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Sony PlayStation Vita im Kurztest: Anfassen, Kippen, Schreien
Leistungsstarke Hardware und zahlreiche Steuerungsoptionen

von Jan Kluczniok Uhr veröffentlicht

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Raketen per Stimme abschießen, Fadenkreuze durch Bewegungen des Handhelds steuern - dies sind nur zwei von zahlreichen interessanten Steuerungs-Konzepten von Sonys neuem Handheld PlayStation Vita.

Sony packt bei der PlayStation Vita (PS Vita) die Rechenpower der PlayStation 3 in ein handliches Format. Gesteuert wird der Handheld aber nicht mehr nur mit der Kombination aus Analogsticks und Tasten, sondern mit vollem Körpereinsatz - Mikrofon, Touchscreen und Bewegungssensor machen es möglich. Kurz vor dem Markstart gewährte Sony netzwelt einen ausführlichen Blick auf den Handheld und verriet Details zu Spielen, Apps und der Integration der PS Vita in das PlayStation-Universum.

Wer nur ein paar Minuten auf Sonys neuem Handheld zockt, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Die Grafikleistung des Handhelds beeindruckte die Redaktion schon beim ersten Probespielen auf der Gamescom 2011 und hat in den letzten Monaten nichts von ihrer Faszination verloren. Der fünf Zoll große OLED-Bildschirm disqualifiziert die PlayStation Vita zwar für den Transport in der Hosentasche, sorgt aber für leuchtende Farben und scharfe Bilder, wie man sie sonst nur aus dem heimischen Wohnzimmer kennt.

Steuern mit fast allen Sinnen

Beeindruckend ist aber nicht nur die Rechenpower sondern auch die unterschiedlichen Steuerungsmöglichkeiten des Handhelds: Analogstick, Sechs-Achsen-Bewegungssensor, Touchscreen, Touchpad, Mikrofon und natürlich die vom PS3-Controller bekannten Tasten Kreuz, Quadrat, Kreis und Dreieck plus Schultertasten und Steuerkreuz.

Diese Vielfalt an Steuerungsoptionen überfordert beim ersten Spielen nicht nur den Nutzer, sondern offenbar auch die Entwickler. Launch-Titel wie Wipeout 2048 oder Uncharted: Golden Abyss machen eher sporadisch Gebrauch von den Möglichkeiten. So bewegt der Spieler im Sniper-Modus bei Uncharted das Fadenkreuz nicht mit Analogstick oder Steuerkreuz, sondern indem er die Vita selbst bewegt und sich quasi nach Feinden umblickt. Bei Wipeout soll der Nutzer dagegen Waffen per Sprachsteuerung aktivieren können.

Vorbild Little Deviants

Ein Launch-Titel, der sich gleich dem gesamten Steuerungs-Repertoire der PlayStation bedient, ist dagegen Little Deviants: eine Sammlung von Mini-Spielen, in der der Nutzer die Little Deviants in einer Phantasiewelt vor bösen Botz retten muss. Der Spieler manövriert die Deviants dabei via Bewegungssteuerung durch die Lüfte, führt sie mit Touchscreen oder rückseitigem Touchpad durch Labyrinthe - oder brüllt sie über das Mikrofon an.

Sony PlayStation Vita

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Der Größenvergleich zwischen Samsung Galaxy S (links) und Sony PlayStation Vita (rechts) zeigt der Handheld ist nicht für die Hosentasche geeignet. (Bild: netzwelt)

Während man Touchscreens sowie Bewegungs- und Sprachsteuerung bereits von anderen Systemen kennt, ist das rückseitige Touchpad eine Neuheit auf dem Markt. Nicht jeder der netzwelt-Tester kam mit der Berührungsfläche auf Anhieb zu recht. Sie ist nämlich nur minimal von der Rückseite abgesetzt, was die Orientierung im Probespiel erschwerte. Das Touchpad verspricht aber für die Zukunft interessante Möglichkeiten: In Kombination mit dem Touchscreen sollen Bewegungen wie Klettern etc. simuliert werden können, verspricht Sony.

