Experiment am DESY
Rekord: Schnellster Film der Welt gedreht
Ein Forscherteam am Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) ist es gelungen, mit dem Röntgenlaser Flash den schnellsten Film der Welt aufzunehmen. Die Wissenschaftler erreichten eine Rekordbildfolge von lediglich 50 Femtosekunden. Der Durchbruch ist ein Schritt hin zu dem Ziel, die Bewegung von Molekülen und Nanostrukturen in Echtzeit verfolgen zu können.
Gestern, am 26. Januar, präsentierte das Forscherteam um Professor Stefan Eisebitt eine Zeitlupe des gelungenen Versuchs auf einem Forschungstreffen des DESY. Filmmotiv war ein Mikromodell des Brandenburger Tors. Es ist nur wenige Millionstel Meter groß. Um die schnellste Bildfolge aller Zeiten zu realisieren, teilten die Forscher den Strahl des Röntgenlasers mit dem passenden Namen Flash in zwei Blitze.
50 Billiardstel Sekunden
Einer von diesen wurde über einen Umweg von gerade einmal 0,015 Millimetern geschickt und traf aus diesem Grund 50 Femtosekunden beziehungsweise 50 Billiardstel Sekunden später ein als der andere. Da kein Detektor sich schnell genug auslesen lässt, speicherten die Wissenschaftler die Aufnahmen als überlagerte Hologramme und konstruierten daraus anschließend die Einzelbinder.
Obwohl der endgültige Mitschnitt nur aus zwei Bildern besteht, schaffte er es als schnellster Film der Welt ins Guiness-Buch der Rekorde. Die Spezialisten vom DESY sind begeistert: "Die neuartigen Röntgenlaser werden Hochgeschwindigkeitsfilme ermöglichen, mit denen sich auch ultraschnelle molekulare Prozesse und chemische Reaktionen ablichten und besser verstehen lassen", so DESY-Forschungsdirektor Edgar Weckert.
Rekordzeitlupen
Der Versuch verdeutliche vor allem, dass es grundsätzlich möglich sei, Rekordzeitlupen von in Bewegung befindlichen Molekülen und Nanostrukturen zu erstellen und auf lange Sicht diese Prozesse irgendwann auch in Echtzeit verfolgen zu können. Bis zur praktischen Anwendung der Methode sei jedoch noch viel Forschung nötig.


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