Nutzer bekommen mehr, als sie geben

Studie: Facebook-Nutzer zeigen keine Ermüdungserscheinungen

Mit dem Börsengang von Facebook wurden auch Befürchtungen laut, dass das Soziale Netzwerk seinen Zenit bereits erreicht habe und nun die Nutzerzahlen nicht mehr steigen könnten. Eine aktuelle Studie beweist das Gegenteil: Es gibt keine Hinweise darüber, dass die Dauer der Facebook-Nutzung mit einem Abnehmen der Aktivitäten zusammenhänge - im Gegenteil. Zudem wurde herausgefunden, dass der durchschnittliche Nutzer bei Facebook mehr bekommt, als er gibt.

Vor zwei Tagen beantragte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Börsengang des Sozialen Netzwerks. (Bild: Facebook)
Vor zwei Tagen beantragte Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Börsengang des Sozialen Netzwerks. (Bild: Facebook)
Werbung

Forscher des Pew Research Centers haben herausgefunden, dass Nutzer, bei denen die Anmeldung bei Facebook schon länger zurückliegt, häufiger Status-Updates machen, den "Like"-Button nutzen oder Kommentare schreiben. In der Studie gibt es also keine Beweise dafür, dass altgediente Nutzer unter sogenannter Facebook-Ermüdung leiden. Zugleich gilt: Je mehr Facebook-Freunde jemand hat, desto mehr nutzt er alle Formen von Inhalten und desto mehr Freundschaftsanfragen sendet und erhält er. 

20 bis 30 Prozent "Power User"

Ein weiteres interessantes Ergebnis der Studie ist: Der durchschnittliche Nutzer bekommt mehr von seine Facebook-Freunden, als er gibt. Der Grund dafür sind die sogenannten "Power User", die viel mehr beitragen als andere. Etwa 20 bis 30 Prozent der Nutzer zählen zu dieser Gruppe. "Power User" spezialisieren sich meist auf eine Facebook-Aktivität, wie zum Beispiel Freundschaftsanfragen, private Nachrichten oder die Nutzung des "Like"-Button.  

Frauen aktiver als Männer

Im untersuchten Zeitraum erhielten 63 Prozent der Studienteilnehmer eine Freundschaftsanfrage, aber nur 40 Prozent fragten jemanden an. Zudem verschickten sie zwölf Nachrichten und erhielten neun. Wobei Frauen mehr Inhalte posten als Männer. Sie machten pro Monat 21 Updates zu ihrem Facebook-Status, bei den Männer waren es sechs Updates. 

Mittlerweile nutzen etwa 845 Millionen Menschen weltweit das Netzwerk. Vor Kurzem erst hat Facebook den Börsengang beantragt. In den Unterlagen, die bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht wurden, befindet sich auch ein Brief von Facebook-Gründer Mark Zuckerberg.

In den USA nutezen die Hälfte aller Erwachsenen und drei Viertel aller Jugendlichen soziale Netzwerke, wobei Facebook am meisten verbreitet ist. Für die Studie wurden 269 amerikanische Facebook-Nutzer befragt sowie ihre Daten bei Facebook ausgewertet. 

Das Phänomen Facebook hat bereits viele Studien angeregt. Wissenschaftler haben etwa herausgefunden, dass das Lächeln auf dem Profilfoto die spätere Lebenszufriedenheit voraussagt.   

Links zum Thema

Kommentieren