Nutzer können der Weitergabe ihrer Daten widersprechen
Ausverkauf: Deutsche Telekom gibt Softwareload an Nexway ab
Microsoft hat für das kommende Betriebssystem den Windows Store angekündigt, der den Vertrieb von PC-Software grundlegend verändern dürfte. Die Deutsche Telekom zieht sich nun als erste aus dem riskanten Markt zurück: Die Tochterfirma Softwareload wird mit sofortiger Wirkung an den Konkurrenten Nexway verkauft.

Inhaltsverzeichnis
- 1Nexway kauft Softwareload
- 2Datenschutz und Rechnung
- 3Fazit
Der elektronische Vertrieb von Software dürfte ab Mitte des Jahres einen großen Schub bekommen: Microsoft hat geplant, Windows 8 mit dem Windows Store auszustatten, der ähnlich dem Mac App Store und ähnlichen Plattformen funktionieren dürfte. In der Branche sorgt der Windows Store schon jetzt für Unruhe.
Nexway kauft Softwareload
Die Deutsche Telekom zieht sich nun als erster Anbieter aus dem Markt für kommerzielle Download-Portale zurück, der mit dem Windows Store massiv unter Druck geraten dürfte: Am Wochenende wurden Mitglieder des hauseigenen Angebots Softwareload darüber informiert, dass der Betrieb ab sofort von Nexway EMEA übernommen werde. Diese Ankündigung trifft nicht nur deutsche Kunden, sondern auch die regionalen Portale in der Schweiz, Österreich, Großbritannien und anderen europäischen Ländern. Nexway EMEA selbst ist in über 50 Ländern aktiv und hat Niederlassungen in 12 Staaten - insofern passt Softwareload gut in das Unternehmen. Dagegen bringt die Übernahme von Softwareload für Bestandskunden nicht nur Vorteile.
Datenschutz und Rechnung
Durch den Betreiberwechsel bekommt Nexway natürlich Zugriff auf alle persönlichen Informationen, die Nutzer bei Softwareload gespeichert haben. Dazu gehören Name, Vorname, Anrede, E-Mail-Adresse, Benutzername, Kundennummer, Registrierungs- und Rechnungsadresse, Registrierungsdatum sowie Informationen zur Newsletter-Anmeldung. Sofern über Softwareload ein kommerzielles Programm gekauft wurde, erhält Nexway außerdem Zugriff auf sämtliche Rechungsdaten (gezahlter Betrag, verwendeter Gutschein, Lieferadresse, Versanddatum etc.). Wer nicht möchte, dass Nexway alle diese Daten erhält, kann bis 29.02. im Profilbereich Widerspruch einlegen - bislang ist aber unklar, was dann mit dem Nutzerprofil geschieht.
Es gilt als wahrscheinlich, dass ab Ende Februar dann keine Anmeldung mehr bei Softwareload möglich ist. Damit verlieren Nutzer nicht nur ihren Zugang, sondern auch ihre Lizenzschlüssel. Für diesen Fall empfiehlt die Deutsche Telekom, alle gekauften Programme und deren Lizenzen lokal auf dem PC zu sichern. Das ist über das Kundencenter "Mein Softwareload" relativ einfach. Außerdem sollten Nutzer auch die Rechnungen für ihre bisherigen Bestellungen sichern, die sich in der Detailansicht des jeweiligen Kaufs verstecken.
Fazit
Am Wochenende waren weder die Deutsche Telekom noch Nexway EMEA für eine Stellungnahme erreichbar. Der Zusammenhang mit dem geplanten Start des Windows Store im Februar ist allerdings ein untrügliches Zeichen dafür, welche Chancen die Telekom dem Software-Verkauf über die eigene Plattform noch gibt.
