Mailverwaltung durch Trojaner kompromittiert
Hackerangriff: E-Mails der Grünen Jugend monatelang abgehört
Die Grüne Jugend - Jugendorganisation der Partei Bündnis90/Die Grünen - ist Opfer einer Hackerattacke geworden. Bisher nicht identifizierte Hacker haben sich Zugang zu der Mailverwaltung verschafft und durch Weiterleitung von Mails der Bundesgeschäftsstelle und von Vorstandsmitgliedern Einblick in Interna bekommen. Pikantes Detail an der Sache: Bereits seit März 2011 soll die Sicherheitslücke ausgenutzt worden sein. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass auch Bundestagsabgeordnete oder Vorstandsmitglieder der Grünen indirekt betroffen sind.

Der Zugriff auf die Mailverwaltung gelang durch die Einschleusung eines Trojaners aud einen Computers eines Mitglieds der Grünen Jugend. Dieser sorgte dafür, dass Mails an 13 führende Mitglieder der Grünen Jugend an einen in Russland befindlichen Mailserver weitergeleitet worden sind. Unter den Opfern der Hackerattacke sind aktuelle und ehemalige Mitglieder des Vorstandes sowie die Bundesgeschäftsstelle des grünen Jugendverbandes.
Obwohl die über 10.000 Mitglieder zählende Grüne Jugend in vielen Dingen eigenständig von der Partei agiert, bestehen doch sehr enge Verbindungen zwischen Partei und Jugendorganisation - so wie in den meisten Parteien. Wie auch bei anderen Jugendverbänden ziehen regelmäßig junge Nachwuchspolitiker aus den Reihen der Grünen Jugend in Parlamente auf Bundes-, Landes- und Europaebene ein. Es kann daher sein, dass auch der eine oder andere aufsteigende Politiker unter den Opfern des Hackerangriffs war.
Auch ranghohe Politker der Grünen betroffen?
Die Vermutung liegt nahe, dass auch ranghohe Politiker von Bündnis 90/ Die Grünen im Zeitraum des Hackerzugriffs mit den Mitgliedern des Bundesvorstandes der Grünen Jugend kommuniziert haben. Eine Sprecherin konnte auf Nachfrage von netzwelt nicht ausschließen, dass auch grüne Bundestagsabgeordnete und Vorstandsmitglieder der Partei von der Sicherheitslücke betroffen sind.
Die Hackerattacke kam ans Tageslicht, als die Mailadresse auf einem russischen Server so voll war, dass eine automatische Mail an die Grüne Jugend geschickt wurde - mit dem Inhalt, dass die weitergeleiteten Mails nicht mehr ankämen. Das volle Postfach des Hackers hat somit den Angriff erst ans Tageslicht gebracht. Rund acht Monate lang wurden die Mails weitergeleitet - ein sehr langer Zeitraum, in dem viele Interna auf einen russischen Server geflossen sind.
Die Grüne Jugend hat rechtliche Schritte eingeleitet. Auch die Datenschutzbehörden sind bereits informiert. Ob sich der Fall allerdings so schnell aufklären lassen wird, ist derzeit noch ungewiss. Unklar ist auch, ob ein politisches Motiv den Täter dazu bewegt hat, die Mails der Grünen Jugend abzufangen.

Mit der entsprechenden Software ginge das schon: www.netzwelt.de/download/15386-speechplayer.html Aber Scherz beiseite. In diesem Fall wurde der Begriff "Abhören" als Synonym genutzt. Im Grunde geschieht...
Wie kann ich E-Mails abhören?