"Focus on the User"
Persönlichere Google-Suche: Konkurrenz schlägt zurück
Vor rund zwei Wochen stellte Google Neuerungen bei seiner Suche vor, die dadurch persönlicher werden soll. Dabei werden vor allem Google+-Profile in den Vordergrund gerückt, andere Soziale Medien wie Facebook werden nicht so stark beachtet. Die Konkurrenz lässt dies nicht auf sich sitzen.

"Focus on the User" nennt sich der Zusammenschluss aus Entwicklern von Facebook, Twitter und MySpace, die gegen die Google+-Fokussierung der neuen Suche von Google vorgehen. Ins Leben gerufen wurde das Ganze von Blake Ross, Produktchef bei Facebook. Innerhalb des vergangenen Wochenendes entwickelten er und seine Kollegen eine Erweiterung für Browser, die auch andere - möglicherweise relevante - Seiten und Profile Sozialer Netzwerke wieder prominenter bei den Ergebnissen platziert.
Erweiterung nutzt ausschließlich Google-Informationen
Das Projekt nennt seine Erweiterung "don´t be evil" - ein Seitenhieb auf Googles gleichlautendes informelles Motto. Ihr selbst geschriebener JavaScript-Code liegt als Bookmarklet oder für Google Chrome auch direkt als Erweiterung vor. Wer das Bookmarklet installieren möchte, muss dafür auf die Projektseite gehen - der Link befindet sich rechts neben diesem Artikel - und auf die Schaltfläche mit "Try a More Relevant Google" klicken. Anschließend muss man die "don´t be evil"-Schaltfläche bei gedrückter Maustaste in die Lesezeichenleiste des Browsers ziehen.
Da die neue Google-Suche bislang nur bei Google.com funktioniert, empfiehlt sich die Erweiterung auch nur für Nutzer, die die englischsprachige Suche bevorzugen. Ein Klick auf das in der Lesezeichenleiste hinterlegte Bookmarklet aktiviert den Code und der Nutzer sieht die neuen Suchergebnisse. Die Entwickler betonen dabei, dass die Erweiterung nur auf Informationen zugreift, die bei Google vorliegen. So durchsucht das JavaScript die ersten zehn Seiten der Google-Suchergebnisse nach sozialen Profilen auf Facebook, Twitter, MySpace, Foursquare, Google+ und anderen Netzwerken und stellt diese wieder weiter vorne da.
Relevantere Ergebnisse weiter vorne
Als ein Beispiel nennt die Seite den Suchbegriff "cooking" (Kochen). Wird dieser bei Google.com eingegeben, erscheint das Google+-Profil von Jamie Oliver. Dies ist soweit noch nicht verwerflich, allerdings hat Oliver seine Google+-Seite schon länger nicht mehr aktualisiert. Ist das Bookmarklet aktiviert, gelangt der Nutzer zu seinem aktuelleren Twitter-Account - auch andere Soziale Netzwerke, bei denen Jamie Oliver ein Profil besitzt, werden angezeigt.
Bereits kurz nachdem Google seine neue Suche vorstellte, wurde Kritik von der Konkurrenz laut. Diese führte jetzt letztendlich zu "Focus on the User" und dem "don´t be evil"-Bookmarklet.
