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Gaming-Laptop Samsung 700G7A im Test: Unauffälliger Kraftprotz
17,3 Zoll, Blu-ray-Laufwerk und zwei Festplatten

von Jan Johannsen Uhr veröffentlicht

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Ja, bei diesem unscheinbaren Notebook handelt es sich um einen Gaming-Laptop. Ein Blick ins Innere des Samsung 700G7A macht klar, dass hier jede Menge Leistung steckt. Doch Rechenkraft ist nicht alles, was ein perfektes Zocker-Spielzeug benötigt.

Normalerweise fallen Gaming-Laptops durch ihr extravagantes Design und bunte Farbelemente auf. Samsungs 700G7A wirkt dagegen wie eine graue Maus, die auch im Büro auf dem Schreibtisch stehen könnte. Doch auch beim Notebook zum Spielen kommt es nicht (nur) auf die äußeren, sondern auch auf die inneren Werte an - und da erweist sich das Testgerät als Kraftprotz.

Das Beste ist gerade gut genug

Samsung spendiert dem 700G7A einen 17,3 Zoll großen Bildschirm mit einer Full-HD-Auflösung von 1.920 x 1.080 Pixeln. Der Monitor verfügt zwar über ein detailliertes Bild, ist allerdings nicht entspiegelt, und so muss sich der Spieler in die klischeehafte dunkle Ecke zurückziehen, damit ihn keine nervigen Reflexionen an einem neuen High Score hindern.

Bei der Hardware greift Samsung ganz nach oben ins Regal und verbaut den mit zwei Gigahertz getakteten Core i7-2630QM, der zwar recht flott, aber nicht mehr unbedingt zeitgemäß ist. Bei der Grafikkarte hat sich der Hersteller für die derzeit zweitstärkste AMD-Notebook-Karte Radeon HD 6970M entschieden.

Samsung 700G7A im Test

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Das Gaming--Notebook verfügt über einen 17,3 Zoll großen Bildschirm mit Full-HD-Auflösung.

Die 16 Gigabyte Arbeitsspeicher sehen auf dem Papier schön aus, werden ihre Leistung jedoch nur selten komplett abrufen können und erhöhen so den Preis unnötig. Als optisches Laufwerk baut Samsung ein Blu-ray-Drive ein, das auch DVDs und CDs brennen kann - für Spiele kein Muss, aber perfekt für einen Filmebend. Das 700G7A bietet dem Nutzer mit zwei 750 Gigabyte großen Festplatten insgesamt einen mit 1,5 Terabyte mehr als ausreichend großen Speicher. Als Betriebssystem kommt ab Werk Windows 7 Home Premium zum Einsatz.

Spitzenwerte, die Tribut fordern

Im Benchmark-Test Cinebench erreichte der Core i7-2630QM des Samsung 700G7A mit 4,83 Punkten einen Wert im gleichen Bereich wie in anderen Notebooks. Die Radeon-Grafikkarte schaffte stolze 53,73 Bilder pro Sekunde, ein Wert, der im mobilen Bereich jedoch schon von der etwa zwei Jahre alten Geforce GTX485M übertroffen wird. Um diese Spitzenwerte zu erreichen, muss der Rechner jedoch im Höchstleistungsmodus laufen und darf keinen Strom einsparen.

Im 700G7A steckt ein Lithium-Ionen-Akku mit acht Zellen und einer Kapazität von 5.900 Milliamperestunden. Seine Laufzeit fällt sehr kurz aus. Unter den nicht idealen Testbedingungen - maximale Bildschirmhelligkeit, WLAN und Höchstleistungsmodus aktiviert - spielte er mit 92 Minuten gerade mal einen typischen Fernsehkrimi ab. Selbst beim Schreiben von Texten verlängerte sich die Akkulaufzeit nur um eine Viertelstunde auf 107 Minuten. Aktiviert der Nutzer einen Stromsparmodus, hält die Batterie länger durch, aber dann laufen einige Spiel weniger flüssig.

