erneute Kritik von Datenschützern hervor. Um das neue Layout geht es im aktuellen Rechtsstreit jedoch nicht.
Problematische AGBs
Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) zufolge verstoßen einige Klauseln in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen genauso wie die Datenschutzbestimmungen von Facebook gegen geltendes Verbraucherschutzrecht. Außerdem stehen die Möglichkeit, E-Mail-Adressen aus der eigenen Kontaktliste in das Soziale Netzwerk zu integrieren, genauso wie der Freundefinder und die Datennutzung durch Drittanbieter beispielsweise in Form von Anwendungen in der Kritik.
Für die Verbraucherschützer ist dabei besonders wichtig, wo und in welcher Form die Daten der Nutzer von Facebook verarbeitet werden. Das Soziale Netzwerk behauptete bisher, die Datenverarbeitung erfolge im Europa-Hauptquartier in Irland. Weitere Informationen hierzu wurden jedoch nicht öffentlich. Aus diesem Grund hat der Bundesverband "erhebliche Zweifel" an der Darstellung.
Wo werden Daten verarbeitet?
Der Ort, an dem die Datenverarbeitung stattfindet, ist entscheidend, da dieser bestimmt, wo Unterlassungsansprüche geltend gemacht werden können. Findet die Verarbeitung also tatsächlich in Irland statt, sind die dortigen Datenschützer gefragt. Noch ist unklar, wie lange das gestern, am 8. Februar, vor dem Landgericht Berlin gestartete Verfahren dauern wird.
