Whistleblower bald auf Sealand?
Wikileaks: Gerüchte um Umzug in internationale Gewässer
Wikileaks versucht offenbar, seine Server auf hohe See zu verlegen. Wie der US-amerikanische Nachrichtensender Fox News berichtet, planen Julian Assanges Investoren ein Schiff zu kaufen und die Datenspeicher so aus dem Einzugsgebiet der Rechtsprechung jedweden Landes zu bringen.
Fox News.com beruft sich in seinem Bericht über den Serverumzug auf interne Wikileaks-Quellen. Demnach sollen finanzielle Unterstützer der Enthüllungsplattform daran arbeiten, die Datenspeicher in internationale Gewässer zu bringen. Dadurch erhoffen sich die Whistleblower, sich der Rechtsprechung jeglichen Landes zu entziehen und unter das Seerecht zu fallen, was Wikileaks angeblich unangreifbar machen würde.
Genauer Ort unbekannt
Den genauen Ort des geplanten neuen Serverheims spezifizierten die Quellen nicht. Sie verrieten allerdings, dass Versuche unternommen wurden, die Datenspeicher auf ehemalige Militärstützpunkte auf hoher See zu verlegen. Fox News.com spekuliert, dass es sich dabei um die Mikronation Sealand handeln könnte.
Sealand ist ein alte Plattform in der Nordsee vor der britischen Ostküste. Im Zweiten Weltkrieg wurde sie vom britischen Militär zur Flugzeugabwehr eingesetzt, Ende der 1960er Jahre jedoch von Roy Bates und seiner Familie eingenommen und seitdem besetzt. Roy Bates Sohn, der 59-jährige Michael Bates, Prinz von Sealand - die Mikronation rief sich selbst als konstitutionelle Monarchie aus -, bestätigte gegenüber dem Nachrichtensender, dass die Plattform Zugang zum Internet besitzt und über Satellit und WLAN derzeit auch andere Webseiten hoste. Bestätigen lassen sich diese Angaben jedoch nicht.
Rechtlich unangreifbar?
Über die Möglichkeit, künftig auch Wikileaks-Server zu beherbergen, äußerte sich der Prinz jedoch nicht eindeutig. Dies könnte eventuell gegen die Veröffentlichungsrichtline der Sealand-Firma HavenCo verstoßen.
Ob sich der Umzug der Server lohnt, ist fraglich: Fox News.com zufolge hält Rechtsanwalt David Willson, der auch das US-amerikanische Verteidigungsministerium in rechtlichen Fragen berät, den Glauben an die Unberührbarkeit von Wikileaks-Servern in internationalen Gewässern für falsch.


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