Festplattengeschwindigkeit 8 GB SSD (HD Tune)
MinimumMaximumDurchschnittZugriffszeit
89,5 MB/sek.101,4 MB/sek.98,1 MB/sek.0,4 ms
Festplattengeschwindigkeit 750 GB HDD (HD Tune)
MinimumMaximumDurchschnittZugriffszeit
32,6 MB/sek.115,4 MB/sek.96,1 MB/sek.17,5 ms

Die beiden 750 Gigabyte große Festplatten des 700G7A weisen im Test zwar mehrere Ausreißer nach unten auf und bieten davon abgesehen eine sehr schnelle Transferrate. Bei den verbauten Komponenten verwundert es nicht, dass der Nutzer die Lüftung des Notebooks hört. Unter Last wird der Lüfter so laut, dass der Sound eines Spiels oder Musik in Zimmerlaufstärke ihn nicht immer übertönt.

Vollständige Tastatur und große Handballenablagen

Bei der Gehäusegröße verfügt das Samsung 700G7A natürlich über eine Tastatur mit Zahlenblock. Sondertasten sind wie üblich durch Form und Größe hervorgehoben. Die Pfeiltasten sind nicht wie bei den meisten Notebooks verkleinert, sondern genauso groß wie die anderen Tasten. Die in Spielen häufig zur Steuerung verwendeten WASD-Knöpfe sind durch einen weißen Rand hervorgehoben. Die Farbe der Hintergrundbeleuchtung kann der Nutzer verstellen.

Die einzelnen Tasten weisen einen angenehmen Hub auf, der weder zu lang noch zu kurz ist. An dessen Ende wartet ein spürbarer Druckpunkt, der hingegen vergleichsweise weich ausfällt. Die Handballenablagen sind angenehm groß. Das Touchpad befindet sich nicht in ihrer Mitte, sondern zentriert unter der Tastatur ohne Zahlenblock.

Das Touchpad reagiert ohne Verzögerungen auf Berührungen, kann beim Spielen aber eine Maus nicht ersetzen. Die zwei, in der Mitte nur optisch getrennten, Touchpadtasten sind durch einen farbig leuchtenden Streifen vom Touchpad abgetrennt und bieten dem Nutzer einen kurzen Hub mit knackigem Druckpunkt. Zur Mitte hin lassen sie sich allerdings nur schwer bis gar nicht mehr drücken.

An der rechten Seite des 700G7A befindet sich ein Drehrad, mit dem der Nutzer schnell zwischen vier Betriebsarten umschalten kann. Neben einem Spielemodus stehen ein stromsparender "Öko-Modus", ein besonders leiser "Bücherei-Modus" und ein "ausgeglichener Modus" zur Auswahl.

Zwei Bildschirme gleichzeitig anschließen

Das Gehäuse des 700G7A besteht aus Kunststoff und ist ordentlich verarbeitet. Samsung hat sich für einen Deckel aus Klavierlack entschieden und setzt auch sonst auf ein weniger extravagantes Design als andere Anbieter von Gaming-Notebooks.

Der Hersteller hat seinen Gaming-Laptop gut auf den Anschluss von externen Geräten vorbereitet. So verfügt das Notebook über einen USB-2.0- und zwei USB-3.0-Anschlüsse sowie ein Kartenlesegerät und zwei Audiobuchsen. Zur Bildübertragung auf externe Monitore sind je eine VGA-, HDMI- und DisplayPort-Schnittstelle vorhanden. Ins Internet gelangt der Rechner wahlweise über ein LAN-Kabel oder ohne Kabel per WLAN.

Fazit: Unauffällig, leistungsstark und trotzdem nicht perfekt

Angesichts des unterstellten extravaganten Geschmacks von Gamern fällt das Design des Samsung 700G7A ungewöhnlich konservativ aus. Im Inneren stecken mit der leistungsfähigen Hardware jedoch die Komponenten, auf deren Leistung es ankommt. Aktuelle Spiele bereiten dem Notebook keine Probleme, teilweise wirkt die Ausstattung übertrieben und beim Bildschirm würde ein mattes Display durchaus den einen oder anderen Treffer mehr ermöglichen.

