Freundin süß-sauer

Im Kurztest: Catherine

Ein Mann, zwei Frauen, moralische Gretchenfragen - und unglaublich viele B(l)öcke, die es zu verschieben gilt: Fernost-Skurrilitäten-Lieferant Atlus inszeniert mit "Catherine" ein erotisch-esoterisches Beziehungsdreieck mit sadistischen Knobeleien und versöhnenden Adventure-Intermezzi - für Xbox 360 und PS3.

Catherine - Trailer: Die Hintergrundgeschichte zum Survival-Horror-Platformer Catherine wird in diesem Trailer angerissen. Der Spieler erfährt so, dass Hauptcharakter Vincent liebestoll zwischen Catherine und Katherine hin und her wankt. Auf die Platform-Aktionen, die den Hallodri in seinen Träumen heimsuchen, hat das jedoch nur hintergründig Einfluss. Erscheinen wird Catherine für die Xbox 360 und die PlayStation 3. Zum Video: Catherine - Trailer

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Bereits mit seiner Rollenspiel-Reihe "Shin Megami Tensei" (u. a. "Devil Summoner", "Digital Devil Saga" und "Persona") hat sich Publisher Atlus einen Namen für skurrile und okkult angehauchte Spielekost gemacht. Mit "Catherine" setzt man jetzt noch mal einen drauf und präsentiert eine bizarre Mixtur aus Knobelspiel und erotisierend-esoterischer Interaktiv-Novelle.

Die ist ebenso hintergründig wie durchgeknallt: Weil sich Mittdreißiger Vincent nicht mit dem Gedanken anfreunden kann, seine Langzeitgespielin Katherine (mit "K") endlich in den Hafen der Ehe zu führen, wird er nachts von bizarren Albträumen geplagt. In diesen Horrorvisionen erklimmt der schlaksige Protagonist gigantische Türme aus Quadern. Da die unteren Reihen der schwindelerregenden Konstruktionen allmählich wegbröckeln, muss Vincent in aller Eile die Blöcke so hin und herschubsen, dass er sie als Treppe entfremden und mit ihnen das nächste Höhenniveau erreichen kann. Aufgelesene Kopfkissen und Münzen machen ihm dabei das Leben leichter.

Nur wenn er den Gipfel des Würfelgebildes erklimmt, erlebt er den nächsten Morgen und damit die Rückkehr in die Realität, um sich einen weiteren Tag lang in seinem Stammlokal "The Stray Sheep" herumzudrücken: Hier trifft er sich mit anderen Junggesellen-Kumpels, plaudert mit der Belegschaft, kippt Kurze und Cocktails oder schickt seiner Freundin Katherine eifrig SMS-Nachrichten, deren Tonus der Spieler bestimmen darf. Außerdem lernt er dort die verführerische Catherine (mit "C") kennen: Deren zunächst unverbindliche Avancen erscheinen Vincent angesichts des drohenden Ehestandes umso verlockender.

Bald schon sieht sich der krampfhaft um die Erhaltung seiner Unabhängigkeit bemühte Fremdgänger in einem stressigen Beziehungsdreieck gefangen - und die Tatsache, dass sich das neue Betthupferl als übernatürliches Wesen entpuppt, trägt nicht unbedingt dazu bei, die prekäre Situation zu entschärfen.

Nacht für Nacht schlägt sich der gehetzte Junggeselle mit denselben rätselhaften Albträumen herum - Albträume übrigens, die er mit zahlreichen Leidensgenossen teilt: Außer ihm tummeln sich noch etliche andere Opfer der paranormalen Verführungskünstlerin im seltsamen Knobel-Limbus. Wer hier landet, betritt das Rätsel-Labyrinth nicht als Mensch, sondern verwandelt sich ein Schaf. Diese Gehörnten sind es dann auch, die Vincent in die Regeln der geträumten Zwischenwelt einführen und ihm mit dem einen oder anderen Knobelkniff aushelfen, wenn er nicht gerade damit beschäftigt ist, mit ihnen um die Wette zu klettern oder in einem Beichtstuhl moralische Gretchenfragen zu beantworten: "Das Leben beginnt oder endet mit der Ehe?" Die protokollierte Gesinnung - Engelchen oder Teufelchen - beeinflusst Handlung und Ende ...

Im Kurztest: Catherine

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Im Kurztest: Catherine - Seitensprung ins Jenseits: "Catherine" ist interaktiver Zeichentrickfilm, Knobelei und Moralappell in einem. (Bild: Deep Silver)
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Seitensprung ins Jenseits: "Catherine" ist interaktiver Zeichentrickfilm, Knobelei und Moralappell in einem. (Bild: Deep Silver)

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Im Kurztest: Catherine - Die hübsche Catherine wirft sich an Vincent ran. (Bild: Deep Silver)
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Die hübsche Catherine wirft sich an Vincent ran. (Bild: Deep Silver)

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Im Kurztest: Catherine - Nachts findet sich Vincent in einer albtraumhaften Welt wieder, in der in Windeseile Würfelbauten erklimmen muss. (Bild: Deep Silver)
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Nachts findet sich Vincent in einer albtraumhaften Welt wieder, in der in Windeseile Würfelbauten erklimmen muss. (Bild: Deep Silver)

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Im Kurztest: Catherine - Katherine würde gerne mit Vincent über ihre Beziehung sprechen - und am liebsten heiraten. (Bild: Deep Silver)
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Katherine würde gerne mit Vincent über ihre Beziehung sprechen - und am liebsten heiraten. (Bild: Deep Silver)

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Leider ist das im Laufe launiger Trickfilm- und (nur wenig interaktiver) 3D-Sequenzen erzählte Drumherum nicht mehr als schmückendes Beiwerk. Beiwerk, das "Catherine" zumindest inszenatorisch dank Bach- und Beethoven-Klängen zu etwas ganz Besonderem macht, aber trotz aller sexueller Doppeldeutigkeiten und des fein pointierten Nippon-Humors nicht darüber hinwegtäuscht, dass der Titel im Kern nicht mehr ist als ein schlichtes, aber cleveres und unterhaltsames Knobel-Rendezvous, das im Download-Store für schmale 15 Euro sicher besser aufgehoben wäre.

Datenblatt

Catherine
SpielnameCatherine
HerstellerAtlus
VertriebKoch Media
GenrePuzzle / Quiz
Erhältlich ab10.02.2012
Preisca. 60 Euro
EAN Code4020628088903
SchwierigkeitFür Profis
Alterab 16 Jahren
Multiplayernein
Sonstiges 
Bewertung Grafikgut
Bewertung Steuerunggut
Bewertung Soundgut
Bewertung Spielspassbefriedigend
Bewertung Gesamtbefriedigend
SystemXbox 360
SystemPlayStation3

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Wie geht's weiter? Zu diesem Thema haben wir eine redaktionelle Übersicht erstellt. Sie finden das Special zu Sony Playstation 3 hier.

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