Frei Sprechen: Sechs Bluetooth-Headsets im Test
Jabra Stone2
Das Jabra Stone2 verfügt über eine nützliche Sprachansage, die den Nutzer unter anderem durch den Verbindungsmodus mit dem Smartphone leitet. Darüber hinaus informiert die Stimmansage auch über den aktuellen Ladestand des Geräts und die Nummer oder auch den Kontaktnamen des Anrufenden. Sehr schön gelungen ist die Verarbeitung genauso wie das gesamte Design des Headsets. Der Ohrbügel kann zwar nicht individuell verstellt werden, sitzt jedoch auf Anhieb gut, ohne Druckstellen zu verursachen.
Die Steuerung des Geräts wie Rufannahme- und -aufgabe sowie Wahlwiederholung gelingt über die Taste am Headset genauso wie über Sprachbefehl. Im Test funktionierte dies drinnen mal gut und mal schlecht, draußen bei Straßenlärm jedoch überhaupt nicht. Gelungen ist die Lautstärkeregelung über die Touchoberfläche des Headsets und die Multimediawiedergabefunktion. Die Sprachqualität des Stone2 liegt im Mittelfeld.
Die Stimme des über das Headset Sprechenden ist etwas leise. Überdies gelingt die Filterung der Hintergrundgeräusche nicht zufriedenstellend. Ein stetiges leichtes Rauschen beeinträchtigte die geführten Telefonate zusätzlich. Diese Schwächen kann das mitgelieferte Zubehör des Jabra Modells jedoch wieder aufwiegen. So wird das Bluetooth-Gerät mit einer handlichen Ladestation geliefert, die das Headset mit bis zu zehn Stunden mehr Gesprächszeit versorgen kann, so Jabra. Die maximale Gesprächszeit des Headsets alleine liegt allerdings nur bei zwei Stunden.
Ähnlich wie bei der Konkurrenz kann auch die Sprachsteuerung des Jabra Stone2 kaum überzeugen - und das bei einer unverbindlichen Preisempfehlung von 99,99 Euro. Die nicht völlig überzeugende Sprachqualität sorgt zusätzlich dafür, dass in dieser Versuchsreihe nicht das Jabra-Modell zum Testsieger wird.
Jabra Stone2
Die Ladestation kann auch unterwegs zum Aufladen des Headsets verwendet werden. (Bild: netzwelt)
Die Ladestation liefert bis zu zehn Stunden mehr Gesprächszeit. (Bild: netzwelt)
Auch ein AC-Adapter und Micro-USB-Kabel befindet sich im Lieferumfang. (Bild: netzwelt)
Die Plastik-Gürtelschnalle wirkt nicht wirklich robust. (Bild: netzwelt)
Sennheiser VMX 200
Das VMX 200 von Sennheiser verfügt zwar über weniger Multimedia-Funktionen als andere Vertreter der Bluetooth-Headset-Sparte, aber dafür sind die bestehenden Funktionen genauso wie die Verarbeitung des 99 Euro teuren Geräts durchaus gelungen. Die Verbindung zwischen Smartphone und Headset gelingt auf Anhieb und auch eine Verknüpfung mit mehreren Geräten gleichzeitig ist möglich.
Zudem ist der Tragekomfort durch die weichen Ohrhörer-Aufsetzer gegeben, die den weniger gelungenen Ohrbügel obsolet machen. Auch ohne diesen sitzt das Headset sicher. Das Sennheiser Headset verfügt weder über eine Sprachsteuerung noch über ein A2DP-Profil und besitzt auch keine integrierte Sprachsteuerung oder -ansage - aber dafür überzeugt die Sprachqualität des Modells.
Die Hintergrundfilterung des Geräts gelingt durch die Voice Max Dual Microphone-Technologie so gut, dass der vom Headset aus Angerufene selbst an einer viel befahrenen Straße den entsprechenden Lärm nicht bemerkt. Die Stimmen werden hin und wieder lediglich etwas blechern oder dumpf übermittelt, sind aber ausreichend laut. Wie bei anderen Bluetooth-Headsets gelingt die Steuerung über die Knöpfe des Geräts ohne Verzögerung.
Das Sennheiser VMX 200 hat zwar weniger Extras zu bieten, überzeugt allerdings durch die sehr gute Filterung der Hintergrundgeräusche, den Tragekomfort und die solide Sprachqualität.
Sennheiser VMX 200
Das Modell von Sennheiser verfügt weder über Sprachsteuerung noch über zusätzliche Apps. (Bild: netzwelt)
Das Gerät überzeugte im Test durch seine gute Geräuschkulissenfilterung. (Bild: netzwelt)
Im Lieferumfang sind verschiedene Passformen enthalten. Lediglich der Ohrbügel ist mangelhaft. (Bild: netzwelt)
Fazit
Auch bei Bluetooth-Headsets rüsten die Hersteller immer mehr auf und meinen, die Freisprechanlagen durch zusätzliche Funktionen aufrüsten zu müssen. Im Test zeigte sich jedoch, dass dieses Zusatzangebot das Ziel oft verfehlt und entweder aufgrund von schlechter Qualität oder Dysfunktionalität keinen Mehrwert bringt. Nutzer, denen entsprechende Optionen dennoch wichtig sind, sollten vor dem Kauf überprüfen, ob die Bluetooth-Version und das A2DP-Protokoll des Headsets auch mit dem eigenen Smartphone kompatibel sind, um tatsächlich alle Fähigkeiten des Geräts nutzen zu können.
Im Test überzeugte vor allem das Modell von Sennheiser. Das VMX 200 verfügte im Vergleich zu seinen Kontrahenten über eine sehr gute Geräuschfilterungstechnik und eine solide Sprachqualität. Eine Sprachsteuerung wie Sprachansage oder die Möglichkeit, Musik wiederzugeben, wären zwar besonders bei dem Preis von knapp 100 Euro eine nette Ergänzung gewesen, aber letztlich sollte der Komfort beim Telefonieren bei einem Bluetooth-Headset den Ausschlag geben.

Links zum Thema
- Hama im Netz
- Plantronics Marque M155 im Netz
- Jabra Easyvoice im Netz
- Jawbone Icon im Netz
- Jabra Stone2 im Netz
- Sennheiser VMX 200 im Netz
