Schockiert über Datenmenge

Facebook-Umfrage: Über 50 Prozent der Nutzer sehen die Chronik kritisch

In den nächsten Wochen soll das neue Facebook-Layout - die Chronik - für alle Nutzer verpflichtend eingeführt werden. Die Ankündigung rief Kritik der Datenschützer hervor und führte zu viel Verwirrung und Unsicherheit bei den Anwendern. Über 50 Prozent äußerten in einer Studie nun Bedenken gegenüber dem neuen Design.

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Die Facebook Chronik löst bei den meisten Befragten Unbehagen aus. (Bild: Screenshot/Sophos)
Die Facebook Chronik löst bei den meisten Befragten Unbehagen aus. (Bild: Screenshot/Sophos)
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Erst letzte Woche versuchte die PR-Sprecherin Stefanie Schieke die Kritik der Datenschützer zu entkräften und die Unsicherheit der Nutzer zu zerstreuen, indem sie betonte, dass sich durch das neue Profil lediglich die Gestaltung ändere. Entgegen mancher Mutmaßungen seien keine vorher versteckten Inhalte sichtbar und wie bisher habe der Anwender die volle Kontrolle über die Dinge, die er auf Facebook zeigen möchte.

Drittanbieter-Apps

Der Sicherheitssoftwareentwickler Sophos gibt jedoch auf dem Blog Naked Security zu bedenken, dass zwar nicht Facebook selbst, aber dafür Drittanbieter-Anwendungen die Chronik mit Inhalten füllen würden, ohne den Nutzer zuvor zu fragen. Beispielweise der Musikdienst Spotify fülle die Chronik mit den zuletzt gehörten Titeln des Nutzers. Andere Apps wiederum könnten den zuletzt im Netz gelesenen Zeitungsartikel im neuen Profil posten, ohne dass der Nutzer auf "Teilen" oder "Gefällt mir" geklickt habe.

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In einer Sophos-Umfrage unter 4.000 Nutzern spiegelt sich die Sorge der Anwender um diese Neuerungen wider. Über 51 Prozent der Befragten äußern Bedenken gegenüber der Chronik. Mehr als 32 Prozent geben sogar an, nicht zu wissen, warum sie überhaupt noch auf Facebook sind. Lediglich etwas über 16 Prozent glauben, dass sie sich mit dem neuen Layout anfreunden werden oder haben dies bereits getan.

Überprüfung der Zeitleiste

Ähnlich wie die Hamburgischen Datenschützer um Johannes Casper und Ulrich Kühn empfiehlt auch Sophos allen Nutzern die neue Zeitleiste zu nutzen, um ältere Posts zu überprüfen und gegebenenfalls zu löschen. Dem Sicherheitssoftwareentwickler zufolge zeigten sich auf Twitter einige Nutzer darüber schockiert, wie viel sie in den vergangenen Jahren im Sozialen Netzwerk veröffentlichten. Die Chronik habe ihnen dies zum ersten Mal vor Augen geführt.

Eine detaillierte Anleitung zur Einrichtung des neuen Profils finden Sie hier auf netzwelt

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