Video eines Tatorts in 3D
CSI in echt: Spurensicherung mit Augmented Reality-Brille
Ein Team aus Wissenschaftlern der niederländischen Delft University of Technology beschäftigt sich damit, mithilfe von Augmented Reality die Arbeit der Spurensicherung zu erleichtern. Noch wird das System an "gefälschten" Tatorten getestet, ein Einsatz an echten Verbrechensorten ist aber eingeplant.

In Serien wie "CSI: Den Tätern auf der Spur" sind die Mitarbeiter der Spurensicherung mit den besten Hightech-Geräten ausgestattet, die es in der Realität häufig gar nicht gibt. Möglicherweise können niederländische Ermittler das CSI-Personal demnächst übertrumpfen. Forscher der Delft University of Technology haben ein System entwickelt, dessen Herzstück Augmented-Reality-Brillen bilden.
Der virtuelle Tatort
Das System besteht aus einem Head-Mounted-Display, wie man es zum Beispiel von Sonys HMZ-T1 kennt. Das Gerät ist mit Kameras verbunden, die 3D-Videos aufzeichnen, sowie mit einem Laptop, der im Rucksack verstaut ist. Mithilfe des Notebooks wird das System kontrolliert. Das Head-Mounted-Display zeigt die herkömmliche Umgebung, in die der Anwender virtuelle Objekte einfügen kann.
Mit der rechten Hand kann der Träger der Augmented-Reality-Brille bestimmte Gegenstände oder Objekte am Tatort markieren, beispielsweise Einschusslöcher oder Blutspritzer. Mit der linken Hand kann er aus einer Reihe unterschiedlicher Werkzeuge auswählen. Die Markierungen werden in das 3D-Modell des Tatorts integriert, sodass dieser nach der Räumung noch einmal virtuell besucht werden kann.
System soll an echtem Tatort getestet werden
Die Videoaufnahmen können auch per Live Stream an das Labor übertragen werden. So kann der Mitarbeiter vom Büro aus mit dem Ermittler vor Ort kommunizieren und mit Hilfe von Maus und Tastatur selbst Markierungen vornehmen.
Bislang wurde das System nur bei "gefälschten" Tatorten getestet. Dabei empfanden die Tester es zunächst als unangenehm, dass sie beobachtet werden, gewöhnten sich aber mit der Zeit daran. Die Wissenschaftler wollen die Augmented-Reality-Brillen künftig an einem echten Tatort ausprobieren. Außerdem sollen zukünftige Mitarbeiter der Spurensicherung.für den Einsatz mit dem System trainiert werden.
