Mitarbeiterin verklickte sich lediglich

Babette war's: Mailflut legt Bundestag lahm

Was klingt wie ein Cyberangriff auf unser Parlament, war das Versehen einer Bundestagsmitarbeiterin namens Babette. Sie verklickte sich lediglich beim Versenden einer Mail, was allerdings ungeahnte Folgen hatte und für große Erheiterung sorgte.

Das Versehen einer Mitarbeiterin löste eine Mailflut im Bundestag aus. (Bild: Deutscher Bundestag)
Das Versehen einer Mitarbeiterin löste eine Mailflut im Bundestag aus. (Bild: Deutscher Bundestag)

Inhaltsverzeichnis

  1. 1Fotos vom Mitagessen ausgetauscht
  2. 2Grüße an Mami wurden versandt
  3. 3"Kürschnergate" Topthema bei Twitter

Eine Art Spamwelle legte am Mittwoch den Server des Bundestags lahm. Tausende Mitarbeiter seien betroffen gewesen, weil Babette, eine Mitarbeiterin der Grünen-Bundestagsabgeordneten Sylvia Kotting-Uhl, aus Versehen in ihrem Mail-Programm auf "Allen Antworten" geklickt hatte, wie "Spiegel Online" berichtet. Eigentlich wollte sie eine Kollegin bitten, ihr das neue Bundestagsinfobuch "Kürschners Handbuch" mitzubringen. Sie schrieb: "Liebe Britta, wenn Ihr Euch eindeckt, bringt Ihr mir eins mit? Danke und herzliche Grüße".

Fotos vom Mitagessen ausgetauscht

Doch alle rund 2.600 Verwaltungsmitarbeiter sowie sämtliche Mitarbeiter in den Fraktionen und Abgeordnetenbüros erhielten diese harmlose Mail. Einige Empfänger reagierten promt und baten, sie aus dem Verteiler zu streichen. Doch auch sie klickten auf "Allen antworten".

"Spiegel Online" zitiert folgende Mails: "Bitte aus dem Verteiler streichen, umgehend!!" 

"Warum bekomme ich alle Antworten zugemailt? Mich interessiert wenig, wer alles im Verteiler ist und wer rausgenommen werden soll!" 

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"Jetzt reicht es aber! Was soll das? Das interessiert nicht a l l e. Das können Sie untereinander ausmachen und die betreffenden Personen anschreiben. Disziplin bitte!"

Grüße an Mami wurden versandt

Andere reagierten mit Humor: "Die Absenderin der Ursprungsmail wird als Mitarbeiterin des Monats vorgeschlagen, alte Bekannte finden wieder zueinander, Fotos vom Mittagessen werden ausgetauscht", wird auf der offiziellen Seite der Enquetekommission "Internet und digitale Gesellschaft" des Bundestags berichtet. Auch Grüße an Mami seien verschickt worden. 

Schließlich beendete die IT-Abteilung des Bundestags den Spaß: "Aus gegebenem Anlass wird hiermit daran erinnert, dass E-Mail-Verteiler ausschließlich für dienstliche Zwecke zu verwenden sind. Aufgrund des derzeitigen Missbrauchs des E-Mail-Systems können Zustellverzögerungen von bis zu 30 Minuten auftreten", zitiert "Spiegel Online".

"Kürschnergate" Topthema bei Twitter

"Babette" hat inzwischen eine Fanseite bei Facebook. Bei Twitter wurde der Vorfall "Kürschnergate" genannt. Ein Twitter-Nutzer schrieb: "Ich befürchte, die ARD bringt zu kürschnergate gleich einen Brennpunkt. Und bei annewill diskutieren dazu dann dirk niebel u peter maffay."

Weitere Artikel zum Thema Bundestag und neue Medien bei netzwelt: Seit Oktober 2010 dürfen Tablets offiziell im Beutschen Bundestag genutzt werden. Um Politiker mit dem Medium Computerspiele in Berührung zu bringen, wurde 2011 eine LAN-Party im Reichstagsgebäude veranstaltet. 

Links zum Thema

Beiträgeinsgesamt 1 Beitrag

ach wie herrlich, kommt da etwa menschlichkeit aus den türritzen des bundestags geflossen?! nach all den Diskussionen um "irgendwas" endlich einmal etwas greifbares, und die lösung, nämlich nichts weiter zu...

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