Die unverbindliche Preisempfehlung von Samsung für das 700G7A beträgt stolze 1.999 Euro. Online-Händler verkaufen das Gaming-Notebook derzeit schon für rund 1.600 Euro - ein deutlich realistischer, aber immer noch hoher Preis.

Dell und Asus haben mit dem Alienware M17xR3 und dem G74sx aus der Republic of Gamers-Serie eigene Notebooks für Gamer im Angebot.

Kommentare zu diesem Artikel

Ja, bei diesem unscheinbaren Notebook handelt es sich um einen Gaming-Laptop. Ein Blick ins Innere des Samsung 700G7A macht klar, dass hier jede Menge Leistung steckt. Doch Rechenkraft ist nicht alles, was ein perfektes Zocker-Spielzeug benötigt.

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  • capa schrieb Uhr
    AW: Gaming-Laptop Samsung 700G7A im Test: Unauffälliger Kraftprotz

    Hallo _Macromonium_! Danke für deinen Kommentar. Ich bin noch einmal in mich gegangen und habe den Artikel ein wenig überarbeitet. Viele Grüße Jan
  • _Macromonium_ schrieb Uhr
    AW: Gaming-Laptop Samsung 700G7A im Test: Unauffälliger Kraftprotz

    Bei der Hardware greift Samsung ganz nach oben ins Regal und verbaut den mit zwei Gigahertz getakteten Core i7-2630QM, der zu den derzeit stärksten Notebook-Prozessoren von Intel zählt. ... nach den i7-2670QM, 2675QM, 2720QM, 2820QM, 2760QM, 2920XM, 2860QM, 2960XM jedoch erst. Der 2630QM ist nichts besonderes, eher ein low-end Vierkerner der (noch) aktuellen Sandy-Bridge-Generation, der schon längst - wie es andere Hersteller vormachen - durch den 2670QM hätte abgelöst werden sollen. Den besagten 2630QM findet man bereits im Joghurtbechersegment um die 600 EUR.

    Bei der Grafikkarte hat sich der Hersteller für die derzeit leistungsfähigste AMD-Karte Radeon HD 6970M entschieden. Nein, die HD6990M, seit Juli 2011 auf dem Markt, ist die stärkste AMD.

    Die Radeon-Grafikkarte schaffte stolze 53,73 Bilder pro Sekunde, ein Wert, der im mobilen Bereich nur von der Geforce GTX485M übertroffen wird. Die GTX485M ist jedoch schon über 2 Jahre alt. Vergleiche mit HD6970M vs. GTX570M bzw. HD6990M vs. GTX580M wären gerechter.

    Es ist zwar löblich, dass sich nach MSI/Medion und ASUS ein weiterer Hersteller im Gaming-Segment betätigt, aber das P/L-Verhältnis stimmt einfach nicht. Für die 1.999 EUR UVP bekäme man ein Clevo mit 17" FHD non-glare, 32GB RAM, Core i7-2760QM, einer HD6990M, eine 256GB SSD + 500GB HDD und einen Bluray-Brenner. Ohne dem nach wie vor abschreckenden Bling-Bling und unnötigen Rädchen. Für 1.600 EUR, dem Straßenpreis, ist immer noch eine HD6990M oder eine GTX580M drin. Von daher würde ich mir den Samsung-Kauf mehr als zweimal überlegen...

    Z.B. der Medion Erazer X6819 (im etablierten MSI-Gehäuse) - der bietet für 1.150 EUR eine GTX570M, die der HD6970M ebenbürtig ist.
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Gaming-Laptop Samsung 700G7A im Test: Unauffälliger Kraftprotz
Gaming-Laptop Samsung 700G7A im Test: Unauffälliger Kraftprotz
Samsung hat sein Herz für Gamer wieder entdeckt und für sie einen Laptop zusammengestellt, dessen Hardware für aktuelle Spiele geeignet ist und in einem unscheinbarem Gehäuse steckt.
http://www.netzwelt.de/news/90595-gaming-laptop-samsung-700g7a-test-unauffaelliger-kraftprotz.html
2012-02-02 16:44:34
http://img.netzwelt.de/dw120_dh90_sw0_sh0_sx0_sy0_sr4x3_nu0/article/2011/lion-dual-boot6825.jpg
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