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Milliarden Adressen: JiffyBox unterstützt jetzt das IPv6-Protokoll
Cloud-Hosting integriert die neue Protokoll-Version

von Markus Franz Uhr veröffentlicht

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Langsam aber sicher gehen die restlichen IP-Adressen zur Neige. Gegen die Knappheit, die schon seit Jahren bekannt ist, schafft nur das IPv6-Protokoll Abhilfe. Es kann ab sofort auch in JiffyBox von domainFACTORY genutzt werden.

JiffyBox ist praktisch die einzige einheimische Hosting-Plattform, die den großen US-Konkurrenten Amazon und Rackspace technisch die Stirn bieten kann. Einzig beim Thema IPv6 machte das Angebot bislang keine gute Figur - seit Anfang Februar ist das moderne Protokoll aber nun endlich nutzbar.

JiffyBox unterstützt ab sofort das IPv6-Protokoll. (Quelle: domainFACTORY)

Der Adressraum des Internet wird langsam knapp: Nach dem bisherigen Standard können höchstens 4,2 Milliarden eindeutige IP-Adressen vergeben werden, was durch die rasant steigende Anzahl von Geräten mit Internet-Anschluss zum Problem wird. Abhilfe schafft einzig und alleine IPv6.

Neue Adressen

Im Vergleich zu IPv4 kann die neue Version bis zu 350 Sixtillionen Adressen verarbeiten, was für die nächsten 100 Jahre eigentlich ausreichen sollte. Allerdings können Anwender nicht automatisch vom neuen Standard profitieren, sondern sind dabei auf das Engagement ihres Providers angewiesen: Wer eine eigene Internetpräsenz betreibt, muss warten, bis sein Hosting-Anbieter das IPv6-Protkoll in den internen Systemen eingeführt hat. Fast alle großen Anbieter haben das mittlerweile getan.

Auch die Münchner domainFACTORY gehört dazu: Die hauseigenen Hosting-Pakete sind schon lange über das IPv6-Protokoll erreichbar, sofern es im Kunden-Menü aktiviert wird. Ärgerlich war, dass die beliebten Cloud-Server unter der Marke JiffyBox bisher nur IPv4 nutzen konnten, während ähnliche Angebote aus den USA - zum Beispiel Amazon EC2 und Rackspace Cloud - längst IPv6 angeboten haben. Seit Ende Januar unterstützt nun aber endlich auch JiffyBox den neuen Standard.

Experimentell

Bevor alle Nutzer nun sofort ihre JiffyBox-Server auf IPv6 umstellen, sollten sie eines beachten: Im Moment ist die entsprechende Funktion noch als experimentell gekennzeichnet, auch wenn es laut domainFACTORY im internen Test keinerlei Probleme gab. Dazu kommt, dass die Aktivierung eine Gefahr für den Server selbst darstellen kann: Da die Firewall-Regeln üblicherweise getrennt für IPv4 und IPv6 gespeichert werden, ist die eingesetzte Linux-Distribution nach dem Anschalten eventuell sofort schutzlos dem Internet ausgesetzt. Wer sich dieser beiden Gefahren bewusst ist, kann IPv6 innerhalb der JiffyBox-Konsole unter dem Punkt Konfiguration und Netzwerk anschalten.

JiffyBox zeigt die erfolgreiche Aktivierung durch eine Statusmeldung an. (Quelle: domainFACTORY)

Nach wenigen Sekunden informiert JiffyBox den Anwender dann mit einer Statusmeldung, dass die Aktivierung erfolgreich abgeschlossen wurde. ("Die Netzwerkkonfiguration wurde aktualisiert.") Jede Maschine in JiffyBox, die am Beta-Test von IPv6 teilnimmt, erhält eine permanente primäre IP, die direkt neben den anderen Statusangaben der jeweiligen Box angezeigt wird. Auch Netzmaske und Gateway sind dort zu sehen. Mit diesen Angaben können andere IPv6-fähige Anwendungen oder Online-Dienste (und das DNS) für die Nutzung des virtuellen Servers konfiguriert werden.

Millionen IPs

Sollte es bei der Aktivierung von IPv6 Probleme geben, hat dies keine Auswirkungen auf den Zugriff per IPv4: JiffyBox unterstützt den parallelen Betrieb beider Protokolle, mit dem jede moderne Linux-Distribution problemlos zurechtkommt. Sofern mehr als zehn Server bei JiffyBox betrieben werden, lohnt es sich möglicherweise, einen Blick auf die Subnetz-Funktion zu werfen: Auf Wunsch können Kunden sich ein eigenes IPv6-Netz zuweisen lassen, in dem theoretisch mehrere Millionen IPs zur Verfügung stehen. Damit ist es zum Beispiel möglich, mehrere virtuelle Server der Reihe nach zu nummerieren, um sie leichter zu unterscheiden und sich weniger Adressen merken zu müssen.

Sogar ein ganzes IPv6-Netz inklusive Reverse-Lookup können Nutzer aktivieren. (Quelle: domainFACTORY)

Fazit

Mit Einführung von IPv6 in JiffyBox fällt auch der letzte große Grund weg, virtuelle Server bei einem US-Anbieter statt in Deutschland zu buchen. Nutzer sollten bedenken, dass Server bei JiffyBox im Unterschied zu Amazon und Rackspace vor den US-Behörden sicher sind und sich der Zugriff nach den strengen europäischen Gesetzen richtet.

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Langsam aber sicher gehen die restlichen IP-Adressen zur Neige. Gegen die Knappheit, die schon seit Jahren bekannt ist, schafft nur das IPv6-Protokoll Abhilfe. Es kann ab sofort auch in JiffyBox von domainFACTORY genutzt werden.

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Langsam aber sicher gehen die restlichen IP-Adressen zur Neige. Gegen die Knappheit, die schon seit Jahren bekannt ist, schafft nur das IPv6-Protokoll Abhilfe. Es kann ab sofort auch in JiffyBox von domainFACTORY genutzt werden.
http://www.netzwelt.de/news/90640-milliarden-adressen-jiffybox-unterstuetzt-ipv6-protokoll.html
2012-02-03 08:36:07
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2012/jiffybox-unterstuetzt-ab-sofort-ipv6-protokoll-bild-domainfactory11826.jpg
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