Freilassung erneut abgelehnt
Kim Dotcom: Megaupload-Millionär erhält unmoralische Angebote
Kim Schmitz alias Kim Dotcom muss weiterhin in Untersuchungshaft bleiben. Trotz der Beteuerungen des Megaupload-Millionärs, keine Fluchtabsichten zu haben, lehnte das neuseeländische Gericht eine Freilassung gegen Kaution erneut ab. Derweil berichtet Dotcom, dass er im Gefängnis unmoralische Angebote von Unbekannten erhält.
Kim Dotcoms Anwalt, Paul Davison, zeigte sich gegenüber TV New Zealand enttäuscht über die erneute Entscheidung des Gerichts, dem Internet-Millionär keine vorläufige Freiheit zu gewähren. Dotcom fühle sich gemeinsam mit seiner Familie in Neuseeland sehr zuhause, so Davison, und habe daher keine Fluchtintentionen. Er kündigte an, weitere rechtliche Schritte einzuleiten, um doch noch die Entlassung zu erwirken.
Unmoralische Angebote
Dotcom selbst betonte vor Gericht, dass eine Flucht bereits am Geldmangel scheitern würde. Sein gesamtes Kapital sei gepfändet worden. Außerdem wolle er gegen die Auslieferung in die USA mit juristischen Mitteln kämpfen und bei seinen drei Kindern wie seiner schwangeren Frau bleiben. Der 38-Jährige äußerte zudem, dass er von Polizisten geschlagen worden sei und im Gefängnis diverse unmoralische Angebote erhalte. Unter anderem habe ihm jemand gefälschte Reisepapiere angeboten.
"Ich bekomme Briefe und Anrufe von Personen, die ich noch nie gesehen habe," äußerte er im Gerichtssaal. Illegale Angebote habe er jedoch abgelehnt, obwohl ihm ein Mann am Telefon anbot, gegen eine gewisse Geldsumme seine Freilassung auf Kaution zu erwirken. Auch dies habe er sofort abgelehnt und die entsprechende Nummer einem Polizisten gegeben, schreibt TV New Zealand.
620 Millionen US-Dollar Schadensersatz
Kim Dotcom wird vorgeworfen, durch den Betrieb des Filesharing-Portals Megaupload Rechteinhaber um 620 Millionen US-Dollar gebracht zu haben. Vor dem Gericht sagte er diesbezüglich, dass die legalen Dateien auf der Webseite die illegalen "bei weitem übersteigen" würden.


Megaupload-Gründer Kim Dotcom beteuert vor Gericht seine Unschuld. Dem gebürtigen Deutschen werfen die US-Behörden unter anderem Urheberrechtsverletzungen vor. Rechtlichen Beistand soll der US-Star-Anwalt Robert S. Bennett leisten.
Wegen eines Verfahrensfehlers könnte Megaupload-Gründer Kim Dotcom doch nicht an die USA ausgeliefert werden. Ihm sei die Anzeige nicht zugestellt worden.
Keine Fluchtgefahr: Megaupload-Gründer Kim Schmitz darf in seine Villa zurück und muss keine Fußfesseln mehr tragen. Zudem müssen die USA Einsicht in beschlagnahmte Dokumente gewähren.
Bei der Beschlagnahmung seines Vermögens hatte Megaupload-Gründer Kim Dotcom keine Möglichkeit, sich zu verteidigen. Wegen des Fehlers könnte er seine Besitztümer zurückerhalten.
Die Verantwortlichen von Megaupload müssen sich vor Gericht in drei weiteren Anklagepunkten verantworten. Sie sollen unter anderem Inhalte von YouTube weiterverbreitet haben.
Kim Schmitz muss die nächsten drei Wochen mit umgerechnet 19.000 Euro auskommen. Gefordert hatte er 138.000 Euro pro Monat. Immerhin entschied ein Gericht, dass er vorerst nicht wieder in Haft muss.
Ein neuseeländischer Richter hat Kim Dotcom gegen Kaution entlassen. Dafür muss er strenge Auflagen erfüllen. Zum Beispiel darf er das Internet nicht nutzen.