Augmented-Reality-Funktionen

Vielversprechend sind auch die Augmented-Reality-Funktionen des Handhelds. Während das Spiel Virtual Fighters eher unspektakulär ist, wird die Vita auch sogenannte Wide-Area-Augmented- Reality-Spiele unterstützten. Über verschiedene AR-Karten kann der Spieler dann auf seinem Tisch ein Fußballstadion samt Tribüne und Anzeigetafel nachbauen. Sechs solcher Karten liegen jeder PlayStation Vita bei. Weitere wird man sich ausdrucken können. Leider demonstrierte Sony die Wide-Area-Augmented-Reality-Spiele bei der Präsentation nur in einem kurzen Clip.

Weitere Spielmöglichkeiten bietet auch die Near-Funktion der PlayStation Vita. Mit dieser kann der Nutzer weitere Vita-Spieler in seiner Nähe entdecken und sehen, was sie gerade spielen, oder mit Ihnen Gegenstände tauschen beziehungsweise Spielgegenstände an einem reellen Ort für andere Spieler hinterlegen - auf Wunsch lässt sich die Near-Funktion aber auch deaktivieren. Ausprobieren ließ sich das Geocaching nach virtuellen Goodies bei der Präsentation ebenfalls nicht.

Hunderte von Inhalten zum Start

Zum Release-Termin in Japan waren 26 Spiele verfügbar. In Deutschland wird es zum Start Ende Februar ein Vielfaches sein. Sony selbst bringt im Februar zwölf lokalisierte Titel auf den Markt - darunter ist auch der Blockbuster Uncharted: Golden Abyss. Drittanbieter wie Electronic Arts oder Ubisoft steuern zum Marktstart noch einmal 22 Titel bei. Hier sind vor allem Fifa 12 oder Virtual Tennis 4 zu nennen. Des Weiteren hat der Nutzer über den PlayStation Store Zugriff auf ältere Titel. Rund 650 Spiele-Inhalte stehen hier derzeit zur Auswahl, darunter 300 PSP-Titel und 110 Klassiker von der PlayStation One.

In den folgenden Monaten sieht es dagegen eher mager aus mit neuen Inhalten. Sony selbst plant, von März bis Mai erst einmal mit Unit 13, Resistance: Burning Skies und Little Big Planet drei Titel zu veröffentlichen. Drittanbieter steuern noch sechs weitere Spiele bei. Zu beachten ist: Nicht alle Titel werden physikalisch auf einer Game Card im Handel erhältlich sein. Einige Titel gibt es nur als Download, etwa Sonys Motorstorm RC. Drittanbieter setzen aber derzeit eher noch auf die Auslieferung via Game Card. Von 28 sogenannten 3rd-Party-Titeln erscheinen nur acht als reines Download-Spiel. Bei Sony sind es dagegen nach derzeitiger Planung sechs von 15 Spielen. Der Durchschnittspreis für einen Game Card-Titel wird übrigens zwischen 30 und 50 Euro liegen.

Sony PlayStation Vita

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Sonys neuer Handheld liefert eine Grafik, die an das PS3-Niveau heranreicht. (Bild: netzwelt)

Abwärtskompatibel gegen Aufpreis

Mit der PlayStation Vita haben die alten UMD-Speicherkarten ausgedient. Künftig setzt Sony auf sogenannte Game Cards, die knapp vier Gigabyte Speicher fassen und in etwa die Größe einer SD-Karte besitzen. Dementsprechend kann der Nutzer keine UMDs mehr in die PS Vita einlegen. PSP-Spiele, die nur auf UMD aber nicht als Download vorliegen, sind deshalb mit der Vita nicht mehr nutzbar.

Sony verspricht Abhilfe: Es wird ein Programm geben, mit dem Nutzer ihre alten UMD-Titel auf die PlayStation Vita portieren können, verspricht Sony Senior PR-Manager Guido Alt im Gespräch mit netzwelt. Mit diesem erhalte der Nutzer die alten UMD-Spiele noch einmal als Download. "Allerdings wird dieser Service nicht kostenlos sein", betont Alt. Schließlich müsse Sony für die Portierung der Titel nochmals Lizenzgebühren an die Rechteinhaber entrichten. Zum Teil müsste der Konzern auch erst einmal recherchieren, wer mittlerweile die Rechte an den teils sieben Jahre alten Spielen besitze. Details zu Ablauf und Preisen gebe es noch nicht. Vermutlich werde die Portierung aber pro Spiel zwischen fünf und zehn Euro kosten.

Apps nur mit Unterhaltungsbezug

Eine scharfe Abgrenzung nimmt Sony gegenüber der hauseigenen Smartphone- und Tablet-Sparte vor. Obwohl die PlayStation Vita technisch über ähnliche Möglichkeiten wie moderne Mobiltelefone verfügt und Sony mit der PlayStation Suite eine einheitliche Entwicklungsumgebung für Vita und Android-Geräte bietet, wird es keine Apps ohne Unterhaltungs- oder Gamingbezug geben. Ab Werk finden sich Twitter, Facebook, Skype und Foursquare auf dem Gerät.

Sony stellt zudem einen Textchat für bis zu 16 Personen zur Verfügung. Mit "Party" gibt es auch einen Sprachchat für 18 Personen. Dieser funktioniert dabei spielübergreifend. Auch auf das PlayStation Network mit seinen Unterhaltungsinhalten hat der Nutzer Zugriff. Des Weiteren bietet die PlayStation Vita eine Kamera-App und einen Web-Browser, den netzwelt im Kurztest aber mangels Internet-Verbindung nicht ausprobieren konnte.

Vodafone akzeptiert ab sofort Vorbestellungen für die PlayStation Vita. (Quelle: Vodafone)

WLAN, WLAN/3G, bald auch LTE?

Nutzer haben bei Sonys neuem Handheld die Qual der Wahl - den Handheld gibt es in zwei Ausführungen, einmal als reine WLAN-Variante und für 50 Euro mehr als 3G-fähiges Modell. Die Unterschiede zwischen beiden Modellen sind auf den ersten Blick minimal: Die 3G-Version wartet mit einem vollwertigen GPS-Modul auf. Die Ortung bei der WLAN-Version erfolgt dagegen über das ungenauere WLAN-Triangulationsverfahren. Einen Simlock weist die PlayStation Vita nicht auf. Sony kooperiert aber mit Vodafone. So gibt es den Handheld beim Netzbetreiber mit einem an Gamer angepassten Datenvertrag, der 3G-Version im Handel liegt zudem eine Vodafone-Prepaid-Karte bei.

Ein weiteres, LTE-fähiges Modell wollte Sony gegenüber netzwelt für die Zukunft nicht ausschließen. "Grundsätzlich hat sich in der Vergangenheit auch bei anderen PlayStation-Geräten gezeigt, dass wir da sehr flexibel und anpassbar sind", sagte Senior PR Manager Guido Alt. Derzeit sei dies aber kein Thema. Schließlich stehe der Ausbau der LTE-Netze in Deutschland erst am Anfang.

PlayStation 4 nicht in Sicht

Ebensowenig denkt man bei Sony über eine PlayStation 4 nach. Alle sich im Umlauf befindlichen Gerüchte seien laut Alt ohne Grundlage. Kein Wunder, haucht die PS Vita doch auch der PlayStation 3 neues Leben ein. Mittels Crossplay kann der Nutzer zum Beispiel Wipeout auf seiner Vita gegen einen PS3-Nutzer spielen.

Die Option Seamless-Play soll es zudem ermöglichen, ein Spiel auf einem System anzufangen und auf dem anderen weiterzuführen. Im Netz kursieren zudem bereits Gerüchte, dass Sony mit einer Kombination aus Vita und PS3 Nintendos kommender Heimkonsole Wii U Paroli bieten will.

Fazit

Sony liefert mit der PS Vita das mobile Gerät für Hardcore-Gamer ab. Der Handheld ist nicht nur enorm leistungsstark, federleicht und erreicht den Bedienkomfort des PS3-Controllers, sondern bietet darüber hinaus auch vielfältige neue Steuerungsmöglichkeiten, die man sonst nur von Smartphone oder Tablet-PC her kennt.

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Sony PlayStation Vita im Kurztest: Anfassen, Kippen, Schreien
Sony wagt bei der PlayStation Vita den Versuch, leistungsfähige Hardware mit einer Vielfalt an Steuerungsmöglichkeiten zu verbinden.
http://www.netzwelt.de/news/90614-sony-playstation-vita-kurztest-anfassen-kippen-schreien.html
2012-02-02 16:55:47
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/falls-tunnel-schwaebisch-gmuend-ihm-benannt--kommt-bud-spencer-oeffnung-bild-wikipediakarl-martin-pold6840.jpg
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